Reitsport

Zoe Osterhoff geht in die Niederlande und lernt vom Weltmeister

Zoe Osterhoff, Springreiterin aus Hamm, wechselt in die Niederlande.
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Zoe Osterhoff, Springreiterin aus Hamm, wechselt in die Niederlande.

Zoe Osterhoff, Springreiterin aus Hamm, will auf der Karriereleiter den nächsten Schritt nach oben machen. 

Hamm - Die talentierte 21-Jährige hat die Zusammenarbeit mit dem jungen Trainer und Geschäftspartner Alexander Bontemps beendet und in den Niederlanden eine neue sportliche Heimat gefunden – auf der Anlage des Weltklassereiters Jur Vrieling. Das große Ziel für 2021: Platzierungen in der Global Champions League.

„Es hat mich schon Überwindung gekostet, diesen Schritt zu gehen. Aber die Auslandserfahrung hat mich gereizt“, sagt Osterhoff. Holwierde bei Groningen – von dort aus wird die gelernte Pferdewirtin versuchen, in die erweiterte Weltspitze vorzudringen. Auf Platz 465 wird sie derzeit gelistet; dies auch der Corona-Pandemie und den geringen Startmöglichkeiten im vergangenen Jahr geschuldet.

Erste Kontakte in Doha

Dass der 51-jährige Vrieling für sie der richtige Trainer ist, habe sich schon Anfang 2020 angedeutet. „Schon da hat er mich gefragt, ob ich mir vorstellen könne, nach Holland zu kommen“, erzählt Osterhoff. Die ersten Kontakte ergaben sich früh im Jahr im Rahmen der Global Champions League bei der Station in Doha in den Vereinigten Arabischen Emiraten – wo auch dieser Tage die wichtigste und höchstdotierte Springsportserie der Welt in die Saison 2021 gestartet ist: „Schon da haben wir gemerkt, dass wir als Schüler-/Trainerteam gut harmonieren würden und es menschlich passt.“

Die Referenzen des Niederländers sind beachtlich. „Er hat schon ein paar Medaillen um den Hals hängen“, sagt Osterhoff mit hörbarer Anerkennung. Vrielings größte Erfolge: Silber bei den Olympischen Spielen 2012 in London, Weltmeister 2014 in der Normandie und Europameister 2016 in Aachen jeweils mit dem niederländischen Team. „Er ist schon sehr erfahren und hat sehr viel Ahnung“, sagt sein neuer Schützling.

Vrieling ist nicht nur ein Top-Springreiter, derzeit in der Weltrangliste auf Platz 85 notiert, sondern auch als Züchter sowie Besitzer eines Ausbildungs- und Handelsstalls erfolgreich. „Es wird interessant sein zu beobachten, wie er das alles managt. Er ist ein Hammer-Reiter und ich hoffe, dass ich das auch werde“, sagt Osterhoff. Acht Boxen hat ihr Vrieling auf der kleinen Anlage freigeräumt. Platz genug für Osterhoffs erste und zweite Garnitur, die ihr für die großen Turniere weiterhin zur Verfügung stehen. Vor dem Umzug trennte sie sich von einigen jungen Pferden, die sie in der Ausbildung hatte: „Es ist erfreulich gut gelaufen. Die Corona-Situation hat sich entschärft. Wir haben die Pferde sehr gut verkauft bekommen.“

Bontemps zeigt sich stolz

Die Zusammenarbeit mit Alexander Bontemps bewertet sie insgesamt positiv. Auch ihr bisheriger Trainings- und Geschäftspartner sieht das nach dem Auszug Osterhoffs aus dem gemeinsamen Stall in Bissendorf in der Nähe Osnabrücks so. Er sei stolz darauf, was sie in den vergangenen Jahren erreicht hätten, teilt Bontemps über die Sozialen Medien mit und schreibt: „Ich werde dein Nummer-Eins-Fan bleiben.“ Auch Osterhoffs Vater Andreas sieht das als eine große Chance an: „Er ist ein Befürworter von Abenteuern und unterstützt mich auch da“, sagt Zoe.

Als U25-Reiterin der Hamburg Giants hofft Zoe Osterhoff darauf, dass sich erste Erfolge in der Zusammenarbeit mit Jur Vrieling auch in der Global Championas League zeigen werden. Die Hammerin hat ihr Spitzenpferd Chacenny in diesem Winter nicht durch die Tretmühlen der internationalen Zweisterne-Turniere geschickt. „Sie ist ja auch schon 14 Jahre alt und damit sie gesund bleibt, haben wir zur Schonung eine längere Turnierpause gemacht“, sagt Osterhoff.

Hoffnung auf Stationen in Südfrankreich

Mit der Tochter von Chacco Blue war sie in der vergangenen Woche erstmals wieder bei einem Late Entry in Damme am Start und checkte deren Form in einer M**-Prüfung: „Ich hatte ein super Gefühl. Jetzt kann ich sie langsam in Gang schieben.“ Die Hoffnung auf einen Start in der Global Tour in Shanghai hat sich allerdings zerschlagen – das Turnier wurde abgesagt. Nun hofft Osterhoff darauf, dass sie sich Ende Mai/Anfang Juni beweisen kann – bei den Südfrankreich-Stationen in St. Tropez und Cannes. „Ob das klappt oder was sonst noch passiert, kann man leider nur spekulieren statt planen“, sagt sie. Dass das Jahr 2021 in der Corona-Pandemie kein verlorenes wird, soll das Training bei Jur Vrieling garantieren. Mit dem Wechsel zum Weltklassemann nach Holwierde sind auch Osterhoffs Ansprüche an sich selbst gestiegen. „Wenn ich es jetzt nicht lerne“, sagt sie, „dann muss an mir liegen...“

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