1. wa.de
  2. Sport
  3. Hamm

Zwei Hammer EM-Teilnehmer mit ehrgeizigen Zielen

Erstellt:

Von: Günter Thomas

Kommentare

Spielt in Herringen: EM-Teilnehmer Nils Lapcevic.
Spielt in Herringen: EM-Teilnehmer Nils Lapcevic. © Daniel Lapcevic

Mit Nils Lapcevic und Paul Durben spielen gleich zwei Torhüter aus Hamm bei der Rollhockey-Europameisterschaft der U17 in Spanien. Im Verein haben sich die Wege getrennt.

Hamm – Der eine hat es zunächst mit Fußball, Tennis und Taekwondo versucht, der andere wollte unbedingt Eishockey spielen – am Ende landeten Nils Lapcevic und Paul Durben im Rollhockey-Tor. Und machten ihre Sache so gut, dass sie jetzt gemeinsam im Kader der deutschen U17-Nationalmannschaft stehen, die bereits am Donnerstag hinter Barcelona, im Penedès – knappe 30 Minuten vom Spielort Sant Sadurní d´Anoia – Quartier bezogen hat und am Montag gegen Portugal ins Turnier startete.

Das Ziel, einmal in der Herren-Bundesliga zu spielen, haben beide, der Weg dahin hat sich aber vor zwei Jahren gegabelt. Denn nachdem beide beim SK Germania Herringen mit dem Rollhockey begonnen hatten, beschloss Durben dann, die Herringer in Richtung IGR Remscheid zu verlassen. „In Remscheid habe ich für mich die besseren sportlichen Perspektiven gesehen“, sagt Durben, der sich in Herringen viele Jahre die Position mit Lapcevic geteilt hatte.

In Katalonien müssen sich Lapcevic und Durben als Nummer zwei und drei hinter Yannik Hinz aus Iserlohn eingliedern. „Der ist schon einen Tacken besser“, räumt Daniel Lapcevic ein. Er muss es wissen, hat der Vater von Nils doch als Jugendcoach der Herringer und Co-Trainer der Bundesligamannschaft beide trainiert.

Nils Lapcevic, der aus Herringen stammt, brauchte eine Zeit, bis er sich für den Rollhockeysport begeistern ließ. „Ein Freund hat mich ein Jahr lang überredet, dass ich das mal ausprobiere, dann war es genau das Richtige“, erinnert sich der 16-Jährige, der nur wenige Einheiten als Feldspieler verbrachte und dann seine Liebe für das Tor entdeckte, „weil du der bist, der alles rausholen kann – und du siehst das ganze Spielfeld vor dir.“ 2014 war das, vier Jahre später folgte die erste Berufung in den Kader der U15-Nationalmannschaft.

Spielt in Remscheid: EM-Teilnehmer Paul Durben.
Spielt in Remscheid: EM-Teilnehmer Paul Durben. © Durben

In der ist Paul Durben sogar schon ein wenig länger. „In der Nationalmannschaft bin ich, seit ich 13 Jahre alt bin, erst in der U15 und jetzt in der U17“, sagt der in Hamm-Berge wohnende Goalie. Beim SK Germania fing er schon mit sechseinhalb Jahren an. Dort lernte er auch Lapcevic kennen, mit dem (und zwei weiteren) er auch jetzt während der EM das Zimmer teilt. „Das geht eigentlich. Wir verstehen uns eigentlich ganz gut“, versichert Lapcevic, dass sich der Konkurrenzkampf bei aller Rivalität auf den sportlichen Bereich beschränkt.

Gemeinsam ist ihnen der Ehrgeiz. Daher wollen sie auch in diesen Tagen möglichst erfolgreich durch das Turnier gehen. Eine Medaille, sind sich beide einig, soll es möglichst werden. Dass das Ziel nicht leicht zu erreichen sein wird, wissen sie angesichts der starken Konkurrenz, die schon in der Gruppenphase auf sie und Bundestrainer Markus Feldhoff wartet. Portugal (Montag/18 Uhr), Italien (Dienstag/15 Uhr) und Andorra (Mittwoch/15 Uhr) heißen die Gegner, gegen die es sich für den Einzug ins Viertelfinale zu behaupten gilt. Bereit fühlen sie sich: „Trainiert haben wir in letzter Zeit oft genug“, sagt Lapcevic, der sich jetzt zwischen den Spielen über die eine oder andere Einheit am Pool freut.

Zweimal wöchentlich trainiert er sonst mit der U17 des SK Germania, dazu kommen anschließend die Einheiten mit der ersten Mannschaft und zahlreiche Lehrgänge mit der Nationalmannschaft. Durben ist in Remscheid gar bei U17, U20 und Herren eingebunden, muss dafür an drei Tagen in der Woche die 86 Kilometer bis nach Remscheid gebracht werden. „Mit der Bundesliga-Mannschaft war ich vor zwei Wochen auf einem Freundschaftsturnier in Weil am Rhein“, sagt Durben. der wie Lapcevic wenig Zeit für andere Dinge hat.

Starke Auftritte gegen Frankreich

Vor zwei Wochen gewann das Nachwuchsteam des Deutschen Rollsport- und Inlineverbands (DRIV) in zwei Testspielen gegen Frankreich einmal und verlor das zweite Match knapp. Dazu kam am Freitag ein 9:2-Erfolg gegen die U16 des FC Barcelona. Das Selbstvertrauen stimmt.

Und pünktlich zum Turnierbeginn hat sich auch „das Kribbeln“ eingestellt, so Lapcevic. „In der Nationalmannschaft ist alles anstrengender, spannender. Und wir sind nur auf die Spiele fokussiert.“

Ab Dezember ist er wie Durben für die Bundesliga-Männer spielberechtigt, was Michael Brandt freut. „Nach dem Weggang von unserem dritten Torwart Michael Schartner bewegen wir uns auf dünnem Eis, falls sich Timo Tegethoff oder Sercan Polat mal verletzen sollten“, sagt der SKG-Vorsitzende.

Ob und wieviel Einsatzzeit die beiden Hammer Torhüter bei der EM bekommen werden, wissen sie nicht, geben sich aber zuversichtlich. „Das wird Markus (Anm.: der Bundestrainer Markus Feldhoff) schon machen, dass jeder von und ein bisschen spielt“, ist sich Lapcevic sicher. Genügend Spiele wird es jedenfalls geben. Nach der Gruppenphase folgen ab Donnerstag Viertelfinale und Platzierungsrunde und am Samstag die Finalrunde, ehe am Sonntag die Rückreise ansteht. Mit einem Koffer voll Erfahrungen, Erinnerungen – und vielleicht sogar einer Medaille.

Auch interessant

Kommentare