Breitenreiter-Team strebt sechsten Sieg in Folge an

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Schalke-Trainer André Breitenreiter

Gelsenkirchen - Während draußen in der mal wieder nicht zu kontrollierenden Medienwelt der Hype um Schalkes junge Himmelsstürmer wie beispielsweise Leroy Sané immer irrwitzigere Züge annimmt, versuchen die Schalker selbst, ein gesundes Gegengewicht zu bilden.

„Viel wichtiger als das, was draußen passiert, ist das Innenverhältnis zwischen Verein, Trainer und Spielern. Und das ist intakt und gut“, sagt Schalkes Manager Horst Heldt.

Die Schalker befinden sich nach fünf Pflichtspiel-Erfolgen nacheinander gerade auf einer Wolke der Glückseligkeit. Nach der vielen Prügel, die Verein und Mannschaft in der vergangenen Saison hatte einstecken müssen, muss dies geradezu ein Gefühl sein, als genieße der gesamte Klub einen wohltuenden Kur-Aufenthalt in einem exklusiven Sanatorium. Am Donnerstag könnte der sechste Sieg in Folge glücken, wenn es in der eigenen Arena in der Europa League gegen den griechischen Vertreter Asteras Tripolis geht (19.05 Uhr/live auf Sky). Die Chance dazu stehen nicht schlecht.

Der Neuzugang Sascha Riether soll als erfahrener Spieler für ein geerdetes Klima in der Mannschaft sorgen.

Und damit auch die Möglichkeit, dass sich der Hype noch weiter verstärkt. Neben Trainer André Breitenreiter („Wir bleiben weiter bescheiden und auf dem Teppich“) sind es derzeit vor allem die erfahrenen Spieler, die für ein einigermaßen geerdetes Binnenklima sorgen. Der mittlerweile 32-jährige Sascha Riether sagt sogar: „Das war auch mit ein Grund dafür, warum man mich nach Schalke geholt hat.“ Das löst zwar ein kleines Lächeln bei Horst Heldt aus, der ironisch anmerkt: „Ein bisschen Fußball spielen soll er ja auch.“ Doch dürfte ein Spieler wie Riether tatsächlich ausgleichend auf die Balance innerhalb der Mannschaft wirken. „Wir Älteren sind dazu da, mal die ein oder andere Frage zu beantworten. Oder auch mal zu sagen: Hier ist jetzt mal Schluss“, sagt der Ex-Wolfsburger, der im Sommer vom SC Freiburg nach Gelsenkirchen gewechselt war. „Wir haben Klasse-Führungsspieler. Das ist auch einer der Schlüssel dafür, dass sich die Jungs so fokussieren“, glaubt auch Breitenreiter.

So besteht offenbar keine große Gefahr, dass die Schalker im zweiten Gruppenspiel der Europa League den vermeintlich kleinen Gegner aus Griechenland unterschätzen. „Wir haben derzeit eine klasse Serie und stecken voller Selbstvertrauen. Und diesen Weg wollen wir weitergehen“, sagt Breitenreiter: „Wir verhalten uns alle ganz normal und genießen den Augenblick“, meint der Schalker Coach, der seine Profis ausdrücklich vor Tripolis gewarnt hat: „Es wird nicht das Spiel werden, das viele erwarten: Dass wir Tripolis aus dem Stadion schießen. Es ist ein sehr gefährlicher Gegner.“

Die Partie aus der Ferne beobachten muss Marco Höger. Der Mittelfeldspieler wurde gestern an seinem angerissenen Kreuzband operiert und wird monatelang ausfallen. „Wir haben Marco angeboten, seinen Vertrag um ein Jahr bis Sommer 2017 zu verlängern“, sagt Heldt: „Er hat für den Verein schließlich die Knochen hingehalten. Wir wollen ihm damit die Sicherheit geben, in Ruhe wieder gesund zu werden.“ Auch diese Geste dürfte das derzeit wo wohlige Gefühl auf Schalke weiter verstärken.

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