Fußball-Oberliga

Westfalia Rhynern muss monatelang auf Lennard Kleine verzichten

Riss der Patellasehne und rund zwölf Wochen Zwangspause: Lennard Kleine wurde ins Krankenhaus gebracht, nachdem ihm Wattenscheids Physio das Knie fixierte hatte. 
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Riss der Patellasehne und rund zwölf Wochen Zwangspause: Lennard Kleine wurde ins Krankenhaus gebracht, nachdem ihm Wattenscheids Physio das Knie fixierte hatte. 

Die Diagnose, die Lennard Kleine am Sonntagabend bekommen hatte, war niederschmetternd: Riss der Patellasehne und rund zwölf Wochen Zwangspause.

Hamm - Am Montag war die Laune des 28 Jahre alten Angreifers von Westfalia Rhynern, der sich die Knieverletzung im Auswärtsspiel der Fußball-Oberliga bei der SG Wattenscheid 09 (2:3) ohne Fremdeinwirkung zugezogen hatte, schon wieder überraschend gut. „Davon geht die Welt nicht unter. Und wenn ich das Bein nicht belaste, habe ich auch keine Schmerzen“, sagte Kleine, der am Dienstag bereits operiert wird und schon mit einem schelmischen Lachen im Gesicht den weiteren Verlauf der Woche plante: „Mittwoch oder Donnerstag komme ich aus dem Krankenhaus wieder raus, Freitag Abschlusstraining und Sonntag dann Spiel gegen Rheine.“

Doch ganz so einfach wird dies nicht funktionieren. Für den Rest des Jahres wird Rhynerns Trainer Michael Kaminski ohne seinen Stürmer auskommen müssen, der eigentlich im Angriffszentrum unverzichtbar ist und der sonst kaum einmal ausfällt. Seine erste und einzige schlimmere Verletzung hatte Kleine bei den D-Junioren erlitten, als er sich das Schlüsselbein gebrochen hatte. „Da musste ich aber nicht operiert werden. Jetzt komme ich das erste Mal unters Messer“, erklärt er.

Bereits nach einer Viertelstunde hatte er sich die folgenschwere Verletzung zugezogen. Nach einem Zuspiel von Mazlum Bulut in die Spitze war Kleine noch ein paar Meter mit dem Ball gelaufen und wollte dann aus 25 Metern abziehen. „Ich weiß nicht, was passiert ist, ob ich mit den Stollen im Rasen hängen geblieben oder ausgerutscht bin. Das Knie ist dann so komisch durchgeschnackt, und die Kiescheibe hing auf einmal am Oberschenkel“, erinnert er sich an die Szene. „Das tat zuerst riesig weh und fühlte sich auch nicht gut an. Aber als dann der Physio von Wattenscheid kam, die Kniescheibe zurückgeschoben und das Knie fixiert hat, ging es wieder.“

Am Dienstag steht die Operation an

Kleine wurde vom Lohrheidestadion direkt ins Bergmannsheil-Krankenhaus gebracht, wo der Riss der Patellasehne diagnostiziert wurde. Anschließend durfte er wieder nach Hause, ehe er am Montag von seinem Bruder nach Schwelm ins Krankenhaus gebracht wurde, wo er am Dienstag operiert wird. Schon seit langer Zeit plagt sich Kleine mit Problemen an de Patellasehne herum, hatte sich zum Beispiel vor der Partie in Ennepetal an der Stelle spritzen lassen. „Das war da nicht in Ordnung bei mir. Das wusste ich. Ich hoffe jetzt einfach, dass ich danach beschwerdefrei bin, wenn das neu gemacht wird“, meint Kleine.

Bis dies soweit ist, muss der SV Westfalia aber ohne seinen in den vergangenen Jahren beständigsten Torschützen auskommen – und das gerade in dieser Saison, wo nach der Hinrunde die Oberliga in eine Auf- und eine Abstiegsrunde aufgeteilt wird. „Ich denke aber, dass wir gerade in der Offensive stark genug besetzt sind, dass wir auch ohne mich unter die besten zehn Teams kommen“, sagt der Stürmer.

Michael Kaminski zeigte sich am Montagmittag, nachdem er den Schock ein wenig verdaut und eine Nacht darüber geschlafen hatte, ebenfalls zuversichtlich, dass er auch ohne seine Mittelstürmer das angepeilte Ziel realisieren kann. „Das ist für uns und auch für ihn schlimm. Aber es müssen jetzt andere für Lennard in die Bresche springen“, stellte der Coach klar. „Hakan Sezer hat in drei Spielen jetzt schon sechs Tore gemacht. Und Eduard Probst hat in Wattenscheid nach seiner Einwechselung ein gutes Spiel gezeigt. Ich denke, wir haben da einige Optionen, wie wir den Ausfall auffangen können.“

Kaminski will nicht von einem Fehlstart sprechen

Auch der Ex-Rhyneraner Nils Hönicke, der am Sonntag die 1:0-Führung für die SG Wattenscheid 09 erzielt hatte, traut der Westfalia weiterhin zu, den Sprung in die Aufstiegsrunde zu schaffen. „Es gibt in der Oberliga keinen Verein, der aus so wenig finanziellen Mitteln so viel macht. Auch in dieser Saison hat Rhynern in der Offensive individuell brutal viel Klasse, für die Oberliga ist das echt super. Ich würde darum wetten, dass Rhynern am Ende unter den ersten Sechs landet“, sagte der 27-Jährige.

Dennoch haben die Rhyneraner nach drei Spieltagen erst drei Zähler auf dem Konto und hängen als Tabellen-zwölfter dem eigenen Plan ein wenig hinterher. „Ich will trotz der drei Punkte aber nicht von einem Fehlstart sprechen. Klar, Fußball ist ein Ergebnissport, und wir hätten angesichts der Tatsache, dass wir in Ennepetal und in Wattenscheid jeweils in der Nachspielzeit das 2:3 kassieren, auch schon fünf Zähler auf dem Konto haben können“, sagt Kaminski. „Im ersten Spiel haben wir nicht gezeigt, was wir können. Beim 4:0 gegen Schermbeck waren wir bärenstark. Und in Wattenscheid haben wir richtig viel Moral gezeigt. Daher bin ich zuversichtlich, dass wir das zusammen meistern werden.“

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