Sorge um die Gesundheit

Viele Fragen für den Schalker "Princen"

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Kevin-Prince Boateng gehen derzeit viele Dinge durch den Kopf.

DOHA - Kevin-Prince Boateng gehen derzeit viele Dinge durch den Kopf. Eine der einfacheren Fragen ist dabei, in welcher Farbe er das Kinderzimmer seines zweiten Kindes streichen soll. „Das wird natürlich blau-weiß“, sagt der 26-Jährige, der kurz vor Weihnachten froh verkündet hatte, dass seine Freundin Melissa schwanger ist.

Von Jens Greinke

Aus beruflicher Sicht dürfte es für den „Princen“, wie sie ihn auf Schalke nennen, in den kommenden Monaten etwas diffiziler werden.

Nach der sehr durchwachsenen Hinrunde haben die Schalker ihr Saisonziel zwar noch nicht aus den Augen verloren, doch wird es einer enormen Anstrengung bedürfen, letztlich mindestens den vierten Platz zu erreichen. Zudem verläuft das Trainingslager in Katar alles andere als ideal. Viele wichtige Spieler fehlen, Neuzugang Jan Kirchhoff reiste am Dienstag mit einem Bänderanriss vorzeitig nach Hause und wird in den nächsten Tagen einen Gips tragen. Und Boateng selbst muss sich weiter um die eigene Gesundheit sorgen. Sein linkes Knie sorgt dafür, dass er regelmäßig von einem Spezialistenteam aus München betreut werden muss, das seine Körperstatik regelmäßig neu einstellt. Weshalb die Schalker extra den Physiotherapeuten Bernd Fischer einfliegen ließen, der Boateng in Doha täglich behandelt. Und sagt: „Eine Heilungsprognose für die Zukunft abzugeben, fällt schwer.“

Boateng ist sich dennoch sicher, dass die Schalker ihre anvisierten Ziele erreichen werden. „Das Wichtigste ist, dass wir nicht mehr so viele Tore fressen“, sagt der ghanaische Nationalspieler, weshalb man im Trainingslager in Katar auch „viel an der Defensive“ arbeite. „Vorne sind wir stark genug“, glaubt der ehemalige Mailänder, der auch große Hoffnung auf die Rückkehr von Torjäger Klaas-Jan Huntelaar setzt: „Wir wissen alle, was der ,Hunter‘ kann. Wenn er zurück ist, sind wir vorne noch gefährlicher.“ In Verbindung mit der Schalker Offensivabteilung im Mittelfeld mit Julian Draxler, Max Meyer, Jefferson Farfan und ihm selbst sieht Boateng ein Schalker Ensemble, „das sicherlich Angst verbreiten kann“.

Insbesondere Schalkes Riesentalente Draxler und Meyer haben es ihm angetan. „Das sind die besten Spieler in diesem Alter, mit denen ich bislang zusammengespielt habe“, sagt der Deutsch-Ghanaer. Zu Meyer hat Boateng innerhalb eines halben Jahres eine geradezu familiäre Beziehung aufgebaut. Während Meyer Boateng mit einem „großen Bruder“ vergleicht, sagt dieser selbst: „Ich sehe in ihm all das, was ich selbst hätte sein sollen in diesem Alter. Er konzentriert sich auf seine Arbeit und hat früh gelernt, auch einfach mal ein Wort wegzulassen.“ Eine Eigenschaft, die Boateng in jungen Jahren fehlte, weshalb ihm schnell der Ruf des Ghetto-Boys oder Enfant terribles anhaftete. Mittlerweile ist Boateng gereift. Sein Auftreten in der Öffentlichkeit ist hoch professionell, er ist schlagfertig und hat gelernt, sich auszudrücken. Und all das, ohne angepasst zu wirken. Er bleibt weiter ein „cooler Hund“.

Und er bleibt angstfrei. Trotz aller Probleme müsse die Mannschaft „keine Furcht vor der Rückrunde haben“. Als größten Konkurrenten um die Qualifikation für die Champions League sieht Boateng nicht Dortmund, Wolfsburg, Mönchengladbach oder Hertha, sondern: „Uns selbst.“

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