Widerstand beim SSV gegen Fusion mit der HSV

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Hofft: SSV-Vorsitzender Jürgen Lethaus.

HAMM -  Fusion oder nicht? Die Antwort darauf ist, was die Hammer SpVg und den SSV Hamm betrifft, vorerst verschoben. Zumindest, was den Südener Sportverein angeht: „Wir wollen es nicht ad acta legen“, sagt der SSV-Vorsitzende Jürgen Lethaus. „Aber bis zum Sommer wird es definitiv noch nichts.“

Ursprünglich hatten die Vorstände beider Vereine noch nach der gemeinsamen Informationsveranstaltung vom 24. November vergangenen Jahres optimistisch gehofft, alle Formalien zur Gründung eines neuen Großvereins in Hamm Mitte/Süden bis zum 31. März über die Bühne zu bekommen, damit die jeweiligen Mannschaften ab der kommenden Saison den Spielbetrieb unter neuem Dach aufnehmen können. Im günstigsten Fall hätte dann in den Mitgliederversammlungen der HSV (Freitag ab 19.30 Uhr) und des SSV am 26. März die Fusion zur Abstimmung gestellt und beschlossen werden können.

Doch vor allem die SSV-Verantwortlichen haben dabei nicht mit dem hartnäckigen Gegenwind aus Breitensport- und Fußballabteilung gerechnet. „Es gibt in erster Linie Widerspruch von den Fußballern“, räumt Lethaus ein. „Elsbeth Kruse (Anm. d. Red: Breitensportabteilung) befürwortet es zwar auch nicht, hält sich dabei aber zurück. Die Fußballer haben derzeit einen guten Zulauf. Nächstes Jahr wird es im Seniorenbereich wahrscheinlich noch eine Mannschaft mehr. Da muss sicher noch geklärt werden, wie die ‘HSV-Profi-Abteilung‘ und unsere Amateure zusammengebracht werden können.“

In den anderen SSV-Abteilungen gebe es dagegen keine Berührungsängste. „Basketballer und Volleyballer sehen da kein Problem“, sagt Lethaus. „Und auch unser Ehrenvorsitzender Alfred König steht hinter der Idee.“

Abhaken will der SSV-Vorsitzende die Fusions-Pläne dennoch nicht, zumal er nur für einen Großverein eine realistische Überlebensmöglichkeit sieht. „Ich weiß nicht, ob wir es noch hinbekommen werden“, sagt er. „Aber einen Verein wie unseren zu führen, ist mit viel Energie und Aufwand verbunden. Und das ist auf Dauer nur mit einer hauptamtlichen Geschäftsführung möglich – die wiederum nur in einem Großverein bezahlbar ist. Man muss nur die Mitglieder überzeugen.“

Dies soll nun längerfristig geschehen als ursprünglich geplant. „Wir werden uns im April mit den HSV-Verantwortlichen treffen und überlegen, welche Aktionen wir starten wollen, um das hinzubekommen“, so Lethaus. „Möglich wäre es zum Beispiel, gemeinsame Sportveranstaltungen anzubieten – etwa im Sinn von Sportabzeichen.“

Zumindest für die kommende Saison können die Südener zudem weiter mit dem dritten Sportplatz, der Friesenkampfbahn, planen. „Wir haben die Option, den Platz in Berge für ein weiteres Jahr zu nutzen“, sagt Lethaus. Zudem soll der Sportplatz an der Grünstraße mit einer Flutlichtanlage ausgestattet werden, um für die Zeit gerüstet zu sein, wenn der Sportplatz am Hellweg nicht mehr zur Verfügung stehen wird.

Bis 2016 ist Lethaus noch im Amt des Vorsitzenden beim SSV – mindestens. Ob er das auch darüber hinaus, bleiben möchte oder sich vorstellen könne, einen Posten im Fusionsverein zu übernehmen, falls dieser doch noch eine Mehrheit finden wird, wollte er noch nicht sagen. „Ich werde jetzt 61 Jahre alt“, sagt Lethaus, der im Berufsleben als Rektor der Hellwegschule ebenfalls stark eingebunden ist. „Und da muss man einfach irgendwann ein bisschen kürzer treten.“ - güna

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