Schubert und Schornberg starten in die Weltcup-Saison

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Sebastian Schubert vom Kanu-Ring Hamm startet in London in die Weltcup-Saison.

HAMM - Jürgen Schubert kann sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen. „Langweilig“, sagt der Cheftrainer des Kanu-Rings Hamm, „wird es nicht.“ Und das gilt in zweierlei Hinsicht. Zum Einen geht es für die Kanu-Slalom-Asse derzeit Schlag auf Schlag, steht für Sebastian Schubert und Jasmin Schornberg nach der Europameisterschaft am vergangenen Wochenende in Wien nun von Freitag an der Weltcup-Auftakt in London auf dem Programm. Und zum Anderen dürfte es angesichts der enormen Leistungsdichte an der Spitze auf dem olympischen Kurs von 2012 beim Kampf um die Podestplätze abermals sehr spannend zugehen.

Dennoch hat Sebastian Schubert sein Ziel forsch formuliert. Er möchte seinen im Vorjahr errungenen Gesamtweltcup-Sieg verteidigen. „Das“, sagt der Heessener, „ist bisher noch keinem Kanu-Slalom-Fahrer gelungen.“ Dass der 25-Jährige, der mit dem Gewinn der Mannschafts-Goldmedaille in Wien weiteres Selbstvertrauen tankte, das Zeug dazu hat, steht für seinen Vater Jürgen außer Frage. „Die EM hat gezeigt, dass Sebastian jederzeit in der Lage ist, auf das Podest zu fahren. Zeitlich ist er immer ganz vorne dabei“, sagt der Coach. Dass es im Kajak-Einer in Österreich am Ende „nur“ der achte Platz war, lag an einer Torstabberührung, die sich Sebastian Schubert geleistet hatte, in Kombination mit einem Fahrfehler. Das reichte auf der ungewöhnlich kurzen Strecke, um im Klassement deutlich zurückzufallen – und war zugleich ein weiteres Indiz dafür, wie eng die Weltspitze beisammen ist.

Das wird in London nicht anders sein, zumal die Konkurrenz dort noch größer ist als bei den kontinentalen Titelkämpfen. Schließlich sind im „Lee Valley White Water Center“ beispielsweise auch die US-Amerikaner am Start, die „unheimlich aufgeschlossen haben“, sagt Jürgen Schubert, der daher für sein Sohnvorsichtig den Finaleinzug als Ziel formuliert, um sich die ersten Punkte für die Gesamtwertung zu sichern. Der Kurs in London liegt dem Titelverteidiger, der vor zwei Jahren als Olympia-Ersatzfahrer einen Lehrgang in der englischen Hauptstadt absolvierte und die Strecke daher „ein klein wenig“ kennt. Auch Michael Trummer, Cheftrainer des Deutschen Kanu-Verbandes, weiß, dass sich seine Schützlinge insgesamt auf der Londoner Strecke „sehr wohl“ fühlen.

Jasmin Schornberg hat dort sogar schon etwas mehr Erfahrung gesammelt als ihr KR-Teamkollege, schließlich war sie 2012 die einzige deutsche Olympia-Starterin und belegte in London Platz fünf. Bei der EM allerdings hatte sie zuletzt einen kleinen Tiefschlag zu verkraften: Nach zweimal Platz vier im Einzel und mit dem Team „war Jasmin natürlich erst einmal enttäuscht“, sagt Jürgen Schubert, der am Wochenende mit der Junioren-Nationalmannschaft, darunter Lukas Stahl vom KR Hamm, ein Trainingslager in Bratislava absolviert und sich telefonisch über die Ereignisse in London auf dem Laufenden hält.

Doch trotz der verpassten EM-Medaillen traut der Coach auch Schornberg zu, dass sie auf das Podest paddelt. „Sie hat jederzeit die Möglichkeit, das zu schaffen“, sagt er mit Blick auf die Gesamtweltcup-Dritte des Vorjahres. Die Weltmeisterin von 2009 hat zwar in erster Linie ihr eigenes Abschneiden im Visier, dürfte aber nicht ganz uninteressiert verfolgen, wie sich Teamkollegin Cindy Pöschel in London schlägt. Die Leipzigerin hatte verletzungsbedingt die nationalen Qualifikationsrennen verpasst, für sie geht es noch um ein WM-Ticket in die USA. Erbringt sie in London mit einer Finalteilnahme den geforderten Leistungsnachweis, kommt es bei den zwei Weltcups an den darauffolgenden Wochenenden im slowenischen Tacen und in Prag zum Ausscheid um die Fahrt nach Deep Creek mit der Qualifikations-Dritten Schornberg. „Wir sehen das allerdings relativ entspannt“, sagt Schubert mit Blick auf Pöschels Auftritt. „Wir können ja eh nur beobachten, was passiert.“

Nach der dritten Station in Tschechien steht erst einmal eine Pause im Weltcup an. Die zweite Saison-Hälfte beginnt Anfang August im spanischen La Seu d’Urgell, ehe das Finale vom 15. bis zum 17. des Monats im Augsburger Eiskanal ausgetragen wird. - fh

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