Westfalia Rhynern verliert 2:0 gegen MSV Duisburg II

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Voller Einsatz: Rhyners Paul Fudala (links) wird von Duisburgs Kapitän Tanju Öztürk angegriffen.

DUISBURG - Noch auf dem Platz wurde Björn Mehnert richtig laut. Der Coach nahm dabei kein Blatt vor den Mund und machte seinen Akteuren in aller Deutlichkeit klar, dass nicht Schiedsrichter Mitja Stegemann oder irgend jemand anderes für die 0:2 (0:0)-Niederlage im Auswärtsspiel der Fußball-NRW-Liga beim MSV Duisburg II verantwortlich war, sondern einzig und alleine seine Schützlinge selbst.

„Bevor jemand von euch den Unparteiischen kritisiert, soll sich jeder selbst hinterfragen und überlegen, ob er genug investiert hat“, schimpfte Mehnert – und gab die Antwort gleich selber: „Wenn wir nicht an unsere Grenzen gehen, dann reicht es nicht in dieser Liga. 80 oder 90 Prozent genügen nicht. Nicht gegen Duisburg, nicht gegen Herne – gegen keine Mannschaft in der NRW-Liga.“

Dabei war der Ärger seiner Spieler über den Schiedsrichter durchaus berechtigt gewesen. Nachdem eine Woche zuvor im Heimspiel gegen Viktoria Köln (0:2) nach einem vermeintlichen Handspiel von Dustin Wurst auf Strafstoß gegen Rhynern entschieden worden war, blieb die Pfeife des Unparteiischen gestern in der 90. Minute in einer ähnlichen Szene im MSV-Strafraum stumm. Nach einer Ecke der Rhyneraner hatte sich Burak Akarca den Ball selbst an die Hand geschossen, Stegemann auf Weiterspielen entschieden, und Bünyamin Aksoy im direkten Gegenstoß das entscheidende 2:0 für die Platzherren markiert.

Entsprechend groß war der Ärger der Gäste über den ausgebliebenen Pfiff des Referees. „Das war ein ganz klarer Elfmeter“, echauffierte sich Team-Manager Andreas Kersting, und auch Torwart Dennis Wegner war fassungslos: „So etwas gibt es doch nicht." 

Enttäuscht: SVW-Keeper Dennis Wegner.

Allerdings hatten es sich die Rhyneraner letztlich selbst zuzuschreiben, dass sie den Sportplatz an der Westenderstraße als Verlierer verließen. Denn 45 Minuten lang hatten sie die Partie in Duisburg beherrscht und waren nur bei Standardsituationen des MSV in Gefahr geraten. So wie in der 35. Minute, als Michael Laletin nach einer Ecke freistehend vorbei köpfte. Ansonsten bestimmten die Gäste das Geschehen und hatten durch Scherff, der aus 16 Metern knapp über das Tor zielte (16.), und vor allem Kevin Hagemann, der nach einem tollen Pass von Paul Fudala frei an Duisburgs Torwart Marcel Lenz gescheitert war (30.) die klar besseren Möglichkeiten.

Nach dem Wechsel war es dann aber mit der Herrlichkeit des SV Westfalia schnell vorbei. Denn spätestens als Felix Bechtold nach einer Hagemann-Ecke den Ball nicht richtig getroffen und eine weitere gute Möglichkeit liegen gelassen hatte (48.), übernahmen die Duisburger das Kommando und wurden mit zunehmender Spieldauer immer gefährlicher. So musste Wegner in der 61. Minute sein ganzes Können aufbieten, um einen Flachschuss von Aksoy zur Ecke zu lenken. In der 79. Minute wäre er aber chancenlos gewesen, doch Haluk Türkeri traf nur den Pfosten. Besser machte es dann Andre Dej. Per Kopf war er von Aksoy mustergültig bedient worden, so dass er problemlos zum 1:0 verwandelte (86.). Vier Minuten später sorgte Aksoy nach einem Konter aus dem eigenen Strafraum heraus für das 2:0 und damit für die endgültige Entscheidung. „Elfmeter hin oder her, unsere Leistung in der zweiten Hälfte war ein Katastrophe. Da müssen wir nicht drüber reden“, gab Wegner ehrlich zu. David Kerefidis prangerte derweil die Spielweise nach dem Wechsel an: „Wir haben immer nur lange Bälle gespielt.“ Markus Scherff aber richtete den Blick schnell wieder nach vorne: „Dann müssen wir am Freitag gegen Bielefeld eben noch mehr machen.“ - –pad–

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