Buhmann im gelben Trikot

Peter Sippel Schalkes Kyriakos Papadopoulos Raul
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Nicht gerade ein beliebter Mann: Peter Sippel wird von Schalkes Kyriakos Papadopoulos und Raul bedrängt.

GELSENKIRCHEN - Die anwesenden Schiedsrichter hatten es am Samstagabend in der Schalker Arena nicht leicht: Während Spielleiter Peter Sippel mit vielen Pfiffen bedacht wurde, wurde der Ex-Schiri und jetzige TV-Experte Markus Merk von den Rängen aus mit Bierbechern beworfen. Nach Ansicht der Schalker Fans mit gutem Recht.

Von Jens Greinke

Die Begegnung zwischen dem vermeintlichen Spitzenteam aus Gelsenkirchen und dem bereits als Abstiegskandidat titulierten 1. FC Kaiserslautern hielt nicht, was sie versprach. Der unerwartete 2:1 (1:0)-Sieg der Pfälzer war einerseits hochverdient, andererseits aber auch tatkräftig von Schiedsrichter Peter Sippel mitgestaltet worden. Der Münchner Unparteiische hatte bereits nach 26 Minuten Schalke-Keeper Ralf Fährmann nach einer angeblichen Notbremse gegen Dorge Kouemaha vom Platz gestellt und seinen ersten Strafstoß verhängt, den der starke Christian Tiffert zur Führung nutzte (30.). „Natürlich kann man den Elfmeter pfeifen, aber ihn doppelt zu bestrafen, hat wenig Fingerspitzengefühl“, knurrte Schalke-Trainer Huub Stevens, der nach seiner Neueinstellung in Schalke seine erste Niederlage wegstecken musste. Dass Sippel in der 60. Minute den Lauterer Rodnei nach einem leichten Halten gegen Juan Manuel Jurado ebenfalls vom Platz stellte und einen weiteren Elfmeter verhängte, konnte die Richtung, die diese Partie bereits eingeschlagen hatte, nicht mehr ändern. Zwar glich Klaas-Jan Huntelaar zum 1:1 aus, doch sicherten sich die konterstarken Gäste durch einen herrlichen Kopfball von Kouemaha (72.) schließlich den verdienten Sieg. Für seinen zweiten Platzverweis hatte Sippel noch mehr Kritik einstecken müssen. „In der zweiten Halbzeit war es noch lächerlicher, einen Elfmeter zu pfeifen und Rot zu geben“, sagte Stevens. Und sein Gegenüber Marco Kurz meinte: „Auch der Schiedsrichter konnte uns heute nicht stoppen.“ Sogar Markus Merk, der von vielen Schalker Fans immer noch für die verpasste Meisterschaft von 2001 verantwortlich gemacht wird, übte Kritik an Sippel: „Er hatte insgesamt große Probleme mit der Spielleitung.“ Merk hatte vor zehn Jahren in der Nachspielzeit der Partie Hamburger SV gegen Bayern München auf Freistoß entschieden, den der Rekordmeister zum 1:1-Ausgleich genutzt hatte. Durch diesen Treffer war den Schalkern die schon sicher geglaubte Meisterschaft noch aus den Händen geglitten. Ein Trauma, das bis heute nachwirkt. Die Gelsenkirchener Polizei hat mittlerweile drei der Bierbecher-Werfer dingfest machen können, sie erwartet nun ein Ermittlungsverfahren wegen versuchter, gefährlicher Körperverletzung.

Der Ärger auf Schalker Seite bezog sich später allerdings nicht nur auf den Schiedsrichter. „Ich habe zwei Stunden vor dem Spiel viele Leute getroffen, die gesagt haben, heute werden wir Tabellen-Zweiter“, erzählte Schalke-Manager Horst Heldt und hatte offenbar auch in der Mannschaft eine ähnliche Überheblichkeit gewittert. „Aber auch für uns ist nichts selbstverständlich“, so Heldt: „Die Niederlage war unnötig.“

Zu allem Überfluss stellte sich bei einer Untersuchung am Sonntag auch noch heraus, dass sich Ralf Fährmann bei dem Zweikampf mit Dorge Kouemaha eine Verletzung zugezogen hat. Der 23-Jährige Keeper erlitt laut Mannschaftsarzt Dr. Thorsten Rarreck eine Bänderruptur im linken Knie und wird den Königsblauen mehrere Wochen fehlen. Somit wird sowohl am Donnerstag im Europa-Leauge-Spiel gegen Larnaca auf Zypern als auch am kommenden Sonntag beim Auswärtsspiel in Leverkusen Ersatzkeeper Lars Unnerstall das Tor hüten. Unnerstall war am Samstag nach der Roten Karte gegen Fährmann eingewechselt worden und hatte sein Bundesliga-Debüt gefeiert.

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