Mitgliederversammlung am 7. Juli

"Aus der Krise richtige Schlüsse ziehen": Schneider und Jobst über die Zukunft von Schalke 04 nach Corona - Ausgliederung per Mausklick?

Die Existenz des FC Schalke 04 scheint mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Bundesliga gesichert. Dennoch könnten große Veränderungen anstehen. Ausgliederung per Mausklick inklusive.

  • Die Existenz von Schalke 04 scheint trotz der Corona-Pandemie gesichert.
  • S04-Sportvorstand Jochen Schneider fordert, die "richtigen Schlüsse" aus der Krise zu ziehen.
  • Schalkes Marketing-Vorstand Alexander Jobst äußert sich zum Thema Ausgliederung.

Hamm - Der FC Schalke 04 ist mit einem königsblauen Auge davongekommen. Nach Wochen des Hoffens und Bangens atmet S04-Sportvorstand Jochen Schneider tief durch. Das düsterste Szenario namens 'Saison-Abbruch' mit all seinen, teils unabsehbaren Folgen ist zunächst vom Tisch. Ab dem kommenden Wochenende rollt der Ball wieder in der Fußball-Bundesliga. Die Existenz des Gelsenkirchener Traditionsklubs scheint gesichert. Die Folgen des Coronavirus sind dennoch einschneidend und werden wohl langfristig zum Umdenken im Profi-Fußball führen - auch bei den Knappen.

Denn: Schalke 04 trifft die Corona-Krise "vielleicht ein bisschen mehr als andere Vereine", gab Schneider offen zu. Zuletzt hatte der eingetragene Verein in seiner Konzern-Jahresbilanz 2019 einen Fehlbetrag von mehr als 26 Millionen Euro ausgewiesen, unabhängig von der Corona-Pandemie. "Es ist ja bekannt, dass Schalke mit einigen Vorerkrankungen in die Krise gegangen ist", spielte Schneider auf die Verbindlichkeiten an, die bei rund 197 Millionen Euro liegen sollen. Einen Transfer-Hammer wird es im Sommer wohl nicht geben. S04 scheint auf den Nachwuchs zu setzen - und bei einem Zweitligisten möglicherweise fündig geworden sein.

Schalke 04: Jobst und Schneider über Ausgliederung und "richtige Schlüsse"

Mitleid wäre allerdings fehl am Platz. Denn, wie Schneider betonte, leide nicht nur der FC Schalke 04 unter den Folgen des Coronavirus, sondern "die ganze Bundesliga ist betroffen, wie auch viele andere Industriezweige", verbildlichte der 49-Jährige die Konsequenzen des wochenlangen Stillstands.

Nach dem Revierderby gegen Borussia Dortmund nächsten Samstag, welches im Free-TV übertragen wird, warten noch acht weitere Bundesliga-Spieltage auf Königsblau und damit einhergehend das Rennen um die europäischen Plätze. Ein mögliches Erreichen dessen schließt jedoch eines nicht aus: Die Branche Profi-Fußball müsse sich hinterfragen und "aus der Krise die richtigen Schlüsse ziehen", so Schneider. Das gilt wohl auch für Schalke 04 und seine Struktur als noch immer eingetragener Verein.

Coronavirus: Ausgliederung per Mausklick bei Schalke 04?

Das bei den S04-Fans umstrittene Thema 'Ausgliederung' geistert noch immer über Gelsenkirchen. Es wäre der potenzielle Ausweg aus finanziellen Nöten, würde Schalke 04 den Weg frei für Investoren machen. "Es widerspricht jeglicher Verantwortung unsererseits, die Corona-Krise und unsere wirtschaftliche Situation kurzfristig mit diesem Thema zu verknüpfen", warnt Schalkes Marketing-Vorstand Alexander Jobst im Gespräch mit der WAZ vor einer direkten Verbindung einer Ausgliederung mit der aktuellen Situation.

Am 7. Juli sollte ursprünglich die Schalker Mitgliederversammlung stattfinden. Anhängerzahlen in fünfstelliger Höhe wurden dazu erwartet. Großveranstaltungen sind aufgrund des Coronavirus bis zum 31. August untersagt. Nach Informationen der WAZ plant S04 deshalb, die Mitgliederversammlung virtuell abzuhalten. Entscheiden dann die Schalke-Fans per Mausklick über eine Ausgliederung ihres Vereins, um Leistungsträger wie Suat Serdar und Weston McKennie langfristig halten zu können?

Noch könne sich S04 durch ein "umfangreiches Maßnahmepaket" und dank der Wiederaufnahme des Spielbetriebs über Wasser halten. Anschließend soll Klarheit über die Auswirkungen der Corona-Pandemie geschaffen und langfristig geplant werden. "Wir sind gut beraten in dieser außergewöhnlichen Zeit Entscheidungen auf Sicht zu treffen“, so Jobst. "Es ist das Selbstverständnis unserer Verantwortung, an einer erfolgreichen Zukunft für Schalke 04 zu arbeiten."

Rubriklistenbild: © dpa / picture alliance

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