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Wie Rouven Meschede den SVE Heessen online zu drei Punkten coachte

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Von: Patrick Droste

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Der Trainer in den eigenen vier Wänden: Rouven Meschede, Coach des SVE Heessen, verfolgte das Spiel seines Teams in Ostinghausen von zuhause.
Der Trainer in den eigenen vier Wänden: Rouven Meschede, Coach des SVE Heessen, verfolgte das Spiel seines Teams in Ostinghausen von zuhause. © Reiner Mroß / Digitalfoto

Es war ein Jubelschrei, der bis auf die Straße zu hören war. Als Konstantin Rühl in der 83. Minute den 3:1-Siegtreffer für den SVE Heessen im Auswärtsspiel der Fußball-Bezirksliga bei SF Ostinghausen erzielt hatte, gab es für Rouven Meschede kein Halten mehr.

Hamm - „Da habe ich quer durch mein Schlafzimmer geschrien“, sagt der Trainer des SVE, der krankheitsbedingt zuhause geblieben und die Partie seines Teams per Livestream im Internet verfolgt hatte. „Meine Vermieterin, die unter mir wohnt, ist schwerhörig. Und die beiden anderen Mieter im Haus waren nicht da. Daher habe ich wohl keinen gestört“, meint der Coach.

In der Nacht zu Sonntag hatte Meschede gemerkt, dass er Fieber bekommt. Am Morgen hatte er dann Rücksprache mit Jens Heusener, dem Sportlichen Leiter der Heessener, gehalten und beschlossen, lieber zuhause zu bleiben. Anschließend telefonierte er mit seinem Co-Trainer Rainer Franke, besprach mit ihm die Aufstellung und die Taktik. „Wir wollten erst einmal tief stehen und schauen, was Ostinghausen so macht“, erklärt Meschede.

Dabei war es lange Zeit überhaupt nicht klar, ob die Begegnung überhaupt ausgetragen werden ann. Denn die Gastgeber hatten schon am Freitag Kontakt zu Staffelleiter Herbert Nüsken aufgenommen und auf Verlegung der Begegnung wegen Unbespielbarkeit des Platzes gebeten. Nüsken hatte aber erklärt, dass der Schiedsrichter dies am Sonntag entscheiden solle. „Als meine Jungs am Sonntagmittag in Ostinghausen ankamen, war immer noch nicht klar, ob die Partie abgesagt wird oder nicht“, so Meschede. Doch der Unparteiische hob den Daumen und gab das Okay.

Telefonischer Austausch in der Pause

Und so sah Meschede dann im Bett liegend, wie seine Mannschaft zuerst in Rückstand geriet, dann aber kurz vor der Halbzeit durch Dominik Giffey den Ausgleich markierte. „In der Pause habe ich dann kurz mit Rainer telefoniert. Das war zwar alles sehr hektisch, denn er musste ja auch in die Kabine zu den Jungs. Aber wir haben trotzdem kurz besprochen, dass wir taktisch weiter so spielen wollen und auch, wie wir wechseln werden“, erklärt der SVE-Coach, der sich dann freuen durfte, dass kurz nach dem Wiederanpfiff Yunus Kämper die Heessener mit 2:1 in Front brachte.

Wie abgesprochen kam dann der erst 18-Jährige Fynn Bsufka aus der A-Jugend zu seinem ersten Einsatz bei den Senioren und hatte sogar die große Chance, das 3:1 zu erzielen. „Leider hat er den nicht weggemacht. Da hätte ich mich sehr führ ihn gefreut, wenn er getroffen hätte. Aber er hat auch so ein super Spiel gemacht“, stellt der Coach klar, der dann bis zur 83. Minute warten musste, ehe er nach dem Treffer von Konstantin Rühl den immens wichtigen Sieg seiner Schützlinge bejubeln durfte. Denn hätte der SVE aus Ostinghausen keinen Zähler mitgebracht, wäre er nun punktgleich mit dem SV Drensteinfurt, der den ersten Abstiegsplatz belegt. „Es hatte sich zuletzt angedeutet, dass der Knoten bei uns platzt“, meint Meschede und hofft, dass seine Heessener in den Partien gegen die Reserve der Hammer SpVg und gegen Drensteinfurt noch nachlegen und mit einem dicken Polster zu den Abstiegsplätzen in die Winterpause gehen können.

Rückkehr auf den Platz geplant

In den Spielen will Meschede wieder selbst auf dem Platz stehen und nicht erneut zuhause die Partien im Internet verfolgen müssen – auch wenn ihm und seinem Team dies am Sonntag Glück gebracht hatte. „Ich sympathisiere ein bisschen mit Borussia Dortmund, bin aber kein Fan, der da extrem mitfiebert. Von daher schaue ich selten Fußball im Fernsehen“, sagt er. „Aber das am Sonntag war nervenaufreibend, das war echt die Hölle. Man kann da nur die Daumen drücken und hoffen, aber selbst nicht Einfluss nehmen. Das brauche ich nicht nochmal. Aber jetzt stehe ich wieder auf dem Platz.“

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