Nach Rückzug der Soester EG

Eishockey-Regionalligist Hammer Eisbären spielt international

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Neben der Saison in der Regionalliga messen sich die Hammer Eisbären künftig in einer Zusatzrunde mit den Teams aus der BeNe-League.

Für die Hammer Eisbären steht nach der Saison in der Regionalliga West ein weiterer Cup an. Der Verband hat in Folge des Soester Rückzugs eine Zusatzrunde beschlossen.

Hamm - Der Eishockey-Sport schreibt Geschichte, und die Hammer Eisbären werden ein Teil davon sein. Denn erstmals wird es mit Beteiligung des Eishockeyverbandes NRW (EHV/NRW) eine international übergreifende Liga geben: Mit Beginn der kommenden Saison starten die Teams der Regionalliga-West, in der auch der Hammer Eishockey-Club beheimatet ist, gleichzeitig im neu gegründeten Inter-Regio-Cup (IRC).

Damit reagierte der Verband auf den Rückzug der Soester Bördeindianer, der dafür gesorgt hatte, dass in der Liga nur noch sieben Mannschaften verblieben waren. „Der Verband hat es in der Kürze der Zeit geschafft, die wegfallenden Spiele durch den Rückzug der Soester zu kompensieren“, zeigte sich Eisbären-Manager Jan Koch in einer ersten Stellungnahme zufrieden. „Ich denke, wir bekommen einen zusätzlichen Wettbewerb, der für unsere Zuschauer und Sponsoren neue Gegner und somit zusätzliche Attraktivität bringt.“

Nach dem Rückzug der Soester war der Schock aller Beteiligten groß – nur sieben Mannschaften in der Liga hätten bedeutet, dass entweder die Zahl der Meisterschaftsspiele überschaubar oder alle Teams in einer weiteren Runde hätten gegeneinander antreten müssen, was den Spannungsfaktor für Fans und Spieler nicht gerade erhöht hätte. In der vergangenen Spielzeit traten noch zehn Mannschaften in der Westgruppe der vierthöchsten Spielklasse an. Doch vor dem Soester Rückzug stand bereits fest, dass der TuS Wiehl, der für Absteiger Löwen Frankfurt 1b nachgerückt wäre, sein Aufstiegsrecht nicht wahrnehmen würde und sich die Luchse Lauterbach ebenfalls gegen einen Start entschieden hatten.

Ratingen startet nur in der Regionalliga

Nach längeren Verhandlungen hat der EHV am Montag eine offizielle Meldung an die Vereine versendet, in der nähere Informationen zum neu geschaffenen Inter-Regio-Cup (IRC) gegeben werden. Demnach vereinbarten der Verband und die Verantwortlichen der belgisch-niederländische BeNe-League eine Zusammenarbeit ab der Saison 2019/20. Parallel zur normalen Serie in beiden Ligen wird der IRC ausgespielt. Teilnehmen werden je sechs Mannschaften aus den beiden Verbänden. Vom EHV/NRW sind das neben den Eisbären die weiteren Regionalligisten Dinslaken Kobras, Herforder EV, Neusser EV, SG Diez-Limburg und der EHC Neuwied. Aus der BeNe-League starten die Eaters Geleen, Heerenveen Flyers und Nijmegen Devils aus den Niederlanden sowie HYC Herentals, ICH Leuven und Luik Bulldogs aus Belgien.

Die genannten deutschen Teams spielen zudem in der Regionalliga West, in der auch weiterhin die Ratinger Ice Aliens mitwirken. „Ratingen hat sich aber dazu entschlossen, am Inter-Regio-Cup nicht teilzunehmen“, sagt Koch. „Das müssen wir so akzeptieren. Welche Beweggründe der Verein hat, weiß ich nicht. Für uns erscheint es aber interessant – deswegen machen wir mit.“

Der beschlossenen Vereinbarung gingen Gespräche mit der BeNe-League in den vergangenen Jahren über eine mögliche Zusammenarbeit voraus, die EHV-seitig verantwortlich von Vizepräsident Achim Staudt geführt wurden. Nach den grundsätzlichen Überlegungen folgten intensive Beratungen über einen kombinierten Spielbetrieb und ein gemeinschaftliches Regelwerk. „Für uns als Vereine ist der Aufwand überschaubar, und wir lernen uns außerhalb von Testspielen kennen“, ist Koch gespannt auf das Pilotprojekt. „So können wir uns ein konkretes Bild machen, wie gut ein gemeinsamer Spielbetrieb funktionieren kann.“

Komplizierter Modus

Der Modus für den Inter-Regio-Cup wurde wie folgt vereinbart: Jeder teilnehmende Verein bestreitet je drei zusätzliche Heim- und Auswärtsspiele gegen die Mannschaften aus dem jeweils anderen Verband. Die Paarungen werden (nach Prüfung der Terminmöglichkeiten) ausgelost. Zusätzlich werden jeweils das erste Heim- und Auswärtsspiel der beteiligten Vereine aus den jeweiligen „Heimat-Ligen“ für eine gemeinschaftliche Tabelle gewertet. „Eine etwas komplizierte Regelung“, räumt der Eisbären-Manager ein. „Aber so ist die Sache etwas fairer. Denn hätten wir nur jeweils ein Spiel gegen die Konkurrenten aus der eigenen Liga für die IRC gewertet, hätte eventuell eine Mannschaft vier Heimspiele gehabt, eine andere aber nur zwei.“ Insgesamt werden so am Ende des Inter-Regio-Cup 16 Spiele in die Wertung eingehen.

Während die ersten Spieltermine gegen die BeNe-League-Vertreter noch nicht feststehen (Koch: „Alle Vereine konnten Wünsche äußern, wann sie ihre Begegnungen austragen wollen.“), ist der Saisonstart in der Regionalliga West auf Freitag, 27. September, bereits terminiert. Die Eisbären starten dann um 20 Uhr beim EHC Neuwied. Zwei Tage später ist die EG Diez-Limburg zu Gast in der Eishalle (18.30 Uhr). Am Freitag, 4. Oktober, folgt das Pokalspiel in Bergisch-Gladbach, ehe es am Sonntag, 6. Oktober in der Liga mit der Partie beim Herforder EV weitergeht.

Zwischen den Verbänden wird es parallel zur Austragung des IRC 2019/2020 weitere Gespräche über einen Ausbau der Zusammenarbeit geben.

Die Vereine aus dem EHV NRW

  • Dinslakener Kobras
  • Hammer Eisbären
  • Herforder EV
  • Neusser EV
  • EG Dietz-Limburg
  • EHC Neuwied

Die Vereine aus der BeNe-League

  • Eaters Geleen (NL)
  • Heerenveen Flyers (NL)
  • HYC Herentals (BE)
  • ICH Leuven (BE)
  • Luik Bulldogs (BE)
  • Nijmegen Devils (NL)

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