Fußball-Training für Kinder ist wieder erlaubt

Zurück auf dem Platz: So starten die Hammer Vereine ihr Jugendtraining

In kleineren Gruppen als erlaubt wird der SVE Heessen um Geschäftsführer und Jugendtrainer Konstantin Rühl wieder ein Training anbieten. Eltern müssen die Kinder aber schon am Eingang den Trainern übergeben.
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In kleineren Gruppen als erlaubt wird der SVE Heessen um Geschäftsführer und Jugendtrainer Konstantin Rühl wieder ein Training anbieten. Eltern müssen die Kinder aber schon am Eingang den Trainern übergeben.

Die neue Corona-Schutzverordnung in Nordrhein-Westfalen ist alles – aber nicht gerade leicht zu durchschauen. Daher herrscht auch bei vielen Hammer Fußball-Vereinen große Unsicherheit, wann und wie sie ihre Plätze öffnen können. So dürfen bis zu 20 Kinder bis einschließlich 14 Jahren plus zwei Coaches nun gemeinsam draußen trainieren. Die Hammer Klubs wollen alle ihren Kindern und Jugendlichen wieder das Training ermöglich, doch wie sie derzeit vorgehen, unterscheidet sich. Ein Überblick.

Hamm – „Kinderfußball kann wieder stattfinden. Die Vereine haben ihre eigenen Hygienekonzepte, die noch aus dem vergangenen Sommer herrühren, und sind für die Einhaltung der Vorgaben verantwortlich. Diese Konzepte müssen sie im Vorfeld nicht von der Stadt absegnen lassen“, sagt Stadtsprecher Tom Herberg, der darauf hinweist, dass der Abstand nicht innerhalb der 20er Gruppe, sondern nur zu anderen Gruppen, die gleichzeitig trainieren, bestehen muss. Zudem betont er, dass auch Eltern die Anlage betreten dürfen, die Regelung 20+2 gilt nur für den Bereich des Spielfeldes. „Es ist erlaubt, das Training mit Abstand und Maske zu verfolgen. Aber es ist ratsamer, die Kinder nur zum Platz zu bringen und später wieder abzuholen“, meint der Stadtsprecher.

Auch ältere Fußballer können wieder dem Ball nachjagen, aber derzeit nur in einer Kleingruppe von maximal fünf Leuten aus höchstens zwei verschiedenen Haushalten. Theoretisch können also mehrere Gruppen den Sportplatz nutzen, wenn ein Mindestabstand von fünf Metern zur anderen Gruppe gewährt ist. Das Ganze hängt aber gleichzeitig auch noch vom Inzidenzwert des Bundeslandes ab. „Das richtet sich derzeit nach der Landesinzidenz, der Wert vor Ort hat aktuell keinen Einfluss. Das kann aber natürlich noch kommen“, sagt Herberg und fügt hinzu: „Die Sperrung der Sportplätze ist von der Stadt aufgehoben. Jetzt liegt es in der Hand der Vereine, wie sie sich entscheiden.“

Wie die Hammer Fußballvereine mit der Situation umgehen, wo Fußball schon wieder möglich ist und wo die Plätze noch geschlossen bleiben, haben wir bei den Verantwortlichen nachgefragt.

Hammer SpVg

Werner Schuht (Vereinsmanager): Wir werden das Training für die Jüngeren wieder zulassen. Robin Berghaus kümmert sich jetzt darum, die Termine so abzustimmen, dass die Mannschaften zeitversetzt auf zwei Plätzen, auf dem Minirasenplatz und auf dem Kunstrasenplatz, trainieren können. Wenn dieser Plan steht, vielleicht zum Ende der Woche, spätestens aber in der nächsten Woche, geht es dann los. Wir als Verein werden dabei alles tun, um die Bestimmungen einzuhalten. Für die Kinder ist es einfach wichtig, dass sie ihre sozialen Kontakte wieder haben.

Werner Schuht Hammer SpVg

Westfalia Rhynern

Daniel Spilker (Fußball-Abteilungsleiter): Wir werden ab Mittwoch in abgespeckter Form starten. Die Minis werden einmal pro Woche trainieren, ab der F- oder spätestens E-Jugend versuchen wir, dass sie zweimal pro Woche auf den Platz können. Wir setzen dabei auf unser bereits bestehendes Hygienekonzept, werden aber die Trainer dementsprechend sensibilisieren, dass sie zum Beispiel die Eltern darauf hinweisen, ihre Kinder nur zu bringen und wieder abzuholen. Auch Probetraining wird es in den nächsten zwei Wochen nicht geben. Letztlich geht es nur darum, dass die Kids wieder Spaß haben.

TuS Wiescherhöfen

Marc Lapcevic (2. Vorsitzender): Der engere Vorstand des TuS ist in einem Sondermeeting zu dem Entschluss gelangt, die Sportanlage an der Wielandstraße zunächst nicht für den Trainings-/Sportbetrieb freizugeben. Auch wenn wir nicht von den neuen Gegebenheiten und Möglichkeiten überrascht worden sind, so stellen wir uns dennoch diverse Fragen zur Umsetzung und zur Sinnhaftigkeit dieser Entscheidung. Für Gruppen von höchstens 20 Kindern bis zum Alter von einschließlich 14 Jahren ist der Trainingsbetrieb wieder zulässig. Diese Gruppe dürfte tatsächlich Kontaktsport betreiben, müsste keine Rückverfolgbarkeit gewährleisten und dürfte von einer uneingeschränkten Personenzahl beim Training beobachtet werden.

Folglich gibt es für das Aufeinandertreffen auf dem Sportplatz keine Vorgaben, während dieselben Kinder im Schulalltag durch Wechselunterricht voneinander getrennt werden, während des Unterrichts den Mindestabstand halten oder mindestens einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen. Das ergibt für uns keinen Sinn. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs auch für die Jugendmannschaften bis einschließlich 14 Jahren zunächst nicht zu unterstützen, werden aber nach Würdigung der Lage von nun an wöchentlich darüber neu entscheiden.

Marc Lapcevic TuS Wiescherhöfen

SG Bockum-Hövel

Andre Hähnel (Jugendleiter): Wir sind in den Anfangsplanungen, den Kindern bis 14 Jahren das Training in der kommenden Woche eventuell wieder zu ermöglichen. Wir werden dabei aber auch den Trainern freistellen, ob sie das mit ihren Mannschaften in Anspruch nehmen wollen oder nicht. Die, die das nicht wollen, müssen das auch nicht. Denn wir machen das alle ehrenamtlich. Wir müssen die Detailplanung aber auch noch mit dem Hauptvorstand besprechen.

TuS Germania Lohauserholz

Mario Bürger (Fußball-Abteilungsleiter): Wir lassen die Platzanlage am Hahnenbach in dieser Woche noch zu. Wir werden uns am Freitag in einer Videokonferenz zusammensetzen und dann über einen möglichen Start des Trainingsbetriebs diskutieren. Die Tendenz ist aber, dass wir dann eingeschränkt trainieren lassen.

Mario Bürger TuS Germania Lohauserholz

SVE Heessen

Konstantin Rühl (Geschäftsführer): Man muss diese Freigaben jetzt nicht überstrapazieren, zumal wir bei uns beim SVE das Problem haben, dass wir in der Kita die Gruppen trennen, auf dem Platz dürfen sich die Jungen und Mädchen dann kita- und schulübergreifend treffen. Nichtsdestotrotz wollen wir im unteren Bereich das Training wieder ermöglichen, werden aber nicht in 20er Gruppen was machen, sondern die Teams aufteilen in feste Gruppen mit sechs bis zehn Spielern. Und wenn die Trainer das mitmachen, wollen wir zum Ende der Woche starten.

Wir werden aber eine Kleinigkeit ändern. Um das etwas besser zu handeln, werden wir die Eltern nicht mehr auf die Anlage lassen, sondern die Mütter oder Väter geben ihre Kinder am Eingangsbereich ab. Der jeweilige Trainer holt sie da ab und lässt sie später auch wieder raus. Im älteren Bereich, wo man nur mit zwei Haushalten trainieren darf, haben wir eine Abfrage gemacht, wer da überhaupt Lust zu hat und bereit ist, kontaktfrei und mit Abstand was zu machen

VfL Mark

Jörg Wedekind (Vorsitzender): Wir werden ab der nächsten Woche wieder öffnen und das auch entzerren, so dass zum Beispiel eine Mannschaft auf dem großen und eine auf dem Kleinfeld trainieren kann. Das Hygienekonzept ist aus dem vergangenen Jahr noch da, das ist überhaupt kein Problem. Ich freue mich, dass die Kinder endlich wieder in Bewegung kommen. Komisch ist nur, dass man diese Regelung, dass die Kinder unter 14 Jahren ohne Abstand trainieren können, durch die Zeitung und nicht von der Stadt erfährt.

Jörg Wedekind, Vorsitzender VfL Mark

TSC Hamm

Ibrahim Turan (Jugendleiter): Wir beim TSC werden das diese Woche noch alles im Detail abklären. Wir wollen da nichts falsch machen und kein Risiko eingehen. Wenn das dann alles besprochen ist, dann werden wir schauen, dass wir nächste Woche mit den jüngeren Mannschaften wieder einsteigen.

TuS Uentrop

Werner Gerwin (Vorsitzender): Wir begrüßen es sehr, dass die Kinder wieder die Möglichkeit haben, Fußball zu spielen und werden daher die Anlage wieder öffnen. Wir werden am Mittwochabend in einer Videokonferenz besprechen, wie wir weiter vorgehen werden und was der nächste Schritt sein wird. Wir werden unser Hygienekonzept aus dem vergangenen Jahr den aktuellen Vorgaben entsprechend anpassen. Es sind aber Vorstand, Trainer, Spieler und auch Eltern gleichermaßen in der Pflicht, dies einzuhalten. Es muss klare Regelungen geben.

Hammer SC

Thorsten Carow (Fußball-Abteilungsleiter): Thorsten Carow, Fußball-Abteilungsleiter Hammer SCWir werden ab Donnerstag wieder öffnen, wobei wir keinen Trainer dazu zwingen werden. Nur bei den unter Zwölfjährigen darf ein Elternteil mit auf die Anlage, wobei wir schon appellieren, dass die Eltern davon keinen Gebrauch machen. Zudem besteht auf der gesamten Platzanlage bei uns Maskenpflicht. Wir werden wieder das Hygienekonzept aus dem vergangenen Jahr einsetzen, werden auch wieder Listen führen, um die Kontaktnachverfolgung sicherzustellen. Interessant wird es nur bei unserer Mädchenmannschaft sein, wo manche 14, manche 15 Jahre alt sind. Da müssen wir uns noch überlegen, wie wir damit umgehen.

Thorsten Carow Hammer SC

FC Pelkum

Silke Offermann (Geschäftsführerin): Wir haben schon in der vergangenen Woche mit Zweierteams angefangen. Die Trainer haben sich immer zwei Spieler geholt und mit denen was gemacht. Seit Montag darf die Gruppe ja auch wieder größer sein, und wir haben das direkt ab Montag genutzt. Den Kindern tut das einfach wahnsinnig gut. Jetzt trainiert immer eine Mannschaft von den unter 14-Jährigen pro Tag. Mit Sprühfarbe wurde das Spielfeld eingeteilt, damit immer der Abstand gewahrt werden kann. Wir hoffen nur, dass es nicht zu viel Regen gibt, damit die Mannschaft am nächsten Tag auch noch die Markierungen sehen kann. Die Trainer haben sich entsprechende Übungen herausgesucht, um mit Abstand zu trainieren. Im Seniorenbereich sind wir aber noch nicht wieder gestartet.

BV 09 Hamm

Marco Herzebrock (1. Vorsitzender): Wir werden uns noch diese Woche zusammensetzen. Wir könnten dann frühestens nächste Woche starten, wobei unser fester Plan vorsieht, ab dem 5. April wieder zu beginnen. Denn in der Coronaschutzverordnung gibt es viel Interpretationsraum, da möchten wir einige Dinge noch abklären. Und wir wollen auch unsere Trainer mit ins Boot nehmen, denn die sind letztlich auch in der Verantwortung.

SVF Herringen

Sven Pahnreck (Sportlicher Leiter): Wir werden unseren Kindern unter 14 Jahren ab der nächsten Woche wieder ermöglichen, dass sie bei uns auf dem Platz an der Schachtstraße trainieren können. Darüber hinaus wird bei uns nicht trainiert, wir werden also da nicht bei den Älteren was mit Zweiergruppen machen. Denn Fußball ist keine Einzel-, sondern eine Mannschaftssportart.

Sven Pahnreck SVF Herringen

SSV Hamm

Christian Grewe (Fußball-Abteilungsleiter): Wir starten in der nächsten Woche mit dem Jugendtraining der bis 14-Jährigen. Wir wollen jeder Mannschaft ermöglichen, dass sie einmal pro Woche auf den Platz kann. Wenn sich die Lage positiv entwickelt, wollen wir das natürlich auf zweimal steigern. Es ist einfach wichtig, dass wir die Kinder wieder an den Ball kriegen. Theoretisch können die Älteren ja dann ab dem 22. März auf den Platz. Ich persönlich bin mir noch nicht sicher, ob das klappt, aber für den Fall der Fälle stehen wir da auch in den Startlöchern. Die scharren ja alle schon mit den Hufen.

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