Westönner Triumph dank Nerven wie Drahtseile

WERL -  „Das war Gänsehaut pur!“ Michael Grossmann, Werler Bürgermeister, war ganz aus dem Häuschen! Er war Augenzeuge, wie mit RW Westönnen eine Mannschaft aus seiner Stadt das Warsteiner Masters gewonnen hat. Und wie – mit 8:7 nach Neunmeterschießen wurde im dramatischen Finale der Westfalenligist RW Mastholte in die Knie gezwungen.

Die Bahndamm-Elf trat damit in die Fußstapfen des benachbarten Oberligisten und Vorjahresgewinners Westfalia Rhynern, dem in diesem Jahr der fünfte Platz blieb. Dabei brachten die Rot-Weißen das Kunststück fertig, dreimal ins Neunmeterschießen zu müssen und dabei dreimal die Oberhand zu behalten. Die Schützlinge von Trainer Helmut Ufermann bewiesen, dass sie Nerven wie Drahtseile hatten.

Danach sah es beim ersten Neunmeterschießen zunächst nicht aus, als in der ersten Runde gegen Beckum die ersten beiden Schützlinge am gegnerischen Keeper gescheitert waren. Doch hatten sie Matthias Gerke im Tor, der seine Mannschaft im Spiel hielt. Danach waren die Westönner treffsicher und qualifizierten sich für die zweite Runde.

Hier war Westfalia Wethmar der Gegner und wurde mit 2:0 nach Verlängerung in die Trostrunde geschickt, ehe in der Neuauflage des Vorjahres-Finales erneut Nervenstärke gefragt war. Denn gegen Westfalia Rhynern ging es erneut ins Neunmeterschießen, wobei die Rot-Weißen erneut Nervenstärke bewiesen.

Damit war soviel Dampf auf dem Westönner Kessel, dass im Hauptrundenfinale SuS Bad Westernkotten eindrucksvoll in die Schranken gewiesen wurde. Ein halbes Dutzend schenkte RWW dem Bezirksligisten ein, womit der Weg frei war ins Finale.

Hier standen sich zweimal Rot-Weiß gegenüber: der A-Kreisligist aus dem Kreis Soest und der Westfalenligist RW Mastholte, der nach seiner Auftaktniederlage gegen Roland Beckum den beschwerlichen Weg durch die Trostrunde hatte gehen müssen. Dadurch ließen sich die Akteure aus dem Rietberger Stadtteil aber nicht beeindrucken, sie lieferten dem Hauptrundensieger ein Finale, das als das spektakulärste in die Geschichte des zum 18. Mal ausgerichteten Masters eingehen wird.

Das Finale entwickelte sich von Beginn an zu einem offenen Schlagabtausch. Chancen wurden hüben wie drüben vergeben, ehe Michael Heinz RWW nach Eschmann-Pass kurz vor dem Pausenpfiff des über zweimal sieben Minuten geführten Finals in Führung brachte. Nach dem Seitenwechsel und einer vergebenen Holtkamp-Chance aber glich Salzmann für Mastholte aus (11.). Postwendend gab Steffen Eschmann mit dem 2:1 die passende Antwort (12.). Mit dem Triumph war es aber noch nichts, denn Vogt rettete den drei Klassen höher spielenden Trostrundensieger die Verlängerung (14.).

Auch hier ging es Schlag auf Schlag. Eschmann fackelte per Drehschuss nicht lange, machte das 3:2 (16.). Tobias Edler, einst in Soest und Hultrop aktiv, glich erneut aus (17.). Wieder ging Westönnen in Führung, diesmal durch Heinz (18.). Doch Ndubueze zwang RWW ins Neunmeterschießen (19.).

Hier hatten sich die Rot-Weißen offenbar warm geschossen. Denn kein Schütze der Bahndamm-Elf gab sich eine Blöße. Nach Ndubuezes 4:5 glich Eschmann aus, Vogts 5:6 beantwortete Schwarze erfolgreich. Danach verzog Salzmann auf Mastholter Seite, während Westönnens Clarysse genug Zielwasser getrunken hatte. Zwar glich Micarek für Mastholte noch einmal aus. Doch nach Ringes 8:7 für Westönnen schlug die große Stunde von Matthias Gerke, als er Tobias Edlers Schuss abwehrte.

Die Freude auf Seiten des A-Kreisliga-Tabellenführers kannte keine Grenzen, Gerke war der umjubelte Held, der von seinen Kameraden nahezu erdrückt und anschließend auch noch zum besten Torwart des Turniers gewählt wurde. Sein Teamkamerad Michael Heinz wurde Torschützenkönig, der Mastholter James Ndubueze zum besten Spieler gewählt.

Die Bilanz des FLVW-Kreises Soest war insgesamt hervorragend, belegte der SV Westfalia Soest doch den vierten und der SV Hilbeck den fünften Platz. SG Oestinghausen landete auf Platz sieben, die Sportfreunde Ostinghausen auf Platz 13. Entsprechend zufrieden war Kreisvorsitzender Franz-Josef Jochheim: „Westönnens Sieg ist für den Kreis ein toller Erfolg. Er ist glücklich, aber verdient!“

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