Interview vor Bayern-Spiel

Tönnies zum Rassismus-Skandal: "Falsch verstanden worden"

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Clemens Tönnies, Chef des Aufsichtsrats des FC Schalke, hat sich nach einem halben Jahr zum Rassismus-Skandal geäußert. Die Schalke-Fans sind geschockt.

Clemens Tönnies nimmt vor dem Spiel des FC Schalke beim FC Bayern München zum Rassismus-Skandal Stellung: Er sei falsch verstanden worden.

München - Clemens Tönnies hat sich erstmals wieder in der Öffentlichkeit zu Wort gemeldet. Der Chef des Aufsichtsrates des FC Schalk e nahm im Interview mit Sky vor dem Spiel FC Schalke beim FC Bayern München Stellung zum Rassismus-Skandal. Seine Aussagen schockieren viele Schalke-Fans.

Im Sommer hatte der Aufsichtsrats-Vorsitzende FC Schalke auf dem „Tag des Handwerks“ in Paderborn eine umstrittene Rede gehalten. Tönnies nahm Stellung zum Thema „Unternehmertum mit Verantwortung – Wege in die Zukunft der Lebensmittelerzeugung“. Im Rahmen seines Vortrages empfahl der Schalke-Boss mit globalem Blick die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika und sagte: „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren.“

Für diese Aussage erntete Tönnies an den folgenden Tagen viel Kritik.

Dem Schalke-Boss wurde Rassismus vorgeworfen

. Tönnies und der FC Schalke zogen am Ende Konsequenzen: Clemens Tönnies vom FC Schalke 04

ließ sein Amt drei Monate ruhen

und verzichtete in dieser Zeit auf Stadionbesuche.

Tönnies zum Rassismus-Skandal auf Schalke: "Falsch verstanden worden"

Nun hat sich Tönnies vor dem Spiel des FC Schalke in München mit einem halben Jahr Abstand geäußert. Seine Aussagen klangen allerdings wenig selbstkritisch. Er habe es nur gut gemeint, sagte Tönnies im Gespräch. Und weiter: Er sei missverstanden worden. Afrika sei ein "Traumkontinent", so Tönnies. Sky-Experte Lothar Matthäus pflichtete ihm bei: Er habe sich entschuldigt und damit sei es erledigt.

Für das Schalker Fans ist der Rassismus-Skandal aber noch lange nicht vergessen. Die Reaktionen im Netz sind deutlich. "Zweites Rückrundenspiel hat noch nichtmal angefangen und ich schäme mich schon wieder für meinen Verein", schreibt eine Schalke-Anhängerin unter dem Hashtag #toennies. 

"Ein Hauptaspekt vom Alltagsrassismus ist ja gerade, dass es meist eigentlich gut gemeint ist", schreibt ein anderer Schalke-Fans. "Auswirkungen sind trotzdem da. Das Kernproblem ist allerdings sowas auch nach Monaten noch mit 'ich bin missverstanden worden' wegwischen zu wollen."

Andere User auf Twitter werden noch deutlicher und werfen Tönnies weiter Rassismus vor. 

Schon früh geriet der FC Schalke beim FC Bayern in Rückstand. Torwart Schubert verschätzte sich bei einer Flanke - damit nimmt die Torwartdiskussion auf Schalke wieder Fahrt auf.

Wir haben wir im Live-Ticker vom Spiel des FC Schalke beim FC Bayern München berichtet.

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