Rhynern siegt beim Spitzenreiter TSG Sprockhövel

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Christoph Debowiak

Sprockhövel - Es war ein kurzer, aber intensiver Jubelschrei, den Spieler, Offizielle und Fans des SV Westfalia Rhynern nach Spielschluss ausstießen.

Mit 1:0 (0:0) hatte das Team von Trainer Björn Mehnert gerade seine Partie bei der TSG Sprockhövel gewonnen und dafür gesorgt, dass der unangefochtene Spitzenreiter der Fußball-Oberliga damit seine zweite Niederlage in Folge hinnehmen musste. Thanh-Tan Tran hatte für den ersten Emotionsausbruch der Rhyneraner gesorgt, als er sechs Minuten vor dem Ende nach einer von Salvatore Gambino getretenen Ecke per Kopf den Siegtreffer markierte.

„Das war ein Spiel auf gutem Oberliganiveau, mit viel Tempo“, sagte Mehnert zufrieden. „Wir wussten, dass uns eine sehr gute Sprockhöveler Mannschaft erwarten würde. Aber wir haben kompakt gestanden und wenig bis gar keine klare Möglichkeiten zugelassen, was nicht Vielen hier gelingen dürfte.“ Tief enttäuscht zeigte sein Gegenüber Andrius Balaika, der nach dem 1:2 in Erkenschwick erneut das Gefühl einer Niederlage verarbeiten musste. „Die erste Halbzeit war in Ordnung mit Chancen auf beiden Seiten. Aber wir haben die letzte Konsequenz in der Endzone vermissen lassen. Im zweiten Durchgang hatten wir mehr Spielanteile, aber das Gefühl, dass die Partie durch eine unglückliche Situation entschieden wird – so ist es auch passiert.“

Bis es soweit war und die Gäste nach dem erlösenden Abpfiff aufatmen durften, hatten sie allerdings viel Arbeit zu verrichten. Denn die Hausherren machten mächtig Druck, zeigten von Beginn an, dass sie zu einer homogenen Truppe mit viel Selbstbewusstsein geworden sind. Die erste Möglichkeit bot sich Finn Heiserholt nach sechs Minuten. Dass diese aus einem Freistoß resultierte, war symptomatisch für den gesamten Spielverlauf. Denn beide Abwehrreihen arbeiteten gut, und beide Teams waren darauf bedacht, hoch zu stehen und den Gegner gar nicht erst zum Kombinieren kommen zu lassen. „Wir wollten Sprockhövel zwingen, mit hohen Bällen zu operieren – das ist gelungen“, freute sich Mehnert.

Dass es dann noch seine Mannschaft war, die die besseren Möglichkeiten hatte, bestätigte seinen Matchplan zusätzlich. Doch Lennard Kleine scheiterte nach einer Ecke aus kurzer Distanz an Torhüter Robin Benz (41.), und Sekunden vor der Pause rauschte eine Direktabnahme von Kapitän Dustin Wurst aus gleicher Entfernung nur um Zentimeter über das Tor.

Nach dem Wechsel baute die TSG mächtig Druck auf, sorgte dafür „dass sie in Sachen Ballbesitz mit 60:40 vorne war“, sagte Mehnert. Aber auch jetzt bekam sie keine klaren Möglichkeiten, weil in aussichtsreichen Situationen immer wieder ein Rhyneraner Bein im Weg stand. Auf der anderen Seite traf Gambino den Ball nach Kleine-Hereingabe aus kurzer Distanz nicht richtig – und so in die Arme von Benz (50.). Ein Gambino-Freistoß knapp am Tor vorbei (84.) und ein Schuss von Christoph Debowiak, den Benz stark parierte (83.), folgten, ehe die anschließende Ecke den Gästen den Siegtreffer bescherte. Nach einer weiteren Gambino-Ecke stieg Thanh-Tan Tran am höchsten und traf per Kopf, und Mehnert sagte: Wir wussten, dass etwas über Standards für uns geht.“ Auch hier sollte er Recht behalten.

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