Wiescherhöfen in der Landesliga weiter punktlos

TuS-Kapitän Große-Allermann vermisst die Leidenschaft

Jonas Große-Allermann (links) erwartet mehr Aggressivität in den Zweikämpfen.
+
Jonas Große-Allermann (links) erwartet mehr Aggressivität in den Zweikämpfen.

Es war mehr als ein kleiner Hauch von Hoffnung. Es war ein Paukenschlag, der dem TuS Wiescherhöfen in der vergangenen Woche gelungen war, als er den Fußball-Oberligisten Westfalia Rhynern mit 5:3 nach Elfmeterschießen aus dem Kreispokal gekegelt hatte. Doch die Ernüchterung beim Tabellenschlusslicht der Landesliga folgte bereits am vergangenen Sonntag mit der 2:6-Niederlage bei der zuvor ebenfalls punktlosen Westfalia aus Gemen.

Hamm – „Ich bin wirklich optimistisch dahin gefahren. Ich hatte gedacht, wir nehmen die Euphorie vom Spiel gegen Rhynern mit und punkten. Aber dann ist es anders gelaufen“, kann auch Jonas Große-Allermann, der den TuS als Kapitän aufs Feld geführt hatte, diesen krassen Leistungsunterschied innerhalb von nur vier Tagen nicht verstehen.

Dabei hatten die Wiescherhöfener gegen den Oberligisten eine starke Vorstellung abgeliefert, hatten die Zweikämpfe angenommen, die Räume zugelaufen und nach vorne immer wieder gefährliche und letztlich auch erfolgreiche Nadelstiche gesetzt. „An dem Tag waren alle motiviert, keiner wollte sich blamieren, wir wollten uns gut verkaufen. Als wir gesehen haben, dass bei Rhynern viele Leistungsträger fehlen, haben wir sogar gedacht, dass da was gehen kann“, sagt der 25-Jährige Mittelfeldakteur, der im vergangenen Jahr vom A-Kreisligisten Hammer SC an die Wielandstraße gewechselt war. „Da hat dann die Einstellung gepasst, und die Bereitschaft war da.“

Zweikampfverhalten zu schlecht, Abstände zu groß

Doch am Sonntag im Meisterschaftsspiel in Borken war von alledem nicht mehr viel zu sehen – sehr zum Ärger von Große-Allermann: „Da muss man doch mit der gleichen Leidenschaft zu Werke gehen. Aber wenn man nicht voll da ist und auch vom Kopf her nicht zu 100 Prozent bereit ist, kann man in der Landesliga kein Spiel gewinnen. Dabei waren die letzten zwei, drei Gegner qualitativ nicht stärker als wir.“

Aber, so merkt er an, sei das Zweikampfverhalten beim TuS einfach schlecht. Und die Abstände zwischen der Offensivabteilung und Vierer-Abwehrkette seien oftmals viel zu groß: „Es kann ja nicht sein, dass da 50 Meter freier Raum für den Gegner sind. Und in den Zweikämpfen muss man auch mal härter zur Sache gehen und dem Gegner zeigen, dass wir da sind und dass wir bereit sind, alles zu geben. Wir sind nicht super gut besetzt, aber dann muss man sich zumindest voll reinhauen.“

Vorbereitungspläne nicht umgesetzt

Für Große-Allermann liegt die Problematik darin, dass die Mannschaft nicht fit genug sei, um über 90 Minuten in der Landesliga bestehen zu können. Das macht er daran fest, dass die Wiescherhöfener anfangs meist gut mithalten, am Ende aber meist enorm einbrechen und untergehen.

„Das kotzt mich an, dass man jedes Mal mit einem hängenden Kopf vom Platz gehen muss. Das frustriert“, stellt er klar und macht dabei auch die schlechte Vorbereitung auf die Saison verantwortlich. „Unseren Trainer Thorsten Heinze nehme ich dabei raus. Wir hatten schon vor der Vorbereitung einen Plan, um fit zu werden. Aber der ist nicht von allen konsequent umgesetzt worden. Da muss sich jeder hinterfragen, was er geleistet hat. Denn jeder ist für sich verantwortlich, um fit zu sein“, kritisiert er und fordert nun, dass die TuS-Akteure im Training eine Schüppe drauf legen und das Versäumte nachholen.

Mehr als fünf Gegentore pro Partie

„Vorne machen wir schon unsere Tore. Aber hinten müssen wir kompakt stehen und aggressiver in den Zweikämpfen sein. So etwas muss man sich im Training erarbeiten, sonst kann man das auch nicht sonntags im Spiel abrufen“, sagt Große-Allermann, der nach seiner siebenwöchigen Pause aufgrund muskulärer Probleme auch noch konditionellen Nachholbedarf hat.

21 Gegentreffer hat der TuS in den bisherigen vier Partien kassiert, im Schnitt also mehr als fünf pro Spiel – das ist natürlich viel zu viel, um am Ende den Klassenerhalt zu schaffen. Doch aufgeben wollen sich die Wiescherhöfener auf keinen Fall.

Schon am Sonntag im Heimspiel gegen den TuS Haltern II hoffen sie, sich von einer besseren Seite zu präsentieren und den erster Dreier der Saison einzufahren. „Die Trainingsbeteiligung muss besser werden, wir müssen defensiv besser stehen und zu 100 Prozent in die Zweikämpfe gehen. Anders werden wir das nicht hinbekommen“, sagt Große-Allermann und fügt hinzu: „Wir werden alles daran setzen, um uns da unten rauszukämpfen. Wir müssen in den nächsten zwei Spielen drei Punkte holen, damit wir den Anschluss nicht verlieren. Am besten wäre es, wenn wir am Sonntag schon gewinnen. Das wäre für die Tabelle gut. Und für unser Selbstvertrauen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare