Vor Duell mit Fortuna Düsseldorf

"Die richtigen Spieler identifizieren": Schalke im Mentalitäts-Check

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Arbeiter vs. Schönspieler: Während Schalkes Guido Burgstaller (links) das Malocher-Gen in sich hat, gehört Yevhen Konoplyanka eher zu den Schön-Spielern im Kader der Königsblauen.

Schalkes Trainer Domenico Tedesco sucht für das Duell mit Düsseldorf die richtigen Kämpfer-Typen für die aktuelle Lage. Der WA macht den königsblauen Mentalitäts-Check.

Gelsenkirchen – Er selbst hat schon signalisiert, bereit zu sein. Für den Kampf, Schalke wieder aus dem Tief zu führen – und damit auch für den Kampf um seinen Job. „In der Krise zeigt sich der Charakter, ich möchte für Schalke da sein“, erklärte Domenico Tedesco. Für das Heimspiel am Samstag gegen Fortuna Düsseldorf (15.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) wolle er nun die Spieler identifizieren, „die für diese Situation passend sind“. Wir listen auf, wer aus dem Kader dafür infrage kommt – und wer nicht.

Kämpfer-Typen

Guido Burgstaller: Der österreichische Stürmer ist der Vorzeige-Kämpfer im Kader der Königsblauen. Der 29-Jährige ist ein Malocher, dem kein Weg zu weit ist. Ackert an vorderster Front, ist der erste Verteidiger. Gibt keinen Ball vorzeitig verloren. Eigenschaften, die den Schalkern zuletzt beim Blutlos-Auftritt in Mainz gefehlt haben. Gut für Tedesco, dass Burgstaller nach seiner Leistenverletzung wieder fit ist. „Wir müssen um jeden Millimeter kratzen, beißen, laufen“, erklärte der Angreifer, der genau weiß, wie es geht.

Weston McKennie: Das personifizierte Mentalitätsmonster. „Er verkörpert viel von dem, worauf wir Wert legen: Er ist bodenständig und arbeitet extrem viel“, sagte Tedesco einst. Der 20 Jahre alte US-Amerikaner kämpft im wahrsten Sinne bis zum Umfallen, wie er bereits unter Beweis stellte. Der Coach setzt ihn daher gerne als ersten Attackierer ein. Mit McKennie trete Königsblau anders auf als ohne, sagte Tedesco. Allerdings ist fraglich, ob der Allrounder einsatzbereit ist. Wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel trainierte er in dieser Woche nur individuell. Sein Ausfall wäre für Schalke ein herber Verlust.

Benjamin Stambouli: Nach seinem ersten verletzungsbedingten Fehlen zu Saisonbeginn ist erst einmal so richtig aufgefallen, wie wichtig der 28-Jährige für das Spiel der Königsblauen geworden ist. Dass Begriffe wie „malochen“ zur Schalker DNA gehören, hat der Franzose längst verinnerlicht, er verkörpert es auch auf dem Rasen. Dazu schätzt Tedesco die fußballerische Intelligenz sowie das taktisches Verständnis seines Vize-Kapitäns. Die gute Nachricht: Erstmals nach seiner Jochbeinfraktur ist Stambouli wieder eine Option für seinen Coach. Und Tedesco wird diese mit Blick auf das Duell mit der Fortuna sicher nutzen. „Wir können endlich planen“, sagte der 33-Jährige: „Er ist für uns eine tragende Säule.“

Steven Skrzybski: Nach seiner Verletzungspause hatte der 26-Jährige – wie viele andere Schalker auch – in Mainz nicht seinen besten Tag. Doch der Offensivspieler opfert sich stets für sein Team auf. Er ist sich für keinen Laufweg zu schade. Spielerisches Potenzial und auch Torgefahr bringt er darüber hinaus mit.

Ahmed Kutucu: Am Freitag gerade einmal 19 Jahre jung geworden, vor einigen Wochen seinen ersten Profi-Vertrag unterschrieben – und dennoch ist der Ur-Schalker nahezu unverzichtbar geworden. Neben seinem fußballerischen Offensiv-Potenzial bringt er das für Königsblau so wichtige Malocher-Gen mit. „Ahmed hat eine körperliche Wucht und die Mentalität, diese Wucht im Spiel auch einzusetzen. Er geht dahin, wo es wehtut“, so Jugendtrainer Norbert Elgert.

Schön-Spieler

Sebastian Rudy: Der Nationalspieler ist ohne Frage ein feiner Kicker. Aber eher einer für Ballbesitz-Fußball. Mit seinen Fähigkeiten kann er Schalke in der aktuellen Situation aber kaum helfen. Kämpfen, kratzen, beißen: Das gehört nicht zu den Lieblingstugenden des 29-Jährigen. „Offensiv ist er toll. Aber ich habe das Gefühl, dass man in Schalke den Sebastian Rudy als einen defensiven Spieler eingekauft hat“, sagte jüngst Uli Hoeneß, der Präsident seines Ex-Klubs FC Bayern, bei „Sport1“. Und genau das sei Rudy eben nicht.

Yevhen Konoplyanka: Der Ukrainer gehört sicherlich zu den besten Fußballern im Schalker Aufgebot, aber ist eher ein Schön-Wetter-Spieler. (Zurück-)Laufen und Pressing sind nicht die Stärken des 29-Jährigen, der zudem eher den eigenen Abschluss statt seinen sucht Mitspieler sucht.

Amine Harit: Für dem Marokkaner gilt ähnliches wie für Rudy und Konoplyanka: Ein guter Kicker, in dem viel Talent schlummert, das er zuletzt jedoch selten aufblitzen ließ. Zu denen, die die Ärmel hochkrempeln, wenn es darauf ankommt, zählt der 21-Jährige indes nicht.

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