Unentschieden gegen Gütersloh

Sieg verschenkt: Rhynern vergibt 2:0-Führung

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Zweifacher Torschütze: Sergej Petker

RHYNERN - 52 Minuten waren in der Nachholpartie am Donnerstagabend gespielt – und die Oberliga-Fußballer des SV Westfalia Rhynern auf bestem Wege, ihre sechsmonatige Durststrecke ohne Heimsieg zu beenden. 2:0 führten sie nach einem Doppelschlag von Sergej Petker gegen den punktgleichen FC Gütersloh. Allerdings nicht lang...

Von Simon Stock

Zwei Fehler von Torwart Dennis Wegner innerhalb von nur vier Minuten führten zum schnellen 2:2-Ausgleich. Dabei blieb es.

Während Güterslohs Trainer Holger Wortmann seiner Mannschaft nach der kurzweiligen Begegnung ein Kompliment für ihre „Willensleistung“ aussprach, war Rhynerns Coach Björn Mehnert zerknirscht:

„Fußballerisch war es einer unserer besten Auftritte in dieser Saison. Aber wir haben uns dafür nicht selbst belohnt. Letztlich reicht es halt nicht, wenn nicht alle elf Spieler konzentriert sind“, sagte er mit Blick auf die zwei Gegentreffer, zu denen er sich jeden weiteren Kommentar verkniff.

Mehnert hatte die Mannschaft auf zwei Positionen verändert. Thorben Menne und Denis Rödel, die als Einwechselspieler großen Anteil am 3:1-Erfolg in Hüls gehabt hatten, rückten für Patrick Leclaire und Adem Cabuk in die Start-Elf.

Es vergingen nur sieben Minuten, bis sich Petker die große Chance zur Führung bot. Rhynerns Spitze scheiterte jedoch an FC-Torhüter Sebastian Tiszai. Es war die erste und für lange Zeit letzte Strafraumszene.

Tempo, Einsatz und Laufbereitschaft stimmten bei beiden Teams. Sie störten die Angriffsbemühungen des jeweils anderen so wirkungsvoll, dass die gut 300 Zuschauer am Papenloh zwar ein Spiel mit „hoher Intensität zwischen den 16ern“ (Mehnert) zu sehen bekamen. Aber keines mit zwingenden Torchancen.

Das änderte sich nach dem Seitenwechsel schlagartig. Petker schloss keine 60 Sekunden nach Wiederanpfiff die Vorarbeit vom erneut starken Krellmann und Tobias Urban mit dem Treffer zum 1:0 ab.

Sechs Minuten später löste sich Petker im Rücken der Gäste-Abwehr und veredelte eine „Weltklasse-Flanke“ (Mehnert) von Rödel aus sechs Metern volley zum 2:0 (52.). „Zwei Tore direkt nach der Pause – das war ein gutes Gefühl“, sagte der Doppeltorschütze, „aber leider war es ja schnell wieder weg.“

Wortmann reagierte prompt. Er nahm Stürmer Vadim Thomas vom Feld und baute sein Team von einem 4-4-2 auf ein 4-2-3-1 um. Das verhalf dem FC Gütersloh zu größerer Präsenz im Zentrum und zu mehr Ballbesitz. Doch für die Tore brauchten die Gäste externe Hilfe.

Nach einer hohen Freistoßflanke von der Mittellinie kam Wegner nur halbherzig aus seinem Tor. Lasse Fischer-Riepe, im Winter vom Regionalligisten SV Lippstadt gekommen, köpfte nahezu unbedrängt das 2:1 (55.). Vier Minuten später zog Janis Kraus aus 18 Metern halblinker Position ab. Der Ball zischte über Wegner hinweg ins Tor – 2:2.

Auch nach dieser wilden Viertelstunde wurde es nicht ruhig auf dem Platz. Tore fielen aber keine mehr. Rhynerns Dustin Wurst hämmerte den Ball nach einer Ecke volley ans Außennetz (67.). Auf der Gegenseite ging ein Drehschuss von Florian Kraus knapp neben das Tor (81.).

„Gütersloh hat sich bis zu dieser Szene nicht eine klare Torchance herausgespielt. Wenn du 2:0 führst, dann musst du das einfach nach Hause bringen“, ärgerte sich Kapitän Wurst nach dem fünften Remis im zwölften Heimspiel der Saison. „Aber immerhin sah das bei uns im Vergleich zu den letzten Wochen wieder nach Fußball aus.“

Am Ostermontag (15 Uhr) nimmt Rhynern den nächsten Anlauf auf den ersten Heimsieg seit dem 20. Oktober. Zu Gast am Papenloh ist RW Ahlen mit dem alten und neuen Trainer Marco Antwerpen – und mit Ambitionen auf den vierten Tabellenplatz, der am Ende der Saison wahrscheinlich in die Regionalliga führt. „Ahlen will hoch, wir haben uns freigeschwommen. Das wird ein interessantes Spiel“, glaubt Mehnert.

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