Bei den Tischtennis-Damen des TuS Uentrop kriselt es

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Gesprächsbedarf besteht derzeit beim TuS Uentrop.

HAMM -  Willi Lehmköster hält nicht viel davon, Dinge zu verharmlosen. Zur momentanen Situation der Tischtennis-Damen des Zweitligisten TuS Uentrop befragt, gibt er daher offen Einblick in seine Gefühlswelt. „Die Lage ist katastrophal“, sagt der Teammanager des TuS, „da gibt es nichts zu beschönigen.“

Mit einer klaren Zielsetzung war der TuS in die laufende, die letzte Saison der 2. Bundesliga Nord gestartet. Die Qualifikation für die in der kommenden Serie anlaufende eingleisige 2. Liga sollte geschafft werden – und damit mindestens Platz fünf. Nach elf gespielten Partien und vor allem den beiden enttäuschenden Niederlagen gegen die direkte Konkurrenz aus Tostedt (1:6) und Kleve (0:6) am Wochenende ist die Mannschaft auf den siebten Rang abgerutscht. Die Qualifikation für die neue Liga ist in akute Gefahr geraten. „Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass die Chemie zwischen der Mannschaft und den Trainern nicht so top ist, wie sie es eigentlich sein sollte“, stellt Lehmköster ernüchtert fest. „Wir als Verantwortliche sind darüber mehr als enttäuscht.“

Zur laufenden Spielzeit hat Coach Dieter Ende mit dem in Düsseldorf lebenden Falk Linnepe einen Co-Trainer zur Seite bekommen. „Auf Wunsch der Spielerinnen“, wie Lehmköster betont. „Sie haben ihn sich praktisch ausgesucht, weil sie an beiden Platten jemanden haben wollten, der sie während der Spiele betreuen kann. Gewisse Differenzen sind da im Moment aber nicht wegzudiskutieren. Wobei ich keine Schuldzuweisungen vornehmen will.“

Über Jahre hinweg zeichnete sich der TuS Uentrop in der Tischtennisszene als Oase der Harmonie aus. Während andere Vereine meist dazu gezwungen waren, über teure Verpflichtungen ausländischer Spielerinnen die Klasse zu halten, gelang es den TuS-Verantwortlichen Jahr für Jahr, hungrige und Erfolg versprechende Talente um die „treue Seele“ und Spitzenspielerin Alexandra Scheld und Eigengewächs Nadine Sillus zu scharen. „Ich kann damit leben, dass die zweite Liga für uns in Gefahr geraten ist“, sagt Lehmköster. „Die dritte Liga wäre nicht das Problem. Aber wenn es jetzt damit losgeht, dass wir intern Probleme bekommen, kann ich das nicht akzeptieren. Daher werden wir in den nächsten Tagen ein Gespräch mit allen Beteiligten führen müssen.“

Als schwierig hat sich erwiesen, dass sich im Kader der Mannschaft fünf Spielerinnen um die nur vier Plätze im Team streiten. Während Scheld, Sillus und Wirdemann sich ihrer Plätze sicher sein dürfen, entscheidet das Trainerteam im Fall von Jenny Zhan und Judith Hanselka von Spiel zu Spiel, wer den Vorzug erhält. Das war in den vergangenen Jahren, als Mutter und Tochter Imamura noch für den TuS aktiv waren, kein Problem, da Ildiko nur im Notfall einspringen wollte. Und auch Lara Broich trat aufgrund ihrer Assistenztrainertätigkeit für den Deutschen Tischtennis-Bund nicht immer für den TuS an die Tische. „Und davor haben wir noch eine starke zweite Mannschaft gehabt, wo im Notfall die Spitzenspielerin nachgerückt ist“, sagt Lehmköster. „Jetzt wollen alle fünf, dabei sein. Aber die Aufstellung ist nun einmal Sache der Trainer.“ Zumindest die seien sich einig, so Lehmköster. „Beide sind gleichberechtigt, und zwischen ihnen gibt es sowieso keine Unstimmigkeiten“, sagt der 68-Jährige, der drastische personelle Konsequenzen innerhalb der Mannschaft ohnehin ausschließt. „Wir brauchen die Spielerinnen ja auch.“ - güna

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