Mit Moskau in der Arena

Höwedes' verspäteter Schalke-Abschied: "Das hat wehgetan"

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Bewegender Moment: Benedikt Höwedes verabschiedete sich bei den Schalker Fans.

Benedikt Höwedes kehrte mit Lok Moskau zurück in sein Wohnzimmer auf Schalke. Er verabschiedet sich spät von den Fans - mit Emotionen, versteht sich.

Gelsenkirchen - Der Gang vor die Nordkurve war für Benedikt Höwedes kein gänzlich unbekannter. Und dennoch war es diesmal anders als sonst.

Der 30-Jährige stellte sich vor die Fans von Schalke 04. Blieb dort einige Minuten stehen. Ließ sich mit Sprechhören feiern. "Blau und weiß ein Leben lang", sagen die Anhänger. Dazu ein Transparent mit der Aufschrift: "Benny, blaues Blut bleibt. Für immer einer von uns!“

Höwedes wischte sich die Tränen aus dem Gesicht, als er unter dem Applaus der Schalker Fans ein letztes Mal eine Ehrenrunde in "seinem" Wohnzimmer drehte.

"Gänsehaut, ich hatte Tränen in den Augen", gestand der langjährige Kapitän der Königsblauen nach dem emotionalen Abschied von seinem Herzensklub. "Ich habe so viele schöne Momente in diesem Stadion geteilt, auch schwierige. Und da ist man trotzdem immer gemeinsam durchgegangen. Wahrscheinlich war es das letzte Mal, dass ich da unten auf dem Platz stand. Das hat schon wehgetan."

"Du bleibst ein Schalker Junge"

Die Tatsache, dass Höwedes dort im roten Trikot stand, nachdem er mit seinem aktuellen Klub Lokomotive Moskau das letzte Gruppenspiel der Champions-League-Gruppenphase durch ein spätes Tor von Alessandro Schöpf in der Nachspielzeit mit 0:1 verloren und damit zumindest das Überwintern in der Europa League verpasst hatte, geriet dabei fast schon zur Nebensache.

Jefferson Farfan (Zweiter von links) und Benedikt Höwedes (Dritter von links) wurden nun offiziell auf Schalke verabschiedet.

Das etwas verspätete "Auf Wiedersehen" der langjährigen Schalker Identifikationsfigur stand dabei im Vordergrund. "Ich hätte mich gern mit einem Sieg verabschiedet. Das ist ein bisschen schade. Aber uns fehlten ein wenig der Mut und das letzte Risiko", sagte Höwedes, der vor der Partie ebenso wie der Ex-Schalker Jefferson Farfán mit einer Bildcollage und einem Blumenstrauß offiziell von den Königsblauen verabschiedet worden war. "Du bleibst ein Schalker Junge", sagte Aufsichtsrat-Boss Clemens Tönnies zu Höwedes.

Höwedes freut sich auf Sohn Bas Antonius

16 Jahre lang trug der gebürtige Halterner das Trikot der Königsblauen, ehe er im Sommer 2017 vom damals neuen Chefcoach Domenico Tedesco ausgemustert wurde und nach einem einjährigem Intermezzo bei Juventus Turin in Moskau anheuerte.

"Ich bin ja so weit weg gegangen, dass ich dachte, ich würde gar nicht mehr gegen Schalke auflaufen - und dann spielst du in der Champions League Champions League plötzlich doch gegen Schalke", meinte Höwedes: "Verrückter hätte es eigentlich gar nicht laufen können."

Last-Minute-Sieg bei Höwedes-Rückkehr: Schalke 1:0 gegen Lok Moskau

Nach der Partie in Gelsenkirchen hatte Höwedes dabei den kürzesten Heimweg seiner Kollegen: In Russland beginnt bereits die Winterpause, der 30-Jährige bleibt in der Heimat und freut sich auf seine Familie - insbesondere auf seinen erst vor einigen Wochen geborenen Sohn Bas Antonius, den er bisher nur sporadisch zu sehen bekam.

Ungewohntes Gefühl - auch für Fährmann

"Er wächst und gedeiht. Ich möchte so wenig wie möglich von seiner Entwicklung verpassen. Jetzt freue ich mich auf den Urlaub", sagte Höwedes: "Ich muss ja nur 20 Minuten mit dem Auto fahren. Ich habe wohl den kürzesten Heimweg."

Dennoch war es für viele in der Arena wohl ein seltsamer Anblick, Höwedes in Rot statt in Königsblau zu sehen. Das ging Ralf Fährmann nicht anders. "Es war schon ein komisches Gefühl, ihn im rotem Trikot zu sehen", gab Schalkes Torhüter zu. "Aber es ist klasse, wie ihn die Fans empfangen und gefeiert haben. Das gebührt ihm auch."

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