Champions League am Bosporus

Mit diesem irren Trick bereitete Tedesco Schalke auf Galatasaray Istanbul vor

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Griff in die Trickkiste: Domenico Tedesco.

Schalke-Trainer Domenico Tedesco ließ sich für das Champions-League-Spiel bei Galatasaray Istanbul einiges einfallen. Ob es wirkt, wird sich heute zeigen.

Istanbul – Würde es der eng gesteckte Zeitplan zulassen, könnte die Schalker Reisegesellschaft am Bosporus auf die Dienste eines kundigen Istanbul-Kenners zurückgreifen. Die blauweiße Legende Rüdiger Abramczyk begleitet das Team des FC Schalke 04 auf seiner Fahrt in die türkische Metropole, wo der Bundesligist am Mittwoch (21 Uhr/bei uns im Liveticker) in der Champions League auf Galatasaray Istanbul treffen wird. Auf den Klub, für den „Abi“ von 1984 bis 1985 selbst gespielt hat.

Der „Flankengott“ aus Gelsenkirchen-Erle kann aber nicht nur in touristischer Hinsicht wertvolle Tipps geben. Den beiden jungen Torhüter der Schalker, die durch die Verletzung von Stammkeeper Ralf Fährmann (Adduktoren-Probleme) zu unverhofften Ehren kommen, rät der 62-jährige Abramczyk: „Wichtig ist, dass man in dem Stadion nicht sofort in Rückstand kommt.“ Denn, und das habe sich seit damals nicht verändert: „Dann war da immer der Teufel los gewesen.“ Der 22-jährige Alexander Nübel und sein erst 17-jähriger Ersatzmann Yannic Lenze wissen also, was sie im Zweifel erwartet.

Tedesco ließ Galatasaray-Tonspuren im Training einspielen

Große Sorgen machen sich die Schalker Verantwortlichen wegen ihrer jugendlichen und unerfahrenen Torsteher nicht. Erst recht, nachdem die Schalker einen Tag vor dem Abflug in der heimischen Arena unter ganz speziellen Bedingungen trainiert hatten. „Wir haben versucht, die Lautstärke, die uns in Istanbul erwarten wird, zu simulieren“, verriet Cheftrainer Domenico Tedesco, der Tonsequenzen von Galatasaray-Partien einspielen ließ. „Am Anfang hat jeder gedacht, das Stadiondach würde aufgehen“, berichtete Stürmer Guido Burgstaller vor dem Abschlusstraining: „Es war ein bisschen unangenehm mit der Zeit, aber jeder hat einen Eindruck bekommen, was hier abgehen wird.“

Nübel macht einen coolen Eindruck

Alexander Nübel hatte bereits am vergangenen Samstag in seinem ersten Pflichtspieleinsatz von Beginn an gezeigt, dass ihm eine beneidenswerte Ruhe innewohnt. Obwohl er bis zu diesem Zeitpunkt erst gut 50 Minuten im Schalker Bundesligator gestanden hatte, zeigte der gebürtige Ostwestfale einen souveränen und erstaunlich abgeklärten Auftritt. Und bei den beiden Gegentoren bei 0:2 gegen Werder Bremen wären wohl die meisten Keeper auf dieser Welt machtlos gewesen.

Schalkes Abschlusstraining in Istanbul

„Das war sicher ein bitteres Spiel für ihn, er hatte nach den Gegentreffern nur noch einen Ball zu halten. Aber dass der Alex ein guter Torwart ist, das wissen wir. Da gibt es von unserer Seite aus keine Bedenken““, meinte Sportvorstand Christian Heidel. Deshalb glaubt der 53-Jährige auch, „dass er damit gut klar kommt“. Selbst mit der fanatischen Stimmung im „Türk Telekom Stadyumu“.

Auch Cheftrainer Domenico Tedesco hat „überhaupt keine Bedenken“, wenn Nübel bei Galatasaray auf dem Platz steht. Gegen Bremen habe er bereits all seine Qualitäten gezeigt. „Alex hat mir gut gefallen. Er hat einen guten Eindruck in der Raumverteidigung gemacht. Vor allem konnte man ihn anspielen, ohne dass er nervös wurde. Daran sieht man, dass er ein guter Torwart ist“, urteilte Tedesco. Dass Nübel für sein jugendliches Alter „schon sehr reif“ sei, bemerke der Schalker Cheftrainer in jedem Training: „ Da haben wir nochmal einen richtig guten Torwart hier auf Schalke. Für das Spiel in Istanbul habe ich überhaupt keine Bedenken.“

Sorgen vor einem neuen Negativlauf

Mehr Sorgen macht Tedesco da schon die miserable Effizienz seiner Mannschaft vor dem Tor, die sich bislang wie ein roter Faden durch die Saison zieht. „Daran müssen wir weiter arbeiten“, sagt der 33-Jährige, der hofft, dass die Niederlage gegen Bremen nicht allzu viel von der positiven Energie geraubt hat, die die Mannschaft vor der Länderspielpause mit drei Siegen in Folge getankt hatte. „Wir dürfen nicht zulassen, dass uns die Niederlage gegen Bremen ausbremst. Wir haben sieben Spiele in 20 Tagen, das wäre fatal“, glaubt Tedesco.

Neben Fährmann trat auch Naldo die Reise in die Türkei nicht an. Der Brasilianer hatte sich am Wochenende einen Infekt zugezogen, der ihn nun lahm legt. Damit fällt in Istanbul neben dem Kapitän auch sein Vize aus. Gut möglich, dass Tedesco das Amt an Benjamin Stambouli überträgt. Der Franzose gehört wie Guido Burgstaller und Daniel Caligiuri dem Mannschaftsrat an und wäre einer der Kandidaten für die Binde. Vor allem wäre Stambouli, der wegen einer Syndesmoseband-Verletzung in dieser Saison noch gar nicht zum Einsatz gekommen wäre, mit seiner großen Routine jemand, der im Hexenkessel von Galatasaray die nötige Ruhe ausstrahlen könnte.

Glaubt man Rüdiger Abramczyk wäre es eh das beste, gegen die Türken „schnell ein Tor zu schießen“. So könne man die Lautstärke in der Arena am besten nach seinen eigenen Wünschen regulieren.

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