"Großartiges Zeichen der Solidarität"

Coronavirus: Schalker Profis verzichten auf Gehalt - und sind für weitere Schritte bereit

Die Profis von Schalke verzichten - wie Trainer und Vorstand - auf Prämien und Teile ihres Gehalts. Im Fanshop schlägt derweil die Gunst der Schnäppchenjäger.

  • Das Coronavirus hat Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit vieler Bundesliga-Klubs.
  • Der FC Schalke 04 hat sämtliche Einstellungen und Investitionen vorerst gestoppt.
  • Die Schalker Profis verzichten auf Teile ihres Gehalts wie auf Prämien.

Update vom 30. März, 10.36 Uhr: Bei den Fans von Schalke 04 schlägt die Stunde der Schnäppchenjäger. Die Königsblauen haben ihre Fanartikel stark reduziert. Fast jedes Teil im Online-Shop ist zurzeit günstiger zu erwerben.

Das aktuelle Schalker Heimtrikot kostet statt 84,95 Euro nur noch 49,95 Euro, das Auswärts-Leibchen im Damenschnitt in Weiß ist um fast die Hälfte auf 44,95 Euro heruntergesetzt.

Die meisten Artikel sind um bis zu 40 Prozent reduziert. "Das hat aber nichts mit Corona zu tun. Wir reduzieren immer ab Mitte März, um Platz zu schaffen, wenn die neue Ware kommt", versicherte ein Sprecher auf dpa-Anfrage. Was sich allerdings geändert habe, sei, dass alle Artikel ohne Kosten verschickt werden, weil alle Fanshops geschlossen sind. "Versandkosten bleiben zuhause", heißt es dazu auf der Homepage.

Coronavirus: Schalker Profis verzichten auf Gehalt - und sind für weitere Schritte bereit

Update vom 27. März, 15.18 Uhr: Die Profis des FC Schalke 04 verzichten aufgrund der Coronavirus-Krise wie erwartet teilweise auf ihr Gehalt sowie ihre Prämien. Darüber hinaus haben sie mit der Vereinsführung auf "eine prozentuale Aussetzung ihrer Bezüge zunächst bis zum 30. Juni 2020" vereinbart, wie die Königsblauen mitteilten.

Die Mannschaft wolle damit dem Klub und damit knapp 600 Mitarbeitern Unterstützung zum sicheren Erhalt ihrer Arbeitsplätze leisten zu. Vorstand, Trainer- und Betreuerstab sowie zahlreiche Führungsverantwortliche und Mitarbeiter würden ebenfalls ihren finanziellen Beitrag leisten. Die monatliche Entlastung für Schalke liege im Millionenbereich, heißt es weiter.

"Corona betrifft leider jeden einzelnen von uns. Gerade darum ist es so wichtig, dass wir einander helfen und uns gegenseitig unterstützen. Nachdem Peter Peters, Alexander Jobst und ich den Mannschaftsrat über die aktuelle existenzbedrohende Krisen-Situation informiert haben, hat die Mannschaft unmittelbar ihre volle Unterstützung zugesagt", erklärt Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider.

Weiter meinte er: "Dass die Spieler sich ihrer großen Verantwortung in dieser Art und Weise bewusst sind und ihre totale Solidarität zugesagt haben, ist ein großartiges Zeichen der Loyalität. Unsere Spieler haben damit eindrucksvoll dokumentiert, was ihnen unser Verein bedeutet. Denn es ist ein ganz klares Signal: Wir alle stehen zusammen für unseren FC Schalke 04, nicht nur in guten, sondern vor allem auch in schlechten Zeiten.“

Mannschaft und Vereinsführung hätten - je nach Entwicklung der Lage – bereits signalisiert, auch über den 30. Juni 2020 hinaus weitere Schritte in Erwägung zu ziehen. Die Mannschaft war am Donnerstag und Freitag in Kleingruppen am Klub-Gelände zu einem Treffen zusammengekommen.

Coronavirus: Schalke plant Maßnahmenpaket - Profis zu Gehaltsverzicht bereit

Update vom 24. März, 13.38 Uhr: Der FC Schalke 04 plant ein großes Maßnahmenpaket zur finanziellen Bewältigung der Corona-Krise. "Ich halte überhaupt nichts davon, aufgrund von öffentlichem Interesse vorschnell Einzelmaßnahmen zu platzieren. Wir müssen uns jetzt finanziell so aufstellen, dass wir möglichst lange durchhalten und entsprechend Liquidität gewährleisten", sagte Vorstand Alexander Jobst der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.

Laut Marketingchef Jobst sind auch die Schalker Profis bereit, auf einen Teil ihrer Bezüge zu verzichten. "In der Frage der Gehälter kam schon vor einigen Tagen das erste Signal von unserer Profi-Mannschaft", sagte der 46-Jährige. Auch das Trainerteam um Chefcoach David Wagner sowie der dreiköpfige Vorstand mit Jochen Schneider, Peter Peters und Jobst wollen ihren Teil beitragen.

Das Maßnahmenpaket soll helfen, die Arbeitsplätze der rund 650 Mitarbeiter zu erhalten. Doch auch in diesem Bereich drohen Veränderungen. "Es ist eine konkrete Überlegung, Kurzarbeit zu beantragen. Wichtig ist uns dabei aber, dass unseren Mitarbeitern dann keine wirtschaftlichen Nachteile entstehen, auch das ist ein Ergebnis unserer ganzheitlichen Herangehensweise", so Jobst.

Update vom 24. März, 8.55 Uhr: Aufgrund der Coronavirus-Pandemie und den wirtschaftlichen Folgen für die Klubs deutet sich bei Spielern und Funktionären in der Bundesliga große Bereitschaft zu einem partiellen Gehaltsverzicht an - auch beim FC Schalke 04

Wie Sport1 behauptet, habe der Mannschaftsrat der Königsblauen Kürzungen von bis zu 30 Prozent vorgeschlagen. Laut Bild stimme es zwar, dass sich Spieler und Klub grundsätzlich einig darüber seien, dass es einen Gehaltsverzicht geben müsse. Allerdings sei noch nicht besprochen worden, wie hoch dieser ausfallen werde. Die genannten 30 Prozent könne die Bild nicht bestätigen und wurden dem Blatt aus dem Umfeld dementiert.

Coronavirus: Schalke stoppt Einstellungen und Investitionen

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 hat seine konkreten Personalplanungen wegen der durch das Coronavirus verursachten Spielpause vorerst gestoppt. "Bei uns gibt es einen Einstellungs- und Investitionsstopp", sagte Sportchef Jochen Schneider in einer Umfrage von Sport1: "Auch Transfergespräche sind vorerst auf Eis gelegt. Es geht jetzt um andere Dinge. Wir müssen Prioritäten setzen." Auch die Schalker Knappenschmiede sei davon betroffen, hieß es zuletzt bereits.

Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider.

Der Fußball werde im Sommer "einen gänzlich anderen Transfermarkt vorfinden", sagte der 49-Jährige: "Wir wissen noch gar nicht, wann der beginnen wird, weil wir vielleicht noch den Juli brauchen, um die Saison zu beenden."

Coronavirus-Krise: Wie BVB und Leipzig damit umgehen

Auch beim Nachbarn Borussia Dortmund ist man derzeit bei Gesprächen über die Zukunft vorsichtig. "Es geht momentan vor allem darum, die aktuelle Situation zu meistern als perspektivisch zu arbeiten", sagte Sportdirektor Michael Zorc: "Wir befinden uns in einer Situation, die es so noch nie gegeben hat im Profi-Fußball."

Auch sein Kollege von Markus Krösche von RB Leipzig arbeitet derzeit eher perspektivisch. "Ich beschäftige mich mit Alternativen für die nächsten zwei Jahre und schaue mir Ligen an, auf denen ich zuletzt vielleicht nicht so sehr den Fokus hatte", sagte Krösche: "Zurzeit sind aber keine konkreten Deals möglich."

dpa/mg

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare