SKG Herringen in der Euroleague ohne Chance - "Willkommen in der Hölle"

Der SKG Herringen verlor in der Rollhockey-Euroleague gegen Sarzana (Ialien).
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Der SKG Herringen verlor in der Rollhockey-Euroleague gegen Sarzana (Ialien).

Sarzana - „Benvenuti all‘Inferno“ (Willkommen in der Hölle) stand auf einem riesigen Plakat direkt über dem Block der Ultras von Hockey Sarzana. Und zumindest in der ersten Halbzeit war die Auswärtspartie in der Euroleague für den SKG Herringen die reinste Hölle. Mit 1:7 lag der Deutsche Meister nach 25 Minuten zurück und ging am Ende mit einer 5:9-Niederlage vom Platz.

„Bis zur Pause passte der Slogan“, musste Lucas Karschau, der Mannschaftskapitän des SK Germania Herringen, am Ende recht kleinlaut zugeben. Denn die Gastgeber von Hockey Sarzana hatten den Deutschen Meister in der ersten Halbzeit nach allen Regeln der Kunst in seine Einzelteile zerlegt und auf eindrucksvolle Weise demonstriert, dass es auswärts für den SKG auf internationalem Parkett einfach nichts zu holen gibt.

„Die haben uns mit Volldampf überrannt. Ich habe auf so einem kleinen Spielfeld noch nie eine Mannschaft gesehen, die so schnell unterwegs ist“, staunte auch Keeper Timo Tegethoff über die Vorstellung der Italiener, denen die Herrringer im Dezember im Hinspiel noch ein 3:3 abgetrotzt hatten. Doch am Samstagabend gab es für die Germanen nichts zu holen, sie hatten gegen wie entfesselt auftrumpfende Platzherren nicht den Hauch einer Chance.

Dabei hatte die Partie durchaus gut für die Gäste angefangen. Denn nach einem Zuspiel von Lucas Karschau lupfte Christoph Rindfleisch die Kugel geschickt zum 1:0 ins Netz von Sarzana (4.). Doch nur wenige Minuten später schafften die Italiener nicht nur den Ausgleich, sondern drehten innerhalb kürzester Zeit die Partie zu ihren Gunsten. Die Herringer hatten dem Angriffswirbel nichts entgegenzusetzen und konnten froh sein, dass sie beim Seitenwechsel lediglich mit 1:7 in Rückstand lagen.

Der SKG Herringen verlor in der Rollhockey-Euroleague gegen Sarzana (Ialien).

„Eine Mannschaft, die so brutal schnell und druckvoll spielt, haben wir in Deutschland nicht“, gestand der SKG-Vorsitzende Michael Brandt ehrlich ein. „Bei dieser Aggressivität und diesem Pressing konnten wir nicht mithalten.“

In der Tat hatte Sarzana von der ersten Minute an den Hebel auf Vollgas gestellt, attackierte die Herringer schon unmittelbar vor dem Tor von Keeper Tegethoff, kam schnell zu Ballgewinnen und ließ mit ungemein viel Power eine Angriffswelle nach der anderen auf das Gehäuse der Herringer zurollen. „Das war eine unglaubliche Wucht, die der Gegner von der ersten Sekunde an ausgestrahlt hat. Ich weiß nicht, ob die das 3:3 im Hinspiel so geärgert hat, dass die durch uns durchrennen und uns von Anfang an zeigen wollten, dass wir hier ein erneutes Remis schnell vergessen können“, meinte Trainer Christian Zarod. „Das war jedenfalls in Sachern Handlungsschnelligkeit, Tempo und auch Pressing ein Rollhockey, das wir aus Deutschland nicht kennen.Sarzana war ja mindestens zwei Klassen besser als wir Das war echt brutal und für uns eine richtige Lehrstunde.“

Der SKG Herringen verlor in der Rollhockey-Euroleague gegen Sarzana (Ialien).

Nach dem Wechsel änderte sich das ungleiche Kräfteverhältnis ein bisschhen. Das lag zum einen an den Gastgebern, die ihren Akteuren aus der zweiten Reihe Spielpraxis gaben. Aber auch an den Herringern, die sich trotz des klaren und nicht mehr aufzuholenden Rückstand keineswegs hängen ließen, sondern sich kämpferisch zeigten und alles dafür taten, am Ende mit erhobenem Haupt aus der Halle gehen zu können.

So verkürzte Robin Schulz auf 2:7 (29.). Und nach zwei weiteren Treffern der Gastgeber waren es Lucas und Kevin Karschau sowie Santiago Guisao Aristizabal mit seinem ersten Tor für den SKG, die noch für einen halbwegs akzeptablen Endstand von 5:9 sorgten. „Wir haben uns zur Pause gesagt, dass wir uns mehr wehren müssen und dass wir uns nicht abschlachten lassen können. Das hat geklappt, so dass wir die zweite Halbzeit sogar mit 4:2 gewonnen haben“, freute sich Zarod. Und Lucas Karschau fügte hinzu: „Wir haben uns nicht aufgegeben und haben versucht, das Beste aus der Situation zu machen.“

Allerdings gab Michael Brandt zurecht zu bedenken, dass Sarzana dann, wenn es noch einmal enger geworden wäre, „sofort seine Topspieler wieder eingewechselt und den Hebel umgelegt hätte.“

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