ASV will gegen Wilhelmshaven Heimkomplex ablegen

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Savvas Savvas steht dem ASV Hamm-Westfalen für mehrere Wochen nicht zur Verfügung.

Hamm - Nein, auf irgendwelche psychologischen Tricks wird Niels Pfannenschmidt definitiv nicht zurückgreifen. Keine Busfahrt zur heimischen Halle, auch die bislang Glück und Erfolg bringenden blauen Auswärtstrikots bleiben im Schrank. Schließlich läuft der Wilhelmshavener HV, am Samstag (19.15 Uhr, Westpress-Arena) Gegner des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen, in dieser Farbe auf. Und so steht für den Trainer des ASV Hamm-Westfalen fest: „Wir machen das jetzt einfach so.“

Mit „das“ umschreibt Pfannenschmidt die Aufbesserung der bislang erschreckend dürftigen ASV-Bilanz vor eigener Kulisse, vor der es zuletzt die deprimierende Klatsche gegen die HSG Nordhorn-Lingen gegeben hatte. Gerade einmal zwei Siege brachte die nach Minuspunkten gemeinsam mit Minden beste Auswärtsmannschaft des „Unterhauses“ zu Hause zustande – und ziert das Ende der Heimtabelle. „Das sieht natürlich nicht so gut aus“, sagt Pfannenschmidt. „Das sollten wir schnellstmöglich ändern. Und das wollen wir auch unbedingt.“

Allerdings muss der ASV dafür am Samstag einen ziemlichen Brocken aus dem Weg räumen. Nominell ist Wilhelmshaven zwar ein Neuling – „aber das“, meint Pfannenschmidt, „ist ganz sicher kein normaler Aufsteiger.“ Dafür sprach schon allein der verlustpunktfreie Durchmarsch des Teams von Trainer Christian Köhrmann durch die 3. Liga Nord. Und auch in der neuen Umgebung hat sich der WHV schnell zurechtgefunden, liegt mit ausgeglichener Bilanz nur einen Zähler hinter den Hammern. Allerdings gewann Wilhelmshaven lediglich eine der vergangenen fünf Begegnungen, die jüngste gegen Coburg indes ging denkbar knapp verloren.

Doch davon lässt sich Pfannenschmidt ebenso wenig blenden wie vom 26:24-Erfolg des ASV im Pokal im August. „Das war noch ganz früh in der Saison und ein ganz anderes Spiel“, sagt der Trainer. Immerhin aber erhielten die Hammer da bereits Hinweise darauf, dass die bestens eingespielten Gäste ein äußerst unangenehmer Kontrahent sind. Dieser Umstand sorgte auch für eine „ganz schwere Vorbereitung“, sagt Pfannenschmidt, die noch dazu durch eine schlechte Nachricht empfindlich gestört wurde: Savvas Savvas hat sich beim überzeugenden ASV-Gastspiel in der vergangenen Woche in Würzburg gegen Rimpar das Kreuzband angerissen. Zwar muss der Grieche nicht operiert werden, wird den Hammern aber erst im Februar beim Wiederbeginn der Meisterschaft nach der EM-Pause zur Verfügung stehen. „Das ist wirklich bitter. Er hatte zuletzt immer besser reingefunden“, sagte Pfannenschmidt, dem ohnehin bereits Jan-Lars Gaubatz (Hand-OP) fehlt.

Bei den angeschlagenen Mittelmännern Ondrej Zdrahala und Stephan Just war in der durchwachsenen Trainingswoche nur ein äußerst eingeschränkter bis gar kein Einsatz möglich. Und auch Markus Fuchs muss derzeit auf die Zähne beißen. Ihm machen kleinere Einrisse an der Patellasehne zu schaffen. Wegen der Beschwerden hatte Pfannenschmidt den Halblinken zuletzt im Angriff kaum zum Zuge kommen lassen.

Am Samstag soll Fuchs aber in der Abwehr in zentraler Rolle mithelfen, die gefährliche Rückraumachse des WHV in den Griff zu bekommen. Die verfügt in Oliver Köhrmann über einen Spielmacher mit Erstliga-Format und auf den Halbpositionen in René Drechsler und Tobias Schwolow über zwei Werfer, die zu den Zweitliga-Top-Torschützen zählen. „Das ist wirklich eine Angriffsmaschine“, sagt Pfannenschmidt. „Da ist viel Tempo drin, die machen kaum Fehler. Da kommt auch gedanklich einiges auf uns zu. Es wird ganz entscheidend sein, wie wir die stoppen.“

Grundvoraussetzung ist eine kompakte, aggressive Deckung, die zuletzt gegen Rimpar im 6:0-System gut funktionierte. „Wir hatten mehr Stabilität im Spiel. Die wollen wir mitnehmen“, sagt Pfannenschmidt, dem die Partie in Würzburg verdeutlichte, dass Lars Gudat in der Abwehr eine wertvolle Alternative auf der Halbposition ist. Und auf die wird es gegen Wilhelmshaven vor allem ankommen. Damit die Heimbilanz aufpoliert wird.

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