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Wie erwartet: Die HSV zieht die Reißleine und entlässt Trainer Heiko Hofmann

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Von: Patrick Droste

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Heiko Hofmann wurde als Trainer der Hammer SpVg am Samstagmorgen entlassen.
Heiko Hofmann wurde als Trainer der Hammer SpVg am Samstagmorgen entlassen. © Reiner Mroß/Digitalbild

Nach drei Niederlagen in Folge hat Fußball-Westfalenligist Hammer SpVg Konsequenzen gezogen und sich von Trainer Heiko Hofmann getrennt. Bis auf Weiteres wird es bei der HSV nun eine interne Lösung geben.

Hamm – Am Samstagmorgen war Holger Wortmann 45 Minuten lang joggen gewesen. Aber nicht, um den Kopf frei zu bekommen oder sich noch einmal Gedanken über die Position von Trainer Heiko Hofmann zu machen. Sondern vielmehr, weil er den Coach nicht schon um 8 Uhr anrufen und ihm mitteilen wollte, dass die Hammer SpVg ab sofort nicht mehr auf seine Dienste zurückgreifen möchte.

„Mit Blick auf die Tabelle hatten wir große Sorgen, dass wir stimmungs- und ergebnistechnisch auf die unteren Ränge zusteuern. Das können und wollen wir nicht akzeptieren. Daher haben wir die Reißleine gezogen“, sagt der Sportliche Leiter des Fußball-Westfalenligisten aus dem Hammer Osten. „Und angesichts der Leistungen, die zuletzt abgeliefert wurden, blieb uns nichts anderes übrig.“ Damit bestätigte Wortmann das, was wa.de bereits nach dem erneut schwachen Auftritt am Freitagabend im Heimspiel gegen GW Nottuln (0:3) verkündet hatte.

Hofmann wollte sich auf Nachfrage nicht im Detail zu seiner Demission äußern, zeigte sich aber enttäuscht darüber, dass er von der HSV schon nach zehn Meisterschaftsspielen von seinen Aufgaben entbunden wurde. „Ich will mich dazu nicht weiter äußern. Nur soviel, dass ich denke, dass ich mit der Mannschaft den Turnaround geschafft hätte, damit wir in Ruhe in die Winterpause hätten gehen können“, sagte der 47-Jährige. „Ich finde das natürlich schade und habe auch schon ein Stück weit Zuspruch aus der Mannschaft bekommen. Aber dass der Verein nun anders plant, akzeptiere ich. Letztlich möchte ich mich beim Verein und beim Team für die gute, aber auch ein bisschen turbulente Zeit bedanken.“

Die HSV entlässt Trainer Heiko Hofmann

Die drei Niederlagen in Serie gegen Borussia Emsdetten (1:2), beim Lüner SV (0:5) und eben am Freitag gegen Nottuln (0:3) waren den Verantwortlichen letztlich zu viel, so dass sie sich zum Handeln gezwungen sahen. Hinzu kam auch zu Beginn das peinliche aus im Kreispokal beim B-Kreisligisten SV Afferde. „Wir sind davon überzeugt, dass die Mannschaft deutlich mehr Potenzial hat als sie es zuletzt gezeigt hat“, erklärt Wortmann. „Aber es geht auch um die Entwicklung des Teams. Und Konsolidierung heißt nicht, dass man sehenden Auges in den Abstiegskampf hineingerät, sondern bedeutet, dass man in Ruhe arbeiten und die Spieler und das Gesamtgebilde entwickeln kann. Das haben wir stark gefährdet gesehen.“

Zudem betonte Wortmann, dass es dabei nicht um einen möglichen Wiederaufstieg in die Oberliga ging. Dies sei überhaupt nicht das Ziel gewesen. „Aber wir sind davon überzeugt, dass wir eine Mannschaft für gehobene Westfalenliga-Ansprüche haben. Denn nach unserer Meinung ist der Kader in der Breite qualitativ besser bestückt als in der vergangenen Oberliga-Saison“, sagt der Sportliche Leiter, der es unbedingt vermeiden will, dass die HSV ähnlich wie ihre Mitabsteiger TuS Haltern und Westfalia Herne direkt nach unten durchgereicht wird. „Das ist ein nicht akzeptables Szenario.“

HSV setzt auf interne Lösung

Wortmann bringt allerdings durchaus auch Verständnis dafür auf, dass das Arbeiten und vor allem der Start für Hofmann bei der HSV nicht unbedingt leicht waren. „Es war natürlich schwierig, eine Mannschaft nach einem Abstieg zu übernehmen, bei der zudem das Personal zu 80 Prozent schon feststand“, sagt er er. „Wir haben aber dann, als Heiko da war, in jedem Mannschaftsteil nochmal nachgerüstet und Almin Spahic, Dario Markovski und Barbaros Inan geholt. Und Heiko hat sich bei uns akribisch eingebracht und hatte anfangs auch gute Ideen für den Stabilisierungsprozess. Aber am Ende zählen nun mal Punkte und Ergebnisse.“

Bis auf Weiteres werden nun die bisherigen Co-Trainer Philipp Grodowski und Karl-Heinz „Mano“ Zielinski zusammen mit Wortmann die Mannschaft betreuen.  Bei der Suche nach einem Hofmann-Nachfolger wollen sich die Verantwortlichen der Hammer SpVg bewusst Zeit lassen. „Es wird keinen Schnellschuss geben. Da werden wir Sorgfalt vor Geschwindigkeit walten lassen“, sagt Wortmann.

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