ASV bezwingt Erstligist TuS N-Lübbecke verdient mit 32:27

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Jan-Lars Gaubatz steht vor einem Engagement beim ASV.

HAMM - Am Ende der Test-Begegnung war Kay Rothenpieler genauso zufrieden wie die 250 Zuschauer in der Stein-Halle, die die Spieler des ASV Hamm-Westfalen mit viel Beifall verabschiedeten. „Für das erste Spiel war das richtig gut“, sagte der Trainer des Handball-Zweitligisten, dessen Team putzmunter aus dem kurzen Winterschlaf erwacht war.

Im ersten Test für die Rest-Saison bezwang der ASV den klassenhöheren TuS N-Lübbecke verdient mit 32:27 (17:13) – und präsentierte zugleich zwei Gastspieler, von denen zumindest einer schon bald mehr sein dürfte.

Denn bei der Verpflichtung von Jan-Lars Gaubatz sind nur noch letzte Details mit dem VfL Gummersbach zu klären, in der kommenden Woche soll das Engagement des 25-Jährigen unter Dach und Fach gebracht werden. Mit ihm würde der ASV den gesuchten Linkshänder für den rechten Rückraum als Alternative zu Julian Possehl bekommen. „Er hat seine Stärken beim schnellen Wurf“, sagt Rothenpieler mit Blick auf den potenziellen Neuzugang, der dem Spiel der Hammer noch mehr Tempo verleihen soll.

Gaubatz, der einen Vertrag bis zum Saisonende erhalten würde, hat sich auf Anhieb wohl gefühlt beim ASV, durfte seine wahrscheinlich neuen Teamkollegen bereits in der vergangenen Woche im Trainingslager auf Fuerteventura „beschnuppern“. „Ich bin super aufgenommen worden. Das ist eine richtig angenehme Mannschaft“, sagte der 1,90-m-Mann, der gestern das Trikot des verletzten Marian Orlowski trug. Mit ihm verbindet Gaubatz eine wenig erfreuliche Gemeinsamkeit: Orlowski laboriert derzeit an den Folgen eines Kreuzbandrisses, den Gaubatz im Februar vergangenen Jahres erlitt. Nach seiner Genesung „war in Gummersbach kein Platz mehr für mich“, erzählt Gaubatz und sieht in dem ASV „im Moment fast die optimale Lösung, um wieder auf das Niveau zu kommen, wo ich hin will“.

Etwas anders liegt der Sachverhalt bei Edgar Landim vom FC Porto, der seit Beginn der Woche mit den Hammern trainiert. Ob der 27-jährige Halblinke künftig das ASV-Trikot trägt und Markus Fuchs entlastet, ist völlig offen. Landim wird weiter getetestet und bestreitet auch am Freitag (18.30 Uhr) die Partie in Gummersbach mit. „Er ist eher der etwas filigrane Spieler“, sagte Rothenpieler mit Blick auf den 1,98 m großen Portugiesen, bilanzierte aber, dass sowohl Gaubatz als auch Landim nach „einer gewissen Anfangsnervosität einen guten Eindruck hinterlassen“ hätten.

Was für das gesamte Team galt. Die Hammer präsentierten sich in der unterhaltsamen Partie spielfreudig. Der Angriff agierte in Abwesenheit Ondrej Zdrahalas (WM-Teilnahme mit Tschechien) unter Führung David Wiencek ebenso ideen- wie temporeich. Und die Deckung stand auch ohne den am Finger verletzten Abwehrchef Jakob Macke stabil. Woran nicht zuletzt der sehr gut aufgelegte und sich zunehmend unentbehrlich machende Jan Brosch, der zudem fünfmal traf, großen Anteil hatte. „Wir waren von der ersten Minute an gut dabei“, sagte Rothenpieler, dessen Team im gesamten Spielverlauf nicht ein Mal in Rückstand geriet. Beim 9:9 (20.) hatte der TuS N-Lübbecke letztmals den Gleichstand hergestellt, bis zur Pause zogen die Gastgeber auf vier Treffer davon – nicht zuletzt, weil Torhüter Tomas Mrkva (neun Paraden) ein starker Rückhalt war.

Nach dem Wechsel hatte der Favorit den ASV zwar zweimal in Reichweite (19:18/36., 22:21/43.). Doch ein 7:0-Lauf bis zur 53. Minute entschied die Begegnung für den ASV, der manchen Nettelstedter Fehler erzwang und in dieser Phase seine Stärken ausspielte, die ihn über weite Strecken der Begegnung auszeichneten. „Wir waren in der 6:0-Deckung sehr beweglich und konnten uns dann durch das schnelle Spiel absetzen“, erklärte Rothenpieler, der anschließend nur einmal in Form einer Auszeit eingreifen musste, als dem Erstligisten vier Treffer in Serie gelungen waren. „Da hat man gesehen: Wenn man nur 20 Prozent weniger gibt, dann lädt man zu einfachen Toren ein“, sagte Rothenpieler. Am positiven Gesamteindruck änderte das nichts. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir gegen Lübbecke so gut aussehen“, staunte Gaubatz. „Aber da ist auch noch eine gehörige Portion Luft nach oben.“ - fh

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