Rhynern verliert 0:1 gegen starken Spitzenreiter Erndtebrück

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Hart umkämpft war das Duell zwischen Westfalia Rhynern und dem TuS Erndtebrück. Hier versucht Philipp Hanke den Ball gegen Philipp Böhmer, der später das entscheidende Tor markierte, zu behaupten.

HAMM - Am Ende stürmte auch Christoph Hunnewinkel mit. So wie zuletzt mancher Torhüter in der 1. und 2. Bundesliga. Doch das, was im Profi-Fußball beim FC Augsburg und RB Leipzig vortrefflich funktioniert hatte, gelang dem Keeper des SV Westfalia Rhynern nicht. So musste sich die Elf vom Papenloh im Heimspiel der Fußball-Oberliga letztlich überaus knapp mit 0:1 (0:0) Spitzenreiter TuS Erndtebrück geschlagen geben.

Von Patrick Droste

„Es gibt so Tage, da kann man einfach nicht gewinnen“, sagte Trainer Björn Mehnert nach der hart umkämpften Partie, in der sich beide Teams lange Zeit neutralisierten, ehe ein Sonntagsschuss von Philipp Böhmer in der 63. Minute die Begegnung vor 500 Zuschauern entschied.

Dass die Rhyneraner anschließend nicht mehr zum Ausgleich kamen, dafür gab es zwei Gründe. Zum einen war der TuS ein ungemein starker Gegner, der eindrucksvoll untermauerte, warum er nun an der Spitze der Oberliga steht. „Man hat nicht nur bei dem entscheidenden Treffer gesehen, über welche Qualität diese Mannschaft verfügt“, erklärte Felix Bechtold. Zum anderen hatte aber auch der Unparteiische Cetin Sevinc, der Mehnert schon im ersten Durchgang auf die Tribüne geschickt hatte, nicht gerade seinen besten Tag erwischt. „Wenn man gegen 14 Mann spielen muss, hat man nun mal keine Chance“, meinte Torwart Christoph Hunnewinkel. „Der hat ja jede enge Entscheidung gegen uns gepfiffen.“ Und Jan Apolinarski fügte hinzu: „Mir fehlen die Worte, ich bin völlig konsterniert über diese Leistung. Der Schiedsrichter hat sehr komisch gepfiffen. Wir hatten ja gar keine Chance, ins letzte Drittel des Spielfeldes zu kommen. Er hat vorher immer gegen uns entschieden. Da hätte ich besser Eis essen gehen können.“

Während der Referee der schwächste Mann auf dem Platz war, zeigten die beiden Teams eine intensive und engagierte Vorstellung. Zwar fehlten die spielerischen Glanzlichter, dafür aber sahen die Zuschauer ein hart umkämpftes Match, in dem sich die 22 Akteure nichts schenkten. Die beste Chance auf Seiten der Platzherren hatte David Schmidt, der nach einem Freistoß von Felix Bechtold knapp das Gehäuse der Gäste verfehlte (12.). Auf der anderen Seite konnten sich die Rhyneraner bei Hunnewinkel bedanken, der einen Freistoß von Böhmer gekonnt entschärfte (24.). „In der ersten Halbzeit haben wir das richtig gut gemacht“, lobte Mehnert später seine Akteure. „Wir haben viele zweite Bälle gewonnen. Und haben die TuS-Offensive, die meiner Meinung nach die stärkste der Liga ist, weit von unserem Tor ferngehalten.“ Nach dem Wechsel kippte die Partie. Erndtebrück brachte mehr Leidenschaft ins Spiel und wurde bereits in der 63. Minute belohnt.

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Fußball Oberliga: Rhynern verliert Spitzenspiel gegen Erndtebrück 0:1

Nach einem feinen Pass von Böhmer schirmte Anis Saidi den Ball geschickt ab, legte dann zurück, so dass Böhmer per Schrägschuss in den Winkel den entscheidende Treffer markierte. „Das war ein Traumtor“, meinte TuS-Trainer Florian Schnorrenberg nach dem Abpfiff. Und Mehnert betonte: „Das war ein Geniestreich. Den Ball trifft er traumhaft.“

Rhynerns Coach reagierte auf den Rückstand und auf die mangelnde Durchschlagskraft seiner Offensive, brachte nacheinander mit Matteo Fichera, Max Wagener und Tim Neumann groß gewachsene Spieler, die ihre Kopfballstärke einbringen sollten. Und fast wäre dieser Schachzug belohnt worden. Denn nach einem gewonnen Kopfballduell kam Philipp Hanke in der 86. Minute frei zum Schuss, scheiterte aber an Gäste-Torwart Timo Bäcker. Und als dann auch der Ausflug von Hunnewinkel in den gegnerischen Strafraum nicht von Erfolg gekrönt war, stand die knappe Niederlage der Rhyneraner fest. Zu allem Überfluss sah David Schmidt in der Nachspielzeit noch wegen Nachtretens die Rote Karte. „Ich bin mit meinen Beinen auf den Torwart gefallen. Und als ich Aufstehen wollte, habe ich ihn wohl erwischt. Das war keine Absicht, ich habe mich auch zehnmal entschuldigt“, sagte Rhynerns Innenverteidiger, der nun mit einer Sperre von vier Spielen rechnen muss.

Während die Platzherren nach dem Abpfiff und der zweiten 0:1-Niederlage in Folge großen Frust schoben, herrschte bei den Gästen beste Stimmung. „Wir haben kein perfektes Spiel gezeigt. Es war hart umkämpft. Aber wir sind einfach froh, dass wir hier aus Rhynern mal wegfahren und dabei Punkte mitnehmen können“, sagte Trainer Schnorrenberg.

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