Update 16.35 Uhr / Bergen und Schmidt kommen aus Lemgo

ASV Hamm-Westfalen muss lange auf Ondrej Zdrahala verzichten

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ASV-Spielmacher Ondrej Zdrahala (großes Bild) muss wegen einer Fingerverletzung eine längere Pause einlegen.

[Update 16.35 Uhr] Hamm - Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen muss eine weitere Hiobsbotschaft verkraften: Spielmacher Ondrej Zdrahala fällt rund sechs Wochen aus. Die Hammer reagierten und sicherten sich per Zweitspielrecht die Dienste von Valentin Schmidt (Rückraum) und Kreisläufer Mario Bergen. Beide spielen für die Youngsters des TBV Lemgo in der 3. Liga, kommen aber gegen Aue noch nicht zum Zuge, weil sie parallel mit den Ostwestfalen beim Leichlinger TV antreten müssen.

Irgendwie steht der Start ins neue Jahr für den ASV Hamm-Westfalen bislang unter keinem guten Stern. Ein kollektiver Blackout über weite Strecken der zweiten Halbzeit bescherte dem Handball-Zweitligisten im ersten Meisterschaftsspiel nach der EM-Pause in Essen eine bittere 24:33-Niederlage. 

Und dann ereilte die Mannschaft von Trainer Niels Pfannenschmidt vor dem Heimauftritt am Samstag (19.15 Uhr/Westpress-Arena) gegen den EHV Aue die nächste personelle Hiobsbotschaft: Ondrej Zdrahala wird dem ASV rund sechs Wochen lang fehlen. Der Spielmacher zog sich beim Westduell am vergangenen Sonntag einen Bänderanriss und eine Kapselverletzung in dem gleichen Finger zu, der bereits in der Vorbereitung auf die laufende Saison lädiert gewesen war. 

Schon damals hatte der Tscheche eine längere Zwangspause einlegen müssen. Mit dem Ausfall Zdrahalas ist die Hierarchie, ist das Mannschaftsgefüge endgültig durcheinander gewirbelt. 

SG II-Neuzugang Toni Mrcela im ASV-Kader

„Damit sind erst einmal alle drei Führungsspieler weg“, sagt Pfannenschmidt angesichts der Tatsache, dass zuvor bereits die beiden Abwehrchefs Jakob Macke und Markus Fuchs verletzungsbedingt weggebrochen sind. „Für die Hinserie können wir uns nichts mehr kaufen, die Situation ist jetzt ganz anders. Alles ordnet sich neu“, sagt der Coach, dem darüber hinaus weiter Savvas Savvas fehlt. 

Pfannenschmidt hat daher Toni Mrcela aus dem Oberliga-Kader ins Aufgebot berufen. Der 22-Jährige war erst kürzlich von der HSG Menden-Lendringsen zur SG Handball Hamm II gewechselt und „hat die Woche schon bei uns mittrainiert“, so Pfannenschmidt.

Trübsal bläst der Coach vor dem schweren Duell des gastgebenden Tabellenfünften mit dem -sechsten ohnehin nicht. „Wir sind definitiv immer noch gut genug“, betont Pfannenschmidt. Auf der Spielmacherposition sind nun Stephan Just und Björn Zintel verstärkt gefragt – wobei Letzterer unter der Woche wieder bei der Bundeswehr weilte und nicht mittrainierte.

Generell indes, so der Trainer, gelte: „Wir müssen das jetzt als Mannschaft regeln. Wir können das nur zusammen schaffen.“ Erst recht gegen einen Gegner wie Aue, dem Pfannenschmidt das Prädikat „sehr unangenehm“ verleiht. „Da ist eine klare Handschrift erkennbar“, sagt der Trainer mit Blick auf das „taktisch sehr gute und schnelle“ Angriffsspiel der Sachsen – und vor allem auf die sehr effektive 5:1-Deckung des EHV. 

Mit dieser Variante hatten die Essener den ASV, bei dem übrigens die Vertragsverlängerung von Julian Possehl offenbar nur noch Formsache ist, unter anderem gehörig ins Wanken gebracht. „Jetzt wollen wir zeigen, dass wir es besser machen können als in Essen“, so Pfannenschmidt, der sich bereits am eigentlich trainingsfreien Montag mit seinem Team getroffen hatte, um den Einbruch in den letzten 25 Minuten bei Tusem aufzuarbeiten.

Bergen und Schmidt "haben richtig Bock auf diese Sache"

Kreisläufer Mario Bergen und Valentin Schmidt (Rückraum Mitte/links) werden bis zum Saisonende mit einem Zweitspielrecht für die Hammer ausgestattet. „Das sind zwei gute Typen, die richtig Bock auf diese Sache haben“, sagt ASV-Trainer Niels Pfannenschmidt, der „weiß, was ich an den beiden habe“. Denn in seiner Zeit als A-Jugend-Coach in Lemgo gehörten Bergen, der auch in der Abwehrzentrale zum Einsatz kommen kann, und Schmidt zu seinem Kader. 

Die Lemgoer Mario Bergen (links) und Valentin Schmidt dürfen per Zweitspielrecht für die Hammer auflaufen.

„Es hat alles sehr unkompliziert geklappt“, lobt Pfannenschmidt die schnelle Einigung mit dem Klub aus Ostwestfalen, die Manager Kay Rothenpieler ebenfalls hervorhebt. „Wir haben schon in der Vergangenheit sehr gut zusammengearbeitet“, betont er. 

Die ASV-Verantwortlichen sehen in Zweitspielrechten – nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Erwägungen – mitten in der Saison eine deutlich bessere Lösung für den Klub als in festen Verpflichtungen. „Wir machen keine verrückten Sachen“, sagt Pfannenschmidt, und Geschäftsführer Franz Dressel ergänzt: „Wir haben aus der Vergangenheit gelernt.“ 

Zumal Pfannenschmidt von den sportlichen Qualitäten Bergens und Schmidts, die zwei- bis dreimal pro Woche in Hamm trainieren werden, „absolut überzeugt“ ist. „Sie werden uns auf Anhieb weiterhelfen.“ Allerdings noch nicht gegen Aue. Denn da müssen die beiden parallel für die Lemgoer Youngsters beim Leichlinger TV antreten.

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