Zwei Elfmeter, einmal rot: Rhynern verliert 1:3 gegen Beckum

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Das Ergebnis wollte Mehnert nicht sehen...

BECKUM - Normalerweise soll ein Schiedsrichter keinen Einfluss auf ein Spiel nehmen. Gemeinhin wird gesagt, je weniger ein Unparteiischer während einer Partie auffällt, umso besser hat er die Begegnung geleitet.

Die Spieler des SV Westfalia Rhynern mussten Sonntagnachmittag bei ihrer 1:3 (1:1)-Auswärtsniederlage in der Fußball-Oberliga beim SC Roland Beckum allerdings eine ganz andere Erfahrung machen, waren nach dem Abpfiff stocksauer auf Referee Waldemar Stor. „Zwei Elfmeter und eine Rote Karte gegen uns – viel mehr kann man ein Spiel nicht beeinflussen“, meckerte Rhynerns Trainer Björn Mehnert. Und Torwart Dennis Wegner fügte gefrustet hinzu: „Da haben die Kollegen mal einen richtig schlechten Tag gehabt.“

Dabei waren die Rhyneraner in der 25. Minute in Führung gegangen. Zwar waren die Gäste schlecht in die Partie gekommen, fanden in der Anfangsphase keinen Zugriff, doch mit einem Konter markierten sie den ersten Treffer der Partie. Dustin Wurst war alleine vor Beckums Torwart Sebastian Wessel aufgetaucht, schoss den Keeper aber überhastet an. Den Abpraller wuchtete Lennard Kleine an die Latte, ehe das Leder Wurst erneut vor die Füße fiel. Dieses Mal blieb der Westfalia-Kapitän ruhiger und schob zum 1:0 ein. Doch nur fünf Minuten später folgte die Ernüchterung. Nach einer Flanke hatte Roland-Torjäger Josef Laumann den Ball per Hand weitergeleitet – an den Oberarm des direkt hinter ihm stehenden David Schmidt. Schiedsrichter Stor pfiff und entschied unter vehementem Protesten der Rhyneraner auf Handelfmeter für die Platzherren. „Das kann einfach kein Strafstoß sein“, schimpfte Mehnert später. Laumann kümmerte sich darum nicht, traf platziert per Flachschuss zum 1:1 (30.). Unmittelbar vor der Pause hatte Suri Ucar nach Zuspiel von Laumann dann noch die große Chance zum zweiten Treffer für Beckum, zielte aber über das Tor.

Das Versäumte holte der SC Roland neun Minuten nach dem Wiederanpfiff nach. Schmidt und der nach der Pause für den ausgewechselten Dustin Wurst als rechter Verteidiger agierende Tobias Urban hatten Laumann zu Fall gebracht. Erneut entschied Stor auf Strafstoß – erneut trat Laumann an und markierte das 1:2 (54.).

Restlos bedient waren die Rhyneraner dann in der 65. Minute. Nach einem Foul von Burak Yavuz an Yakup Köse zückte Stor zur großen Überraschung aller Beteiligten die Rote Karte gegen den Mittelfeldakteur der Rhyneraner, der die Partie anschließend gefrustet von der Seitenlinie aus verfolgte. „Gelb muss er geben, aber niemals Rot. Das war völlig überzogen. Das war lächerlich“, echauffierte sich der Rotsünder.

Vier Minuten später nutzte Beckum dann die Überzahl zur endgültigen Entscheidung, als Laumann nach Köse-Zuspiel mit seinem dritten Treffer das 1:3 besorgte (69.). „Und dieses Tor war meiner Meinung nach auch noch Abseits“, wetterte Wegner.

Selbst Erdal Kaleoglu, Abwehrchef der Platzherren, gab nach der Partie zu, dass Stor „die Partie schon ein wenig beeinflusst hat. Wenn er diese Entscheidungen gegen uns gepfiffen hätte, wäre ich nicht glücklich gewesen. Aber meiner Meinung nach geht unser Sieg, wenn man die gesamten 90 Minuten betrachtet, in Ordnung“ Und damit hatte er am Ende absolut Recht. - –pad–

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