Derby auf Schalke

Aufgestellte Nackenhaare: Wagner kann den BVB tief in die Krise stürzen

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David Wagner ist seit Sommer 2019 Trainer auf Schalke.

In Dortmund war David Wagner anfangs immer "der Schalker". Im Derby am Samstag kann er den BVB mit Schalke 04 tief in die Krise stürzen.

Gelsenkirchen - Das Derby-Fieber schüttelt David Wagner seit Tagen durch. "Ich muss aufpassen, dass sich mir nicht die Nackenhaare aufstellen, wenn ich nur darüber rede", sagte der Trainer von Schalke 04 im SID-Interview: "Ich muss mal gucken, wie ich uns alle runterkriege."

Der Mann, der Schalke derzeit wiedererweckt, ist so emotional, weil er beide Extreme des Fußballs im Revier bestens kennt. 1997 gehörte er in blau-weiß zu den Eurofightern, die den UEFA-Cup gewannen. 2011 holte ihn sein Freund Jürgen Klopp für vier Jahre zu den Schwarz-Gelben - als Trainer der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund.

"Die Dortmunder haben mich damals - die ersten sechs Monate oder vielleicht noch länger - 'Schalker' gerufen", berichtet Wagner, den Namen legte er erst mit dem Aufstieg ab. Aber: "Ich habe als Trainer der zweiten Mannschaft alle meine Derbys gewonnen, einmal hier auswärts 4:0, einmal zu Hause 2:1."

Nur sieben Derby-Minuten als Schalker Profi

Beste Voraussetzungen also, um diesmal wieder als Schalker am Samstag (15.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker sowie live im TV) den BVB zu ärgern. Da besteht durchaus Nachholbedarf: Als Schalker Profi brachte er es 1996 bei seinem einzigen Derby-Einsatz auf ganze sieben ereignisarme Minuten. Das Spiel endete 0:0.

Wagners Einfluss als Schalke-Trainer erscheint jetzt schon wichtiger als jener, den er einst als Spieler hatte. In gut 100 Tagen als Chefcoach hat er eine total verunsicherte Mannschaft aufgepäppelt, Transferflops wie Amine Harit in Leistungsträger verwandelt, den Beinahe-Absteiger mit jenem Vollgas-Fußball, den er von Klopp in Dortmund und Ralf Rangnick in Hoffenheim lernte, zum Beinahe-Tabellenführer geformt. Ein 0:2 in Hoffenheim am Wochenende verhinderte den Sprung an die Spitze. Dennoch: Schalke lebt!

Wagner will sich der neuen Euphorie im Verein aber nicht hingeben. Die Rückkehr in den Europapokal, sagt der 48-Jährige vor dem 176. Revierderby, sei für Schalke in dieser Saison "im Prinzip unmöglich".

Wagner: Das hat Schalke in den letzten Jahren nicht hinbekommen - der BVB schon

Dies allerdings hätten Experten auch über Wagners sensationellen Aufstieg in die Premier League mit dem englischen Außenseiter Huddersfield Town gesagt. Für Vergleiche ist es dem Trainer zu früh: "Man schnippt nicht einmal mit dem Finger, und die Geschichte passiert noch mal."

David Wagner weiß schließlich, dass er sich nicht den ruhigsten aller deutschen Vereine ausgesucht hat. "Konstanz auf führenden, den Verein entwickelnden Positionen" sei das, was der BVB den Königsblauen derzeit noch voraus habe, sagte er. "Das hat Schalke in den letzten Jahren leider nicht hinbekommen."

Konstanz basiert meist auf Erfolg - insofern kann Wagner selbst ein wenig daran schrauben, dass sich das ändert. Zudem kann er an den Grundfesten der Dortmunder rütteln: Eine Pleite auf Schalke würde den BVB-Trainer Lucien Favre in arge Bedrängnis bringen und jene Unruhe auslösen, die es sonst meist in Gelsenkirchen gibt. Das ist eben: Derby-Fieber.

sid

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