Nach vier Niederlagen in Folge

Bedrückende Erinnerungen beim FC Schalke 04 vor Spiel in Freiburg

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Erwin hört mit: Schalkes Maskottchen im Mannschaftskreis nach der 0:2-Niederlage gegen die Bayern.

Im Auswärtsspiel beim SC Freiburg am Dienstag droht dem FC Schalke 04 die Einstellung eines traurigen Startrekordes.

Gelsenkirchen - Clemens Tönnies ist bei Imitatoren und Kabarettisten aufgrund seines beizeiten hemdsärmeligen Auftretens ein beliebtes Vorbild für Persiflagen. Die besten Witze reißt der Schalker Aufsichtsratschef aber meist selbst. Als der FC Schalke 04 gegen Borussia Mönchengladbach seine dritte Niederlage in Folge kassiert hatte, meinte der 62-Jährige zu Cheftrainer Domenico Tedesco mit dem Galgenhumor des Großmetzgers: „Zwei hast du noch frei.“

Tönnies spielte damit auf den katastrophalen Saisonstart von Tedescos Vorgänger Markus Weinzierl an, der zwei Jahre zuvor mit fünf Niederlagen in die Saison gestartet war und damit schließlich den Anfang vom Ende seiner Schalker Trainerkarriere eingeläutet hatte. Wo anderen Arbeitnehmern das Lachen wahrscheinlich im Halse stecken bleiben dürfte, nahm es Tedesco noch recht locker. Wie auch Sportvorstand Christian Heidel: „Wenn Tönnies das im Witz loslässt, dann fassen wir das auch so auf, weil es so gemeint war.“

Tönnies hat seinen Humor noch nicht verloren

Seit Samstag hat Tedesco nur noch „einen“ frei. Nach dem unter dem Strich unvermeidlichen 0:2 im Heimspiel gegen den FC Bayern München müssen die Schalker am Dienstag (20.30 Uhr/bei uns im Liveticker) beim SC Freiburg antreten. Und liefern. Nicht nur wegen des Ultimatums von Tönnies. „Vier Niederlagen am Stück tun weh. Die Situation ist negativ, logisch“, sagte Tedesco am Montag. Im Falle einer weiteren Pleite dürfte der 33-Jährige nicht nur bei Tönnies, sondern auch bei vielen Fans in den Dispositionskredit rutschen. Denn eine Saison wie die vor zwei Jahren, in der die Schalker monatelang der Musik hinterher hechelten und die letztlich auf dem belanglosen zehnten Rang abgeschlossen wurde, die möchte niemand mehr erleben, der irgendwelche Sympathien für Königsblau hegt.

Heidel: "Es fühlt sich nicht gut an"

Auch Heidel kann sich noch gut an die bedrückende Situation von damals erinnern. „Es fühlte sich nicht gut an. Und ich fühle mich auch jetzt nicht gut, das ist doch klar“, meint der 55-Jährige angesichts der überraschenden Krise das Vizemeisters. Deshalb dürfte der erste „Dreier“ in dieser Saison auch gut für das Nervenkostüm des Sportvorstandes sein. Von einem richtungweisenden Partie möchte Heidel dennoch nicht reden. „Richtungsweisend ist das Spiel dann, wenn wir gewinnen. Dann geht es nach oben.“ Tedesco gibt sich trotz vieler aktueller Baustellen optimistisch. „Die Tabelle wird in zwei, drei Wochen wieder anders aussehen. Das geht dann zügig“, vertreibt der 33-Jährige dunkle Vorahnungen. Außerdem sieht der Cheftrainer trotz des anhaltenden Misserfolges eine klare Trendwende zum Guten: „Wir sind trotz der Ergebnisse der Meinung, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Zwischen der Auftaktniederlage gegen Hertha BSC und den Spielen gegen den FC Porto (Anm. der Redaktion: 1:1-Remis in der Champions League) und den Bayern liegen Welten.“

Strafe für Di Santo angekündigt

Franco Di Santo dürfte nach seinem Arroganz-Anfall am Samstag erst einmal nicht mithelfen dürfen, „den Bock umzustoßen“, wie es Heidel formuliert. Der Argentinier, der sich bei Tedesco für jedermann sichtbar über seine Auswechslung beschwert hatte, erhielt nicht nur eine sofortige Standpauke vom Trainer, sondern wird auch intern mit Sanktionen rechnen müssen. „Es wird sicher etwas geben, davon können Sie zu 100 Prozent ausgehen“, sagte Tedesco.

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