Rhynern verschenkt in Zweckel zwei Punkte

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Zu früh gefreut: Dustin Wurst, Lennard Kleine und Thorben Menne.

GLADBECK - Am Ende herrschte das große Kopfschütteln. Auf beiden Seiten. Die Spieler des SV Zweckel belagerten Schiedsrichter David Hennig, weil der früh und mitten in ihren Konter hinein abgepfiffen hatte. 

Und den Akteuren von Westfalia Rhynern wurde nach Spielschluss schlagartig bewusst, was für eine große Chance sie vergeben hatten. Sie waren durch ein spätes Tor von Lennard Kleine (81.) in Führung gegangen, hatten konsternierte Gladbecker beherrscht – und sich dann eine Unkonzentriertheit geleistet, die Jonas Schmidt den 1:1-Ausgleich ermöglichte (89.).

„Das ist mega-ärgerlich“, schimpfte Rhynerns Jan Apolinarski auf dem Weg in die Kabine. Und auch Kapitän Dustin Wurst, der sich nach Abpfiff gefrustet auf den Boden gelegt hatte, war sauer: „Die Niederlage war super-vermeidbar. Wir müssen in der Lage sein, eine Mannschaft wie Zweckel zu schlagen. Ein Sieg wäre mit Blick auf die Tabelle wichtig gewesen. Ich schaue noch nach unten.“ Trainer Björn Mehnert sprach zwar von einem „tollen Fight“ seiner Mannschaft, doch auch in ihm gährte es: „Das waren zwei verschenkte Punkte. Wir waren nicht clever genug.“

Mehnert hatte die Start-Elf im Vergleich zur Partie gegen Erkenschwick (0:0) auf drei Positionen verändert. In der Abwehr brachte er Felix Krellmann und Apolinarski für Niklas Rieker (verletzt) und Markus Maier (Grippe). Im Angriff erhoffte er sich durch die Hereinnahme von Bilal Yavuz für dessen Bruder Burak mehr körperliche Präsenz. „Mit Schönspielerei gewinnst du hier nichts. Hier musst du kämpfen“, sagte Mehnert vor der Partie mit einem Blick auf den ramponierten Rasenplatz. Da Zweckel ähnlich dachte, bekamen die 280 Zuschauer im Folgenden alles andere als Fußball-Feinkost zu sehen, eher Pommes-Mayo mit verbrannter Currywurst.

Die Gastgeber starteten druckvoll, doch Rhynern nahm ihnen schnell den Wind aus den Segeln. Selten drang Zweckel durch das engmaschige Netz, das die Gäste im defensiven Mittelfeld geknüpft hatten. Sie kontrollierten die Partie, doch nach vorn klappte wenig bis nichts. Nur einmal kamen sie gefährlich vor Zweckels Tor. Mahmut Yavuzaslan hätte selbst den Abschluss suchen können, stattdessen passte er zu ungenau auf Yavuz in die Mitte. Der Ball rollte durch zu Kleine, der ihn knapp über die Latte trat (14.).

Die zweite Halbzeit begann wie die erste: mit Zweckeler Angriffen. Zwar dauerte die Anfangsoffensive der Gastgeber diesmal länger, doch eine klare Torchance brachte auch sie nicht. Dennoch: Mehnert hatte genug gesehen. Er nahm den lauffreudigen, aber glücklosen Bilal Yavuz aus dem Spiel, beorderte Kleine für ihn in die Spitze und schickte den quirligen Burak Yavuz neu aufs Feld. Der beschäftigte die offensivstarke linke Zweckeler Seite ganz allein und leitete zwei Chancen ein. Die erste vergab Kleine (76.), die zweite jedoch nicht. Er lenkte eine Hereingabe von Adem Cabuk zum 0:1 ins Netz (81.). Zweckel war am Boden, Rhynern kombinierte nun flüssig. Alles sah nach dem ersten Rückrundensieg für die Gäste aus. Aber nur bis zur 89. Minute. Zwei Mal ging der Ball hoch durch den Gäste-Strafraum und fiel schließlich Schmidt vor die Füße, gegen dessen verdeckten Schuss Dennis Wegner keine Chance hatte. - sst

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