Handball

Die Wochen der Wahrheit für den ASV Hamm-Westfalen

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Treffen mit dem Ex-Klub: Oliver Milde spielte vier Jahre für den VfL Lübeck Schwartau.

Das knapp verloren gegangene Pokal-Achtelfinale gegen Erstligist Eulen Ludwigshafen war für Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen nur der Aufgalopp zu einer spannenden Saisonphase.

Hamm -  „Jetzt kommen für uns die Wochen der Wahrheit“, weiß Trainer Kay Rothenpieler. Den Auftakt macht am Samstag das Heimspiel gegen den VfL Lübeck Schwartau (19.15 Uhr/Westpress Arena).

Danach geht es Schlag auf Schlag: Essen, Rimpar, Coburg – die nächsten Gegner haben es in sich, sind sie doch allesamt wie der ASV in der Spitzengruppe der Tabelle angesiedelt. „Da ist jedes Spiel eine Herausforderung“, weiß Rothenpieler. „Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir am Limit spielen.“

Dass die Mannschaft bereit ist, hat sie mit dem starken Auftritt gegen die Eulen bewiesen. Der Erstligist wankte. Dass er am Ende nicht fiel, war nicht der größeren Spielstärke der Pfälzer geschuldet. „Am Ende haben Kleinigkeiten entschieden“, war Rothenpieler zufrieden mit der Vorstellung seiner Mannschaft. „Der Kegel hätte in beide Richtungen fallen können.“

Mit Krings ist nicht zu rechnen

Und dass, obwohl mit Merten Krings und Stefan Lex zwei wichtige Akteure gar nicht dabei waren. Während mit Mittelmann Krings aufgrund seiner Verletzung (Anriss des Syndesmosebandes) auch am Samstag nicht zu rechnen ist, dürfte Lex gegen Lübeck auf die Platte zurückkehren. „Er hat sich vor dem Pokalspiel in der Halle mit warm gemacht“, sagt Rothenpieler. „Aber zum Spielen war es zu früh. Letztlich war es eine subjektive Entscheidung. Das Risiko war noch zu groß.“

Dass die Hammer dennoch zu dieser guten Leistung in der Lage waren, macht den Coach zuversichtlich, dass seine Mannschaft in den nächsten Begegnungen wieder zurück in die Erfolgsspur findet. „Du kannst in Eisenach verlieren“, hat Rothenpieler das jüngste 24:29 beim Aufsteiger abgehakt. „Keiner wird so blauäugig sein und gedacht haben, dass wir ohne Niederlage durch die Saison gehen.“

Fokus auf Lübeck Schwartau

Jetzt liegt der Fokus auf Lübeck Schwartau. Und nachdem es der ASV zuletzt zweimal mit Teams zu tun hatte, die den Fokus auf eine offensivere 5:1-Deckung gelegt haben, wird es jetzt wieder gegen einen Kontrahenten mit der eher klassischen 6:0-Variante gehen. „Das 5:1 haben wir gegen Ludwigshafen spielerisch gut gelöst“, lobt der Trainer. „Das war viel besser als gegen Eisenach. Erst als die sich in der zweiten Halbzeit hinten rein gestellt haben, hat bei uns etwas der Druck aus dem Rückraum gefehlt.“

Da ist auf der linken Seite gegen defensivere Abwehrformationen vor allem Oliver Milde gefragt. Der gebürtige Berliner kam nach längerer Verletzungszeit etwas holprig in die Saison, dürfte aber Dank seiner Schwartauer Vergangenheit besonders motiviert ins Spiel gegen seinen Ex-Klub gehen. „Wir werden die einfachen Tore aus dem Rückraum brauchen“, hofft Rothenpieler auf einen starken Auftritt Mildes, der sich den Job mit dem immer besser in Tritt kommenden Ivar Stavast teilt. „Ivar hat es im Spiel gegen die Eulen vor allem gegen die 5:1-Abwehr sehr gut gemacht“, lobt Rothenpieler, weiß aber auch, dass „die 6:0-Deckung nicht unbedingt seine Stärke ist“.

Wiedersehen mit Raguse

Genauso wichtig wie ein effektiver Angriff ist gegen die Lübecker eine sichere Abwehr. Die wird es unter anderem mit dem Erstliga erfahrenen Jan Schult zu tun bekommen – und mit dem Ex-ASVer Mex Raguse. Der 19-Jährige verließ den ASV im vergangenen Winter nach Unstimmigkeiten mit der Vereinsführung und fand in Lübeck eine neue sportliche Heimat. Nachkarten will er vor der Partie aber nicht: „Ich freue mich zum einen, meine Mitspieler wiederzusehen, und zum anderen natürlich auf das Spiel“, sagt der gebürtige Berliner und lobt stattdessen seine Ex-Kollegen. „Hamm spielt eine starke Saison und wird meiner Meinung nach auch für den Rest der Saison oben mitspielen. Um dort zu punkten, müssen wir alles in die Waagschale werfen.“

Der Rückraumlinke hat sich auf die Partie gegen seinen Ex-Klub im vergangenen Heimspiel gegen Erstliga-Absteiger Bietigheim schon einmal warm geschossen. Acht Treffer aus neun Versuchen waren ein Garant dafür, dass der VfL mit einem 29:22-Sieg aus der Halle ging. „Wir werden gegen Mex genauso decken wie gegen andere Mannschaften auch“, betont Rothenpieler. „Er ist ein guter Spieler, das wissen wir. Aber wir werden vorbereitet sein, dürfen ihm die Räume nicht geben. Zumal Schwartau ja noch einige andere gute Spieler hat – die sind ähnlich aufgestellt wie wir.“

Das Rezept gegen die Mannschaft von Trainer Piotr Przybecki unterscheidet sich nicht groß von dem, das gegen andere Teams zum Erfolg führte. „Wir müssen vorne ein bisschen schneller spielen, um Schwartau, das von einer robusten Abwehr mit einem sehr guten Torwart Dennis Klockmann dahinter lebt, in Bewegung zu bringen“, fordert der Hammer Trainer. Dazu bedarf es eines sicheren eigenen Deckungsverbundes, wenn der Auftakt in die Woche der Wahrheit erfolgreich gestaltet werden soll.

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