Nur noch auf Platz fünf

Rätsel über das Leistungstief beim SV Westfalia Rhynern

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Da war die Welt für die Rhyneraner und Felix Bechtold (Bildmitte) noch in Ordnung: Am 15. April bezwangen sie den damaligen Oberliga-Spitzenreiter RW Ahlen mit 2:1.

HAMM - Vor etwas weniger als drei Wochen war die Welt am Papenloh noch in bester Ordnung. Da hatte der SV Westfalia Rhynern mit RW Ahlen den Spitzenreiter der Fußball-Oberliga besiegt (2:1) und kräftig an den beiden Aufstiegsplätzen zur Regionalliga geschnuppert. Drei Meisterschaftsspiele und drei Niederlagen später ist im Team von Trainer Björn Mehnert aber große Ernüchterung eingekehrt.

Von Patrick Droste 

„Man muss sich fragen, wie man bei so einer Leistung überhaupt noch ein Spiel gewinnen kann“, sagte der Coach nach der bitteren 0:3-Pleite am Sonntag beim ASC 09 Dortmund und dem Abrutschen auf den fünften Tabellenplatz.

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Zu bemängeln gab es am Auftritt der Rhyneraner im Dortmunder Waldstadion jedenfalls mehr als genug. „Passquote erbärmlich, Zweikampfverhalten ängstlich“, zählte Mehnert auf – und gestand ein, dass er während der 90 tristen Minuten in Aplerbeck sogar den Glauben an seine Mannschaft verloren hatte. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass wir das Spiel noch wenden können“, sagte der Westfalia-Trainer.

In der Hinserie viele Kantersiege

In der Hinserie waren die Rhyneraner mit einer beeindruckenden Leichtigkeit durch die Oberliga gewirbelt und hatten vor allem zuhause zahlreiche Kantersiege eingefahren – doch davon ist nichts mehr übrig geblieben.

Gründe dafür gibt es einige. So fehlten in Aplerbeck mit David Schmidt (rotgesperrt) und Markus Meier zwei der vier gesetzten Akteure der Abwehrkette. Aber es hakt nicht nur in der Defensive, sondern auch im Angriff. Mathieu Bengsch fällt schon seit Wochen aus, Lennard Kleine und Philipp Hanke lassen jegliche Durchschlagskraft und Torgefährlichkeit vermissen.

 „Vielleicht sind die Jungs im Kopf nicht mehr frei, die Lockerheit fehlt definitiv“, erklärte Team-Manager Andreas Kersting und spielt darauf an, dass sich die Westfalia-Akteure wohl zu sehr mit einem möglichen Sprung in die Regionalliga beschäftigt, gleichzeitig aber vergessen haben, dass noch zahlreiche Spiele absolviert werden müssen.

Gleicher Meinung ist auch Felix Bechtold. „Wir waren in einer Situation, wo wir etwas Einmaliges hätten schaffen können, jeder hat zumindest davon geträumt. Aber wir haben uns damit selbst zu sehr unter Druck gesetzt und sind jetzt irgendwie gehemmt“, sagte der Mittelfeldspieler, der am Sonntag nach der Niederlage große Probleme hatte, das dritte Spiel in Serie ohne Punkt und ohne ein Tor zu verarbeiten.

"Als Führungsspieler mit verantwortlich"

Der 24-Jährige rang sichtlich mit seinen Gefühlen und musste sogar von seinem Mitspieler Jan Apolinarski getröstet werden. „Mir ging da einiges durch den Kopf“, sagte er. „Wir haben, wenn man das Pokalspiel gegen die HSV mit- zählt, viermal in Folge verloren. Und ich bin dafür als Führungsspieler ein Stück weit verantwortlich, denn ich zeige derzeit auch nicht die Leistung, die man von mir erwartet.“

Weiter offen ist, ob Bechtold, der vor fünf Jahren den Sprung von den A-Junioren der Westfalia in die erste Mannschaft geschafft hatte, weiter am Papenloh spielen wird. Zwar hat es schon intensive Gespräche mit den Rhyneraner Verantwortlichen gegeben, doch eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. „Ich werde aber diese, spätestens nächste Woche bekannt geben, was ich machen werde. Denn ich muss für mich auch Klarheit haben“, meinte Bechtold.

Regionalliga dieses Jahr abgeharkt

Fakt ist, dass ihn die Regionalliga ungemein reizen würde. „Das stimmt“, bestätigte er. Und mit dem SV Westfalia wird er sich diesen Traum nicht erfüllen können – zumindest nicht in der kommenden Spielzeit. Ob er das in diesem Jahr Versäumte mit Rhynern dann nachholen will oder ob er zu einem anderen Verein wechselt – noch ist keine Entscheidung gefallen: „Eine Tendenz gibt es aber schon.“

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