Was für eine Saisoneröffnung

Darum braucht Tedesco keine Ausstiegsklausel im neuen Vertrag mit dem FC Schalke 04

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Verlängerte bis 2022: Schalke-Trainer Domenico Tedesco.

S04-Trainer Domenico Tedesco verlängert bis 2022, Thilo Kehrer wechselt für 37 Millionen Euro zu Paris St. Germain - die 100.000 Fans beim Schalke-Tag bekamen etwas geboten.

Gelsenkirchen – Es gab den ein oder anderen Moment beim großen Schalke-Tag, der ein wenig zu dick aufgetragen wirkte. Wie beispielsweise die Vorstellung der Mannschaft für die Saison 2018/19, die wie der Einlauf der Gladiatoren mit viel Brimborium, aber immerhin ohne Löwen und Tiger in der Arena inszeniert wurde. Zwei Nachrichten gab es dann aber doch, die dem Rahmen dieser Veranstaltung, zu der wieder gut 100.000 Menschen kamen, gerecht wurden: Domenico Tedescos Vertragsverlängerung. Und der Wechsel von Thilo Kehrer zu Paris St. Germain.

Es war Sportvorstand Christian Heidel, der zunächst die Vertragsverlängerung von Cheftrainer Tedesco sofort zu Beginn der offiziellen Saisoneröffnung auf der Hauptbühne vor der Arena bekannt gegeben und damit für gute Laune gesorgt hatte. Die Dramaturgie seiner Ansprache war zwar etwas zu gekünstelt (Heidel stieg ein mit der Aussage: „Leider muss ich sagen, dass Domenico seinen bis 2019 laufenden Vertrag vorgestern aufgelöst hat.“) Aber unter dem Strich konnte der 56-Jährige schließlich das Ergebnis bekannt geben, dass sich wohl 99,9 Prozent der blauweißen Anhänger erhofft hatten: Anstelle des alten Kontraktes hat der 32-jährige Tedesco einen neuen bis zum Jahr 2022 abgeschlossen.

Schalke hat nun Planungssicherheit

Damit wurde vollzogen, was schon während desTrainingslagers in Mittersill mehr oder weniger öffentlich geworden war. Tedesco, der die Mannschaft erst im vergangenen Sommer von seinem glücklosen Vorgänger Markus Weinzierl übernommen und direkt zur Vizemeisterschaft und zurück in die Champions League geführt hatte, soll das Schalker Team langfristig betreuen. „Das macht mich persönlich sehr, sehr glücklich“, meinte Heidel. Der langfristige Kontrakt gibt den Schalkern zudem eine recht verlässliche Planungssicherheit: Denn der neue Vertrag des Deutsch-Italieners besitzt keine Ausstiegsklausel. „Das war in den Gesprächen auch nie ein Thema. Domenico hat gesagt, dass er so etwas nicht brauche, weil er sich auf Schalke wie zu Hause fühle“, berichtete Heidel. Tedesco gilt bereits nach seiner ersten Bundesliga-Saison als eines der größten Talente am Spielfeldrand und verpasste bei der Wahl zum „Trainer des Jahres“ in diesem Sommer den Sieg nur knapp. Der Grandseigneur des Geschäfts, Ex-Bayern-Coach Jupp Heynckes, hatte gerade einmal zwei Stimmen mehr erhalten.

Thilo Kehrer

Während Tedesco durch die Vertragsverlängerung mit einem neuen Jahresgehalt von mindestens 1,5 Millionen Euro in die Riege der Einkommensmillionäre unter den Bundesliga-Trainer aufsteigen wird, wird Thilo Kehrer endgültig zum reichen Mann: Der Wechsel des 21-jährigen Jungstars zum französischen Branchenprimus Paris St. Germain ist perfekt. „Wir hatten uns vor gut vier Wochen eigentlich schon mit Thilo auf eine Vertragsverlängerung auf Schalke geeinigt“, berichtete Heidel über die „ausgiebigen und harmonischen Gespräche“ mit Kehrer und seinem Berater Roger Wittmann. Doch just in dem Moment, als die Unterschrift kurz bevor stand, habe Paris nachgefragt, ob es den U21-Europameister verpflichten könne. „Auch danach hat sich Thilo vorbildlich verhalten“, so Heidel: „Wenn keine Einigung mit Paris zustande gekommen wäre, hätte er seinen Vertrag auf Schalke wie besprochen verlängert.“ 

Doch die Franzosen, die vom Ex-BVB-Coach Thomas Tuchel trainiert werden, machten den Schalkern schließlich ein Angebot, das sie nicht ablehnen konnten. „Dieser Transfer hat eine wirtschaftliche Dimension, bei der wir nicht Nein sagen konnten“, sagte Heidel. Angeblich überweist der französische Meister rund 37 Millionen Euro nach Gelsenkirchen. Damit generieren die Blauweißen die zweithöchste Transfereinnahme der Vereinsgeschichte. Mehr hatte nur Leroy Sané eingebracht, der für knapp 50 Millionen Euro zu Manchester City gewechselt war.

Die Kehrer-Millionen dürften reinvestiert werden

Es ist einigermaßen wahrscheinlich, dass die Schalker die Kehrer-Millionen noch reinvestieren. „Das Transferfenster ist noch ein paar Tage offen. Wir werden es mit dem Trainer in aller Ruhe besprechen“, sagte Heidel und schränkte ein: „Der Spieler müsste aber genau passen. Es ist nicht in Stein gemeißelt, dass wir noch einen Neuzugang holen."

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