Watzkes Lob für Ralf Fährmann

"Das war ja noch besser als Neuer vor ein paar Jahren“

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Schalkes Torwart Ralf Fährmann hechtet zum Ball.

DORTMUND - Das Treppenhaus, das im Dortmunder Stadion vom Spielfeldrand hoch in den Kabinentrakt führt, ist relativ eng, weshalb sich auch die schärfsten Rivalen sehr nahe kommen. So erklomm Ralf Fährmann gemeinsam mit Hans-Joachim Watzke die Stufen, als sich der BVB-Chef umdrehte und zum Schalker Keeper sagte: „Mannomann! Das war ja noch besser als der Neuer vor ein paar Jahren.“

Von Jens Greinke

Vergleiche mit National- und Welt-Torhüter Manuel Neuer sind für Ralf Fährmann in den zurück liegenden Wochen nichts Neues, doch dass der 25-Jährige nun sogar schon als besser eingeschätzt wird als sein Vorgänger im Schalker Tor, ist dann doch eine andere Dimension.

"Nachschlag" für Rafinha

Der FC Schalke 04 wartet seit fast vier Jahren auf einen Großteil der Ablösesumme für Rafinha. Die Königsblauen hatten den brasilianischen Außenverteidiger, der mittlerweile beim FC Bayern München spielt, 2010 an den FC Genua transferiert.

Fast vier Jahre danach muss Genua rund 4,4 Millionen Euro zahlen. Dies entschied der Internationale Sportgerichtshof (CAS). Bisher hat der Tabellen-12. der Serie A Schalke nur 500.000 Euro überwiesen. Der CAS bestätigte laut die Zahlungspflicht Genuas, im schlimmsten Fall drohe ein Zwangsabstieg. - WA

Fährmann selbst wehrte diese Komplimente ab wie die gefährlichsten und heimtückischsten Torschüsse und sagte: „Ich habe momentan das Quäntchen Glück.“ Wer seine jüngsten Paraden, die er nun beim 0:0 im Revierderby zeigte, allerdings näher betrachtete, konnte eindeutig Fährmanns riesiges Talent erkennen.

Weder der ansonsten unfehlbare Robert Lewandowski (67.) noch der listige Henrikh Mkhitaryan (30.) noch der hochbegabte Marco Reus (45.) hatten den Schalker Keeper am Dienstagabend bezwingen können. Und Schalkes Manager Horst Heldt befand zurecht: „Wir haben heute einen Weltklasse-Torhüter gehabt.“

Man hätte Heldt korrigieren können, denn die Schalker hatten nicht nur am Dienstag einen Weltklasse-Torhüter. Fährmann liefert seit über zwei Monaten fantastische Leistungen ab, die eine der Grundlagen für den momentanen Schalker Erfolg sind. Nach den Bayern bleiben die Blauweißen die beste Bundesliga-Mannschaft in 2014.

Auf die Frage, ob es nicht geradezu zwingend notwendig sei, Fährmanns 2015 auslaufenden Kontrakt in einen Rentenvertrag umzuwandeln, sagte Heldt: „Das werden wir in aller Ruhe zur gegebenen Zeit angehen.“

Dass es im Derby für die Schalker nicht dazu gereicht hat, Borussia Dortmund auf Rang zwei abzulösen, wurde von Heldt als relativ irrelevant eingestuft. Nicht, weil auch der dritte Rang zur direkten Champions-League-Qualifikation ausreicht, sondern: „Am 34. Spieltag ist es wichtig, wo wir stehen. Und ich denke, andere Klubs haben noch ein recht hartes Restprogramm“, sagte Heldt und ergänzte verschmitzt: „Ich hoffe, dass die Bayern an ihrem Ziel festhalten, jedes Spiel in dieser Saison zu gewinnen.“

Auch der BVB muss noch gegen den Rekordmeister antreten. Trotz des hervorragenden Laufs plagen die Schalker extreme Personalsorgen. Zu den zehn Verletzten kam am Dienstag noch eine Gelbsperre für Kevin-Prince Boateng hinzu, der somit morgen im Heimspiel gegen Hertha BSC ausfällt. „Das tut schon sehr weh“, sagte der 27-Jährige, der selbst einmal das Trikot der Hertha getragen hatte. „Jetzt liegt es wieder am Trainer, etwas aus dem Hut zu zaubern“, so Boateng weiter.

Das 144. Revierderby in Bilder

Borussia Dortmund gegen den FC Schalke 04

Doch trotz des enormen Reservoirs im Jugendbereich wird es auch für Jens Keller langsam schwer, Alternativen für die vielen Ausfälle zu finden. Zumal das straffe Programm der vergangenen Wochen bei den Schalker Talenten langsam deutliche Spuren hinterlässt.

Kaan Ayhan zum Beispiel, der laut Trainer Jens Keller in Dortmund „äußerst cool“ als Innenverteidiger agiert hatte, schleppte sich mit einer Muskelverhärtung aus der Kabine. Doch schlapp machen gilt für den 19-Jährigen nicht: „Ich habe erst drei Spiele über 90 Minute gemacht, soviel ist das doch auch nicht.“

Jens Keller bestätigt Interesse an Firminho

SchalkesTrainer Jens Keller hat bestätigt, Interesse an Hoffenheims Spielmacher Roberto Firminho zu haben. "Roberto Firminho ist ein guter Spieler, der uns weiterhelfen könnte. Er hat eine hohe Qualität. Für uns wäre er sicher interessant", sagte der Coach. Außerdem wolle Schalke alle Spieler mit langfristigen Verträgen halten. "Ich plane mit allen und möchte auch keinen dieser Spieler abgeben", sagte Keller. - dpa

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