Hamms Finnen-Duo will Ratinger Siegesserie beenden

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Eisbären-Chef Werner Nimmert (von links) mit den Finnen Lari Mäkijärvi und Mikael Paunio.

Hamm - Sie sind extrem ehrgeizig. Und haben mit den Hammer Eisbären große Ziele. „Natürlich wollen wir eines Tages den Sprung in die DEL schaffen. Am liebsten natürlich mit den Hammer Eisbären“, sagt Mikael Paunio, einer von zwei Finnen im Trikot des Tabellenzweiten der 1. Eishockey-Liga West.

Bei diesen Worten zuckt selbst Werner Nimmert, Vorsitzender von Lippe Hockey Hamm, etwas zusammen. Dem Eisbären-Chef ist klar, dass sowohl Paunio als auch sein Landsmann Jari Mäkijärvi das Gastspiel in Hamm vor allem als Sprungbrett in eine höhere deutsche Eishockey-Klasse sehen. „Wir würden uns freuen, wenn sie lange bei uns spielen würden, aber andererseits ihnen auch keine Steine in den Weg legen, wenn sie ein besseres Angebot erhalten. So lautet unsere Vereinbarung.“

Duo bezieht Wohnung in Nimmerts Haus

Mäkijärvi, wie Paunio 26 Jahre alt, spricht perfekt Deutsch. Von 1996 bis 1999 lebte er mit seinen Eltern in Düsseldorf, verbrachte seine ersten beiden Schuljahre in der Landeshauptstadt. Inzwischen studiert er Betriebswirtschaft an der Uni in Helsinki. „Das lässt sich gut mit dem Eishockey vereinbaren. Ich betreibe jetzt von Hamm aus praktisch ein Fernstudium“, sagt der Verteidiger. Paunio, der gemeinsam mit seinem Landsmann ein Appartement im Haus von Nimmert bewohnt, wird ab der kommenden Woche in der Firma des Eisbären-Chefs arbeiten. „Wir sind nicht in der Lage, Profigehälter zu bezahlen“, betont der LHH-Vorsitzende.

In der Mannschaft sind beide bestens aufgenommen worden. „Mit Tim Pietzko haben wir einen guten Kapitän, der die Truppe zusammenhält“, betont Paunio. „Wir mussten uns aber erst an die Kultur und die Leute gewöhnen.“ Mäkijärvi bezeichnet die Deutschen als offen und direkt, „der Finne ist vielleicht etwas verschlossener“, sagt der Student.

An das deutsche Eishockey gewohnt

Auch mit dem deutschen Eishockey mussten sich die beiden Skandinavier erst einmal anfreunden. „Das ist ein ganz anderes Hockey als bei uns“, sagt Mäkijärvi. „Die Eisfläche ist in Deutschland viel größer als in Finnland. Bei uns nennt man sie scherzhaft Flugplatz. Da hat man als Spieler viel mehr Zeit, die Scheibe zu verarbeiten. Außerdem haben gute Skater große Vorteile.“ Inzwischen haben sich beide Eisbären-Neuzugänge aber daran gewöhnt. Paunio hat in vier Spielen immerhin schon sechs Treffer erzielt und weitere sechs Tore vorbereitet.

Heiß sind die Finnen auf das Heimspiel am Sonntag (19.30 Uhr) gegen die Ratinger Ice Aliens, die bisher alle 13 Begegnungen der Liga gewonnen haben und die Tabelle deutlich vor den Hammern anführen. „Endlich eine richtige Herausforderung“, sagt Mäkijärvi, der sich bei seinem Debüt im Eisbären-Trikot schon erschrocken hatte. „Da haben wir 16:2 in Solingen gewonnen. Da habe ich gedacht, oh Gott, das sind doch langweilige Spiele. Doch danach wurden die Gegner ja besser, die Begegnungen etwas enger.“

Freude über die Herausforderung

Deshalb freut sich auch Paunio auf die erste richtige Herausforderung gegen die Ratinger. „Das sind die engen, harten Matches, weswegen ich so gerne Eishockey spiele“, sagt der Stürmer. „Wir wollen Ratingen die erste Niederlage in dieser Saison beibringen.“ Und das Ziel für die kommende Endrunde der 1. Liga West ab Januar gibt der schnelle Angreifer schon klar vor. „Dann wollen wir besser sein als Ratingen und mit den Eisbären Meister werden.“

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