Rhynern möchte gegen Herne zurück in die Erfolgsspur

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Thorben Menne fehlt Westfalia Rhynern wegen seiner Rotsperre.

HAMM - Die Niederlage war ernüchternd. Denn Björn Mehnert wusste nur zu gut, dass sein Team sich die 0:4-Packung bei Eintracht Rheine „selbst zuzuschreiben“ hatte. Deshalb haderte der Trainer des Fußball-Oberligisten SV Westfalia Rhynern auch nur noch bedingt mit Schiedsrichter Bernd Westbeld, als er die Begegnung in der ersten Trainingseinheit nach der Pleite mit der Mannschaft aufarbeitete.

„Entscheidungen hin oder her – die Fehler, die vorangegangen sind, haben wir zu verantworten. Zu allen vier Gegentoren haben wir unseren Teil beigetragen, individuell oder mannschaftstaktisch“, sagt Mehnert.

Ob und inwieweit die Ansprache vor der Partie am Sonntag (15 Uhr, Papenloh) gegen den Tabellenvorletzten Westfalia Herne wirkte, vermochte Mehnert nicht einzuschätzen. Die folgenden Übungseinheiten jedenfalls stellten den Coach nicht hundertprozentig zufrieden, wurden von ihm mit „durchschnittlich bis ordentlich“ benotet. „Wir mussten immer wieder intervenieren und nachschärfen. Die Jungs haben nicht zu 100 Prozent das umgesetzt, was wir wollten“, erklärt Mehnert. „Aber ich habe das Gefühl, dass die Mannschaft sehr fokussiert ist. Das stimmt mich positiv. Sie weiß, um was es am Wochenende geht.“

Darum, in die Erfolgsspur zurückzukehren. Darum, an die Leistungen in den „fast fehlerfreien“ (Mehnert) Partien bei Roland Beckum (4:0) und gegen Arminia Bielefeld II (6:0) anzuknüpfen. Deshalb will Mehnert mit der Veränderung der Startelf einen Impuls setzen, wird allerdings auch zu Umbaumaßnahmen gezwungen. Denn nach ihren Roten Karten in der vergangenen Woche sind Thorben Menne (zwei Wochen Sperre) und Thanh Tan Tran (drei Wochen) nicht dabei. Wie genau der Coach taktisch und personell reagieren wird, lässt er offen, ist sich aber sicher, dass sein Gegenüber Holger Wortmann „unsere Aufstellung nicht vorhersagen kann“.

Der Hammer Trainer auf Seiten der Herner weiß allerdings auch so, dass „seine“ Westfalia „ein ganz dickes Brett“ am Papenloh zu bohren hat. „Für mich ist Rhynern im Moment trotz des 0:4 in Rheine die beste Mannschaft der Oberliga“, sagt Wortmann voller Respekt, verweist aber auch auf das Selbstvertrauen, das seine Mannschaft mit drei Siegen in Folge getankt hat. Das rettende Ufer ist für den akut abstiegsbedrohten Traditionsklub wieder in Sichtweite, auch wenn „es noch ein weiter Weg ist“, so der Coach. Doch nach dem personellen Schnitt in der Winterpause haben die Herner das Gefühl, „dass wir wieder wettbewerbsfähig sind“. Deshalb streckt die Westfalia auch nicht im Vorfeld die Waffen, obwohl Wortmann mit Manuel Bölstler (Gelbsperre) ein wichtiger Baustein fehlt und Martin Zakrzewski (Achillessehnenprobleme) angeschlagen ist. „Wir“, so der Trainer, „pfeffern alles rein, was wir haben.“

Das weiß auch Mehnert – und warnt eindringlich. Zumal er fest davon ausgeht, dass die Gäste keineswegs ausschließlich defensiv orientiert sind. „Das wird ein interessantes Spiel. Herne hat richtig Qualität dazubekommen“, sagt der Westfalia-Coach, fügt aber hinzu: „Wir wollen unser Spiel durchbringen. Gerade nach einer Niederlage will ich umso mehr gewinnen.“ - fh

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