Zwei ASV-Akteure treffen auf ehemalige Teamkollegen

Franke vor dem Westfalen-Derby: "Kühlen Kopf bewahren"

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Marten Franke (links) erhielt zahlreiche Glückwünsche seiner Ex-Kollegen. Eine Rolle werden die beim Derby jedoch nicht spielen.

Die Zweitliga-Handballer des ASV Hamm-Westfalen dürften in den vergangenen Tagen den Blick auf die Tabelle genossen haben: Sie sind Ligaspitze. Mit Marten Franke und Merten Krings warnen jedoch zwei Akteure, dass im Heim-Derby (Fr., 19.15 Uhr, Westpress Arena) gegen TV Emsdetten Statistiken keine Rolle spielen.

Hamm – Wirklich still stand das Smartphone von ASV-Rechtsaußen Marten Franke am vergangenen Freitag nicht, als er zahlreiche Nachrichten und Anrufe erhielt. Mit dabei waren ehemalige Emsdettener Weggefährten, die ihm zu seinem 24. Geburtstag gratuliert hatten. 

„Neben Yannick Dräger, mit dem ich regelmäßig telefoniere und mich so über allerlei austausche, waren vier bis fünf weitere Anrufe dabei“, freute sich Franke über den Zuspruch aus seinem ehemaligen Lager, das er im Sommer nach zweieinhalbjährigem Aufenthalt verlassen hatte, um seine Zelte in Hamm aufzuschlagen. 

Franke nicht überrascht über Emsdettens Fehlstart

Sticheleien gehörten mit Blick auf das anstehende Duell dazu, hielten sich jedoch in Grenzen. Wohlwissend, dass die Münsterländer nach einem enttäuschenden Start in die neue Spielzeit gut beraten sind, Demut walten zu lassen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. 2:6 Punkte und Rang 15 stehen nach bisher vier Spieltagen zu Buche. Für Franke nicht unbedingt eine große Überraschung: „Emsdetten hat seinen Kader mit vielen Neuzugängen aufgefrischt. Die müssen sich erst einmal finden.“ 

Dennoch warnte der 1,88- Meter-Mann davor, der vorliegenden Statistik zu viel Wert zukommen zu lassen. Zu hoch sei die individuelle Qualität im TVE-Kader, zu groß das Risiko, dass sich die Einzelkönner im Derby zu einem funktionierenden Gefüge zusammenfinden. Dementsprechend kommt es für Franke darauf an, einen kühlen Kopf zu bewahren und die Leistung abzurufen, die den ASV in den vergangenen Wochen auf Platz eins katapultierte. „Wir sind gut beraten, wenn wir die Partie trotz der Brisanz als normales Punktspiel betrachten“, so der Rechtsaußen, der sich, auch aufgrund des sportlichen Erfolgs, „total wohl“ in seiner neuen Heimat fühlt.

ASV bislang mit "bombensicherer Defensivleistung"

Umso wichtiger, dass er nach einer kurzen Schrecksekunde am vergangenen Wochenende in Hamburg wieder voll einsatzfähig sein wird. Franke war Mitte der zweiten Halbzeit umgeknickt und durch Jan Pretzewofsky ersetzt worden. „Das war nichts Wildes, im Fußgelenk ist zum Glück alles in Ordnung“, so der Linkshänder, der auf eine erneut „bombensichere Defensivleistung“ gegen den Lokalrivalen setzt. „Die macht bislang einen super Job. Ich hoffe, dass sie erneut einen Sahnetag erwischt.“ 

So endete das letzte Westfalen-Derby

Damit angesprochen hatte er auch Merten Krings. Sein Team-Kollege in der Rückraum-Mitte hatte bereits zusammen mit ihm in Emsdetten die Platte betreten. Eine Zeit, die für Krings deutlich der Vergangenheit angehört, wenngleich er gelegentlich nach dem Rechten schaut bei seinen ehemaligen Teamkollegen. Auch er tauscht sich in Telefonaten mit ihnen aus, „vor so einem Spiel jedoch weniger“, fügte Krings schnell an. 

Für Krings sind die ASV-Torhüter "Schlüssel zum Erfolg"

Die aktuelle sportliche Misere seines Ex-Klubs ist ihm nicht entgangen. Eine Beurteilung dessen möchte er jedoch nicht abgeben, zu weit weg seien die Geschehenisse beim Nachbarn. Nicht nur deshalb ist Krings „glücklich, in Hamm zu sein“. Sondern auch, weil es beim ASV momentan nicht viel besser laufen könnte. „Für uns wird es darauf ankommen, da weiter zu machen, wo wir in Hamburg aufgehört haben“, blickte der 30-Jährige zurück auf das Duell in der Hansestadt mit dem HSV, als die defensive Kompaktheit dem ehemaligen Tabellenführer den Wind aus den Segeln genommen hatte. 

Und wenn der Gastgeber doch die Lücke fand, waren Felix Storbeck und Oliver Krechel zwischen den Pfosten auf ihrem Posten. „Wir haben zwei überragende Torhüter, die jede Mannschaft zur Verzweiflung treiben können. Ich denke, das ist unser Schlüssel zum Erfolg“, so Krings, der auf die Unterstützung des heimischen Anhangs in der Westpress Arena setzt. 

Der soll der Truppe von Trainer Kay Rothenpieler Leichtigkeit verleihen, um die entscheidenden Schritte zu gehen. „Egal ob der Gegner Emsdetten oder sonst wie heißt, letztendlich müssen wir die Emotionen zeigen, die es benötigt, um Spiele zu gewinnen. Egal ob auf der Platte, auf der Bank oder eben auf den Tribünen“, sagte Krings, der euphorisch über das Wiedersehen mit alten Freunden spricht und diesen für den weiteren Verlauf der Saison die Daumen drückt. „Nur eben nicht in den Spielen gegen uns“, fügte er schmunzelnd an.

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