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Schalkes schwerer Weg zurück zur Leichtigkeit

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Von: Jens Greinke

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Lokomotive Moskau - FC Schalke 04
Man of the match: Domenico Tedesco (Zweiter von links) beglückwünscht Weston McKennie. © picture alliance/dpa

Der erst 20-jährige Weston McKennie beschert Schalke den späten Sieg in Moskau. Und übertüncht damit ein wenig die Probleme, die die Mannschaft von Domenico Tedesco plagen.

Moskau - Die Laune war gut gewesen in der RZD-Arena. Erst recht nach knapp einer Stunde, als die recht couragiert spielende Hausherren auf einen verdienten Punktgewinn zuzusteuern zu schienen und die Regie eine ältere Dame auf die vier Monitore projizierte, die im Stadion sitzend lächelnd einen Lokomotive-Fanschal strickte. Da spendeten selbst die hartgesottenen Lok-Ultras auf der Südtribüne wohlwollenden Applaus. Als aber Weston McKennie in der 88. Minute dann doch noch den Siegtreffer für die ansonsten eher königsgrauen Schalker erzielt hatte, dürften der strickenden Dame die Nadeln aus der Hand gefallen sein. Denn mit diesem Tor zum glücklichen 1:0 (0:0)-Sieg hatten nicht mehr allzu viele Menschen auf den Tribünen gerechnet.

Domenico Tedesco hatte hingegen „das Gefühl gehabt, dass es jederzeit passieren kann“. Der Schalker Cheftrainer untermauerte seine Meinung mit der Einschätzung, dass seine Mannschaft ihren Job im Gegensatz zur mangelhaften ersten Halbzeit im zweiten Durchgang „clever“ erledigt habe. Tatsächlich waren die Schalker nach der Pause dominanter gewesen. Doch zwingende Torchancen waren Mangelware, allenfalls hatten es die Königsblauen geschafft, sich dem Tor der Moskowiter ein wenig mehr anzunähern als in der ersten Halbzeit. Sportvorstand Christian Heidel brachte die Sache wunderbar auf den Punkt, als er sagte: „Es gab unzählige Möglichkeiten für Torchancen.“

McKennies Tor überstrahlt einiges

Am Ende überstrahlte das späte Tor des 20-jährigen McKennie, der nach einem Eckball von Yevhen Konoplyanka die Kugel ins Netz geköpfelt hatte, die Unzulänglichkeiten, die dem Schalker Spiel weiter anhaftet. Vor allem in der Offensive hakt es gewaltig. Breel Embolo und Mark Uth gaben auch in Moskau Stürmer der eher traurigen Gestalt ab. Beiden Angreifern gelingt es nicht, markante Duftmarken zu setzen.

Insbesondere Uth, der im Sommer als zweitbester deutscher Scorer von 1899 Hoffenheim nach Gelsenkirchen gekommen war, merkt man die Unzufriedenheit mehr und mehr an: Der 27-Jährige agiert teilweise fahrig, hadert immer wieder mit dem Schicksal und winkt allzu oft frustriert ab.

Uths Lamentieren ist für Tedesco aber kein Problem: „Das muss bei Mark so sein. Aber wir sagen immer: Wir messen die Spieler euch nicht an den Toren.“ Wichtiger ist dem Schalker Trainer eher das Bestreben, es stets besser machen zu wollen.

"Der Kopf darf jetzt kein Problem mehr sein"

Rein statistisch war der 1:0-Sieg der Schalker im verregneten Moskauer ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Doch auch Tedesco weiß, dass „wir noch nicht auf der richtigen Schiene sind“. Da die entsprechende Weichenstellung – um im Bild zu bleiben – bei Lokomotive Moskau noch nicht gelang, soll am Samstag im Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf endlich der Zug ins Spiel kommen, den sich die Schalker erhoffen. „Ich denke, wir stehen in der Meisterschaft immer noch auf Platz 17“, mahnt Heidel, der aber gleichzeitig sagt: „Der Kopf darf jetzt kein Problem mehr sein. Wir haben jetzt zwei Spiele gewonnen.“

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