Wichtiger Punktgewinn für Westfalia Rhynern

Schermbeck - Rhynern Kleine Dateiname: Kleine2

Schermbeck - Sie hatten ganz tief in die Trickkiste gegriffen. So hatte Björn Mehnert, Trainer des Fußball-Oberligisten SV Westfalia Rhynern, das Training in der vergangenen Woche unter das Motto „Straßenfußball” gestellt, um den Spaßfaktor zu erhöhen.

Auf die Abschlusseinheit am Freitag hatte er sogar ganz verzichtet. Anstelle dessen waren im Vereinsheim zwei Kickertische aufgebaut worden, an denen ein Turnier veranstaltet wurde. Und am Sonntag im Auswärtsspiel beim Aufsteiger SV Schermbeck liefen die Rhyneraner nicht im gewohnten blauen Dress, sondern in schwarzen Trikots auf. Zum dritten Saisonerfolg reichte es für den Tabellenvorletzten trotzdem nicht, die Westfalia musste sich nach einem verrückten Spiel mit einem 3:3 (0:1) begnügen – fühlte sich nach dem Abpfiff aber zumindest als moralischer Sieger. „Wenn man mit 1:3 zurückliegt und dann mit zehn Mann noch ein Remis erreicht, dann sieht man, dass die Mannschaft funktioniert und intakt ist”, sagte Mehnert. Und Außenverteidiger Jan Apolinarski fügte hinzu: „Wir waren in Unterzahl nicht nur gleichwertig, sondern hatten auch noch die besseren Chancen. Daher können wir schon mit einem guten Gefühl nach Hause fahren.”

Die Rhyneraner waren gut in die Partie gestartet, hatten durch Joachim Mrowiec (3.), der erstmals seit seinem Wechsel an den Papenloh in der Startformation stand, einen Kopfball (5.) und einen Schuss von Thanh-Tan Tran (13.) sowie einen Freistoß von Robin Hoffmann, der an die Latte klatschte (29.), beste Möglichkeiten. Weitaus effektiver zeigten sich jedoch Gastgeber, als nach einer Ecke von Routinier Marek Klimczok SVS-Angreifer Tim Dosedal völlig frei stand und zum 1:0 einköpfte (36.). „Da hat uns einfach mal das nötige Glück gefehlt, damit wir in Führung gehen”, ärgerte sich Mehnert später.

In der zweiten Halbzeit überschlugen sich die Ereignisse. Zuerst wurde Lennard Kleine von Patryk Niedzicki im Strafraum gefoult – und Kleine verwandelte den Elfmeter selbst zum 1:1 (50.). Doch nur zwei Minuten später lagen die Rhyneraner erneut in Rückstand. Wiederum nach einer Ecke von Klimczok. Dieses Mal war es Kevin Ewald, der völlig frei stand und zum 2:1 einköpfte (52.). Es kam sogar noch schlimmer für die Gäste. Einen Freistoß vom Klimczok fälschte der kurz zuvor eingewechselte Jan Kleine zum 3:1 für den SV Schermbeck ins eigene Tor (71.) ab.

Doch die Rhyneraner zeigten eine beeindruckende Moral und schafften nur eine Minute später den Anschlusstreffer. Lennard Kleine war wiederum im Strafraum von den Beinen geholt wurde, und Tran verwandelte den Foulelfmeter zum 3:2 (72.). Als Lennard Kleine in der 74. Minute erneut Opfer einer überharten Attacke der SVS-Abwehr wurde, ließ er sich zu einer Beleidigung seines Gegenspielers Ewald hinreißen und sah vom guten Schiedsrichter Marcel Neuer die Rote Karte. Während Kleine mit hängendem Kopf Richtung Tribüne trottete, zirkelte Hoffmann den Freistoß an der Mauer vorbei zum 3:3 ins Netz der Platzherren (75.). „Man hat gesehen, dass die Jungs zusammenhalten”, resümierte Mehnert. „Aber jetzt müssen wir den Bock umstoßen und gegen Stadtlohn gewinnen.” Die Partie wurde von kommenden Sonntag auf Freitag (20 Uhr) vorgezogen.

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