Fußball

Wiescherhöfen landet Überraschungscoup gegen Rhynern

Thorsten Heinze hatte alles im Griff.
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Thorsten Heinze hatte alles im Griff.

Das Landesliga-Schlusslicht TuS Wiescherhöfen wirft Westfalia Rhynern aus dem Pokal

Hamm – Gleich dreimal hallte am Dienstagabend gegen 21 Uhr innerhalb weniger Minuten lautstarker Jubel über den Sportplatz an der Wielandstraße. Zuerst, als Otitochukwu Caleb Uwechue kurz vor dem Abpfiff das 2:2 für den TuS Wiescherhöfen in der dritten Runde des Kreispokals gegen den Fußball-Oberligisten Westfalia Rhynern markiert hatte. Dann, als Schiedsrichter Niklas Erkeling (TuS Germania Lohauserholz) die Partie abpfiff und der Landesligist die Tatsache bejubelte, das Elfmeterschießen erreicht zü haben. Und dann natürlich, als der 5:3-Überraschungssieg gegen die Gäste vom Papenloh feststand.

„Wie wir über die 90 Minuten geackert und uns reingeknallt haben, da kann man nur zufrieden sein“, freute sich Wiescherhöfens Spielertrainer Thorsten Heinze über den Coup gegen die zwei Klassen höher spielenden Gäste. „Ich hoffe, wir nehmen diese Euphorie mit ins Spiel am Sonntag gegen Gemen.“ Rhynerns Trainer Michael Kaminski konnte dagegen nicht schnell genug vom Kunstrasenplatz kommen. „Das ist eine bodenlose Frechheit, was wir an Chancen verballert haben. Das geht auf keine Kuhhaut“, wetterte der Coach.

Kaminski hatte im Vergleich zur 2:3-Niederlage am Sonntag in Wattenscheid eine komplett neue Mannschaft aufs Feld geschickt. Und die lag nach nur zwölf Minuten überraschend mit 0:1 zurück. Einen langen Ball nahm Uwechue auf, hatte im Eins-zu-eins-Duell gegen Fabin Hellmich viel zu leichtes Spiel und traf aus 16 Metern mit dem linken Fuß unhaltbar für Rhynerns Keeper Jan Trahe in den Winkel. Dieser Treffer zeigte auf beiden Seiten Wirkung. Während die Platzherren dadurch viel Selbstvertrauen gewannen, aus ihrer kompakten Defensive immer wieder Nadelstiche im Spiel nach vorne setzten, lief beim Oberligisten lange Zeit nicht viel zusammen. So dauerte es bis zur 25. Minute, ehe die Westfalia langsam auf Touren kam und sich ihre Chancen erarbeitete. Doch Eduard Probst (26.), Merlin Zweimann (29.) und Sezer Toy, der nach seiner Verletzungspause erstmals wieder zum Einsatz kam, wussten die teilweise glasklaren Möglichkeiten nicht zu nutzen. Erst kurz vor der Pause stellte die Elf vom Papenloh dann mit einem Doppelschlag die Weichen Richtung vermeintlicher Sieg. Zuerst bediente Toy mit einem Pass in die Schnittstelle Probst, der TuS-Keeper Jan Pankauke mit einem Lupfer zum 1:1 überwand (39.). Vier Minuten später nutzte Zweimann eine maßgenaue Flanke von Tom Franke per Kopf zum 1:2 (43.). „Wir hätten das Ding zur Pause eigentlich schon klar haben müssen“, meinte Kaminski später.

Auch nach dem Wechsel ging der Chancenwucher der Gäste weiter. Toy scheiterte mit seinem Schuss am starken Jan Pankauke zwischen den Pfiosten des TuS wiescherhöfen (58.), dann lenkte der Keeper den Ball zur Ecke, nachdem Akhim Seber von der linken Seite alleine auf ihn zugeeilt war (67.). Und als Pankauke dann doch mal geschlagen war, rettete Heinze auf der Linie nach einem Schuss von Probst (69.). Eine Glanzpararde zeigte der Torhüter auch, als Tom Franke abzog und er den Ball an die Latte lenkte (77.). Und so kam es, wie es im Fußball oft kommt. Eine Minute vor dem Abpfiff traf Uwechue zum viel umjubelten 2:2-Ausgleich (89.) und brachte den Landesliga-Letzten ins Elfmeterschießen, das der Außenseiter zu seinen Gunsten entschied und für Katerstimmung bei den Rhyneranern sorgte. „Wiescherhöfen kommt zweimal vor unser Tor und trifft zweimal. Das nennt man eine tolle Quote. Wir dagegen verballern gefühlt 50 Chancen“, schimpfte Kaminski, der mit der Vorstellung der Akteure, die zuletzt eher hinten dran standen, in keiner Weise zufrieden war. „Der zweite Anzug hat überhaupt nicht gesessen. Bei uns hat nichts gepasst. Wir haben es ja noch nicht einmal geschafft, mehr als einen Elfmeter zu verwandeln. Aber das hatte sich ja schon das ganze Spiel über angedeutet.“

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