Gegner spricht von Unsportlichkeit

Verlegung abgelehnt: ASV hat Zoff mit Bad Schwartau

Sauer: Hamms Geschäftsführer Franz Dressel.

HAMM - Vor dem ersten Pflichtspiel des neuen Jahres herrscht dicke Luft zwischen dem ASV Hamm-Westfalen und Gegner VfL Bad Schwartau. Der Club aus dem Norden bezichtigt auf seiner Homepage die ASV-Verantwortlichen der Unsportlichkeit, weil sie die Schwartauer Bitte abgelehnt hatten, die Partie kurzfristig zu verlegen.

Eine schöne Aktion hat die Stadt Lübeck ins Leben gerufen. Unter www.luebeck-laechelt.de wurden die Menschen in der Stadt aufgefordert, sich mit einem freundlichen Gesicht zu begegnen – was die Spieler sowie Verantwortliche des VfL Bad Schwartau sofort in die Tat umgesetzt haben. Lächelnd blicken die Akteure des Handball-Zweitligisten von einem Foto auf der eigenen Homepage den Leser an. Doch es ist kaum zu erwarten, dass sie am Donnerstag im Meisterschaftsspiel gegen den ASV Hamm-Westfalen (20 Uhr/Hansehalle) eine ähnliche Freundlichkeit an den Tag legen werden. Der Grund: Die Schwartauer Verantwortlichen sind mächtig sauer auf den ASV, weil dieser sich nicht bereit erklärt hatte, ihrer Bitte auf eine kurzfristige Verlegung der Partie entgegen zu kommen. Zahlreiche Spieler seien verletzt, acht drohen am Donnerstag auszufallen, eine Durchführung der Partie sei daher nur schwer möglich.

Um ihrem Unmut Luft zu verschaffen, wählten die Gastgeber nun ein fragwürdiges Mittel: „Unsportlichkeit mit voller Halle begegnen“ titelte der VfL einen Vorbericht zum Spiel, und im folgenden Text heißt es: „Der VfL sieht dies als mehr als unfair an, da es hier um die Sicherheit der Spieler geht und die sollte immer an erster Stelle stehen...“

Das wiederum brachte Franz Dressel auf den Plan, der die eigene Entscheidung von Unfairness weit entfernt sieht. „Wir halten uns nur an die Richtlinien der Handball Bundesliga“, betont der ASV-Geschäftsführer. „Andere Vereine haben ähnliche Probleme. Wann soll man da die Grenze ziehen. Daher halten wir es bei allen gleich und werden auch bei anderen einem solchen Wunsch nicht zustimmen. Das haben Trainer Kay Rothenpieler, unser Leiter für Spieltechnik, Jürgen Heusner, und ich klar entschieden.“

Verletzungen gehören zum sportlichen Alltag

Eine Verlegung der Partie ohne Einwilligung des Gegners wäre laut HBL-Durchführungsbestimmungen nur in dem Fall möglich, wenn der Grund ein Virus oder eine Epidemie ist. Verletzungen gehören dagegen zum sportlichen Alltag. Dass diese jetzt bei den Schwartauern so massiv auftreten, sei Bestandteil des Liga-Alltags. Um so erboster zeigt sich Dressel: „Wir legen vielmehr die Reaktion der Bad Schwartauer als totale Unsportlichkeit aus“, ärgert er sich. „Das ist dermaßen unangemessen und gleicht einer Hetzjagd auf uns. In der Form bin ich es nicht gewohnt, miteinander umzugehen.“

Schließlich habe der ASV selbst aufgrund von Verletzungen Spieler nachverpflichten und auch schon auf Akteure der „Zweiten“ zurückgreifen müssen. „Und ich hätte die Schwartauer nicht sehen wollen, wenn sie noch im Abstiegskampf stehen würden und wir die Partie gegen einen direkten Konkurrenten verlegen würden, weil dieser Personalprobleme hat.“ Ungeachtet aller Sorgen hat der VfL vor Wochenfrist ein Testspiel gegen Erstligist HSV Hamburg nur mit 23:24 verloren – nicht schlecht für eine Mannschaft, die nicht spielfähig ist. - güna

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