Westfalias Sportchef Martin Schiffer: „Gibt kein Patentrezept“

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Rhynerns Sportlicher Leiter Martin Schiffer.

Hamm - Nach der 2:4-Niederlage beim SV Lippstadt 08 ist der SV Westfalia Rhynern auf den vorletzten Tabellenplatz der Fußball-Oberliga abgerutscht. Über mögliche Gründe des Absturzes und Lösungsmöglichkeiten sprach Patrick Droste mit Martin Schiffer, seit Saisonbeginn neuer Sportlicher Leiter der Papenloh-Elf.

Herr Schiffer, hatten Sie erwartet, dass die Westfalia nach sechs Spieltagen so tief im Tabellenkeller steckt?

Schiffer: Nein, auf keinen Fall. Mir war klar, dass wir angesichts unserer Abgänge (Anm. der Redaktion: Felix Bechtold, Michael Wiese, Philipp Hanke) nicht noch einmal so eine gute Saison spielen. Aber mit einem Platz im gesicherten Mittelfeld hatte ich schon gerechnet.

Wie können Sie sich diese schwachen Auftritte erklären? Oder anders gefragt: Was passt in diesem Jahr nicht?

Schiffer:  Wir gewinnen die Spiele für den Gegner. Zu Beginn sind wir meist auf Augenhöhe. Aber dann kassieren wir entweder Rote Karten oder uns passieren individuelle Fehler, die der Gegner eiskalt ausnutzt. Allerdings sehe ich uns auch nicht so schlecht, wie es derzeit unsere Tabellenposition und unser Punktekonto aussagen.

Was muss anders werden?

Schiffer: Wir dürfen jetzt nur nicht den Fehler machen, uns gegenseitig auf die Schulter zu klopfen und zu sagen: Das wird schon. Und wir dürfen nicht nur auf spielerische Mittel setzen. Denn wenn man nur schön spielt und gut mithält, am Ende aber nichts Zählbares mitnimmt, dann ist das eben alles nichts wert. Ich habe mir zum Beispiel am Sonntag die Partie des ASC Dortmund gegen Stadtlohn angeschaut. In spielerischer Hinsicht machen die beiden Teams uns nichts vor, aber die Jungs sind alle richtig dran und drauf gegangen. Wir können in dieser Liga jeden Gegner schlagen, wenn wir alles in die Waagschale werfen. Wir können aber auch gegen jede Mannschaft verlieren, wenn wir nicht zu 100 Prozent bei der Sache sind.

Ist das auch eine trügerische und damit letztlich fatale Sicherheit, dass man spielerisch ja eigentlich besser ist als die meisten Gegner?

Schiffer:  Natürlich muss man da mächtig aufpassen. Das, was in der vergangenen Saison alles geklappt hat, funktioniert jetzt nicht mehr. Da muss ein Umdenken stattfinden.

Haben Sie Angst, dass die Westfalia auch am Ende der Saison da unten steht und in die Westfalenliga absteigen muss?

Schiffer: Natürlich ist alles möglich. Man muss auch mit so einem Szenario rechnen. So blauäugig sind wir nicht, um das komplett auszuschließen. Aber ich denke, dass die Mannschaft über die nötige Qualität und genügend Potenzial verfügt, um da unten wieder rauszukommen. Aber man muss hart arbeiten. Und man sollte wach werden.

Jetzt fehlt in den nächsten vier Spielen mit dem rotgesperrten Dustin Wurst nicht nur der Mannschaftsführer, sondern auch ein Akteur, der in Sachen Einsatzbereitschaft ein Vorbild ist. Das ist doch besonders bitter, oder?

Schiffer: Klar tut das weh. Aber wir haben auch so noch genug gestandene Oberliga- und auch Führungsspieler, die diese Rolle ausfüllen können, bei uns im Team. Es sind genug Charaktere in der Mannschaft, die dagegen halten können. Aber wir dürfen dabei natürlich nicht so dumm sein, uns wieder Karten zu holen. Wir müssen da cleverer sein.

Haben Sie Sorge, dass Björn Mehnert ähnlich wie Lucien Favre bei Borussia Mönchengladbach die Reißleine zieht und meint, er wäre nicht mehr der perfekte Trainer für die Mannschaft?

Schiffer: Man kann uns sicher nicht mit Mönchengladbach vergleichen. Tatsache ist, dass Björn gute Arbeit macht. Er passt zu uns. Sollte er ähnliche Gedanken hegen wie der Herr Favre, wäre das für uns fatal.

Wie fatal wäre es für die Mannschaft, wenn auch die nächste Partie am Freitag gegen den Viertletzten SC Paderborn 07 II verloren gehen würde?

Schiffer: Es ist sicherlich kein Endspiel für uns, dafür ist die Saison noch zu jung. Aber es ist eine Sechs-Punkte-Partie, die wir unbedingt gewinnen wollen und die wir auch gewinnen werden. Sollten wir am Freitag doch wieder mit leeren Händen dastehen, wäre dadurch noch nichts verloren. Aber es würde dann von Mal zu Mal schwieriger.

Das nächste Heimspiel der Rhyneraner gegen Paderborn II wurde kurzfristig von Sonntag auf Freitag (20 Uhr) vorgezogen.

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