SKG fiebert Heimauftritt gegen Viana entgegen

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Stefan Gürtler, Robin Schulz und Lucas Karschau (von links) wollen gegen Viana den ersten Sieg in der European League feiern.

HAMM - Die Vorfreude hat längst alle erfasst. Und der Optimismus, dass es klappt mit dem ersehnten Erfolgserlebnis auf der ganz großen Bühne. Oder zumindest mit dem ersten Punktgewinn. Es wäre eine Premiere in der Vereinsgeschichte.

„Die Jungs sprechen im Training über nichts anderes. Sie sind sehr euphorisch“, sagt Hans-Werner „Alfredo“ Meier, Trainer des deutschen Rollhockey-Meisters SK Germania Herringen, vor dem zweiten Heimauftritt in der European League am Samstag (18 Uhr, Glückauf-Sporthalle) gegen Ass Juventude Viana.

Tatsächlich stehen die Chancen auf etwas Zählbares nicht schlecht, auch wenn die Herringer abermals Außenseiter sind gegen die Profis aus dem Norden Portugals. Doch die haben ihre beiden Auftaktpartien gegen Liceo und Forte dei Marmi ebenfalls verloren, haben zwar weniger Gegentreffer kassiert als der SKG, aber auch deutlich seltener getroffen. „Wir sind auf Augenhöhe“, ist sich Meier nach dem Studium der Videos mit den ersten beiden Auftritten Vianas in der European League sicher. „Es wird ausschlaggebend sein, wer von beiden als Mannschaft besser funktioniert.“

Und geht es nach ihm, sollen das natürlich die Herringer sein, die die Möglichkeit wittern, einem Favoriten ein Bein zu stellen. Und damit nach starken Leistungen auch vom Ergebnis her zu dokumentieren, dass sie im zweiten Jahr in Serie in der Königsklasse einen Schritt nach vorne gemacht haben, dass das Team gereift ist. Doch dazu ist eine Steigerung im Vergleich zur Partie in Walsum nötig, wo sich die Germanen zu einem knappen 3:2-Erfolg gemüht hatten. Erst spät war der Bundesliga-Tabellenführer mit der nötigen Aggressivität zu Werke gegangen, das Umschalten von Abwehr auf Angriff lief für Meiers Geschmack zu zäh, „der Ball wurde zu lange getragen und das Tempo verschleppt“. Aspekte, an denen er mit seinen Schützlingen im Training arbeitete, wo zuletzt Stefan Gürtler und Robin Schulz angeschlagen beziehungsweise krankheitsbedingt kürzer treten mussten.

In taktischer Hinsicht versucht der Trainer derweil sein Team für alle Eventualitäten zu rüsten. Denn er ist sich nicht sicher, wie das Spiel der Portugiesen in Herringen angelegt sein wird. „Die ersten drei bis fünf Minuten sind dazu da, genau das abzuklopfen“, erklärt Meier. Setzt Viana beispielsweise auf die kleine Manndeckung und nimmt die Herringer erst neun, zehn Meter vor dem eigenen Gehäuse in enge Bewachung, dann wissen die Germanen und Meier, wohin die Reise geht. „Wenn Viana mauert, wird es schwer für uns, ein gutes Ergebnis zu erzielen“, fügt er hinzu. Doch lassen sich die Gäste auf einen offenen Schlagabtausch ein, „dann haben wir eine reelle Chance“. Aber auch dann nur mit der passenden Balance zwischen Offensive und Defensive, weshalb Meier versucht, den Herringer „Hurra-Stil“ ein wenig einzudämmen. „Ganz bremsen kann und will ich die Jungs nicht. So ist nun mal ihr Spiel, da sind ihre Stärken. Aber man muss das Ganze auch mit Köpfchen angehen“, sagt der Coach. „Wir übernehmen gerne die Initiative. Aber wir dürfen dann nicht nur Druck nach vorne machen. Wenn wir die Abwehr entblößen, ist die Gefahr sehr groß, in Konter zu laufen.“

Auch in anderer Hinsicht betätigt Meier ein wenig das Bremspedal, achtet darauf, dass die Euphorie nicht überbordet. „Man muss zusehen, dass man sich nicht in etwas hineinsteigert. Denn dann kann man anschließend im Bundesliga-Alltag in ein tiefes Loch fallen“, weiß der erfahrene Trainer. Andererseits dürften drei Zähler oder zumindest ein Teilerfolg in der Königsklasse dem Double-Gewinner weiteren Rückenwind verleihen. Und deshalb „setzen wir klar auf Sieg. Wir wollen gewinnen“, sagt Meier. „Die Spieler sind hochmotiviert – und das ist ihr Trainer auch.“ Keine Frage: Die Vorfreude hat längst alle erfasst. - fh

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