Alexander Jobst ist der Schalker Netzwerker

Die beiden Schalker Vorstandsmitglieder Alexander Jobst (links) und Horst Heldt. ▪

DOHA ▪ Als Alexander Jobst Schalkes Superstar Raúl kürzlich als Dolmetscher zur Pressekonferenz begleitete, fiel der Blick des Vorstandsmitgliedes zunächst auf die Sponsorenwand. Hinter dem Pressepult prangten dort erstmals neben den Logos von Sportartikel-Herstellern, Auto-Produzenten oder Versicherungen die Embleme der „Aspire Excellence Academy“. Ab sofort ein enger Partner des FC Schalke 04.

Das Trainingslager in Katar ist der erste öffentliche Coup des 38-jährigen Jobst, der seit September 2011 im Vorstands-Trio für das Marketing verantwortlich ist. Auf die Frage, ob die Schalker auf Einladung nach Doha gekommen sind, sagt Jobst: „Wenn Sie so direkt fragen, ja.“ Das Trainingslager wird gesponsert von der „Aspire Academy“. Dabei ist es nicht so, dass auf der Schalker Geschäftsstelle die Einladung wie in den Märchen aus 1001 Nacht eingetrudelt wäre. „Wir haben selbst die Initiative ergriffen“, sagt Jobst. Durch seine Zeit beim Fußball-Weltverband Fifa, wo er zwischen 2008 und 2011 für die internationale Vermarktung im Bereich Sponsoring und Lizenzen tätig war, ist er bestens vernetzt, eben auch im Mittleren Osten. Vor seinem Engagement bei der Fifa war Jobst zwischen 2005 und 2008 bei Real Madrid als Marketing-Chef tätig. Dort lernte er auch sein ausgezeichnetes Spanisch. Jobst hat maßgeblichen Anteil daran, dass die Schalker derzeit unter der Wüstensonne trainieren.

All das geschieht nicht ohne Hintergedanken. „Wir wollen uns auf lange Sicht auf noch unerschlossenen Märkten wie im Mittleren Osten oder Indien bekannt machen“, sagt Jobst. Die „Aspire Academy“ stellt dabei eine wichtige Anlaufstelle dar. Hier, wo in zehn Jahren die Fußball-Weltmeisterschaft stattfinden wird, steht der Fußball ganz offenbar vor einem Boom. Nachdem 2011 bereits Manchester United und Bayern München ihre Winter-Trainingslager in Doha aufgeschlagen hatten, sind es in diesem Jahr unter anderen erneut die Bayern, Schalke und Paris St. Germain. Laut Jobst hatte die „Aspire Academy“ vier weitere Anfragen allein aus der Bundesliga. So ist der Marketing-Fachmann froh, dass die Wahl auf die Schalker gefallen ist.

Als Gegenleistung gab es nicht nur ein gemeinsames Training mit katarischen Fußball-Talenten, die in der Academy ausgebildet werden. „Wir werden auch auf unseren Medien-Plattformen positiv über Aspire reden“, sagt Jobst. Dass dies nicht so schwer fallen würde, war bereits nach wenigen Stunden des Aufenthaltes klar. „Solche Trainingsbedingungen wie hier in Doha hat Schalke bislang noch nicht gehabt. Hotel, Rasen und Trainingsmöglichkeiten sind unübertroffen. Hinzu kommt die Freundlichkeit der Kataris“, sagt Jobst.

Über einen Headhunter kam Jobst im vergangenen Jahr zum FC Schalke 04. „Ich hatte mir gesagt: Wenn ich die Fifa verlasse, dann nur zu einem Klub mit Ambitionen. Dann kam das Angebot von Schalke“, so Jobst. Den Revierklub will er im Marketingbereich in verschiedenen Sektoren weiter optimieren. „Wir wollen künftig mehr Einnahmen erzielen. Dabei werden die neuen Medien immer wichtiger“, sagt Jobst. Auch in der Schalker Arena werden die Zuschauer ab der Rückrunde die Handschrift des Marketing-Experten sehen: Die riesigen Werbe-Banden am Spielfeldrand werden durch kleinere, moderne LED-Banden ersetzt: „Das ist natürlich eine Verbesserung“, so der 38-jährige gebürtige Hesse.

Im nationalen Bereich will Jobst mit Schalke weiter nach oben. „Langfristig sehen wir uns in der Spitzengruppe der Vermarktungsliga“, sagt er. Spitzenreiter sei natürlich auch in dieser Beziehung der FC Bayern München. „Da gilt es, die Lücke nicht größer werden zu lassen. Wir müssen den nächsten Schritt mitgehen“, sagt Jobst. ▪ JENS GREINKE

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare