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Westfalia Rhynern mit 60 Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze

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Von: Patrick Droste

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Tim Neumann (rechts beim Kopfball) gehört seit der Saison 2012/13 zum Oberliga-Kader des SV Westfalia Rhynern.
Tim Neumann (rechts beim Kopfball) gehört seit der Saison 2012/13 zum Oberliga-Kader des SV Westfalia Rhynern.  © Reiner Mroß / Digitalfoto

Beachtliche 60 Punkte beträgt das Polster des souveränen Spitzenreiters SV Westfalia Rhynern auf den FC Gütersloh, so dass jetzt schon klar ist, dass die Elf von Trainer Michael Kaminski auch am Ende der Spielzeit auf Platz eins stehen wird – in der ewigen Tabelle seit der Wiedereinführung der Fußball-Oberliga Westfalen im Jahr 2012.


Hamm – „Das ist genial und natürlich überragend, dass wir mit so einem großen Abstand Erster sind“, äußert sich Arnulf Kleine, der Vorsitzende des SV Westfalia Rhynern, voller Stolz über diese Platzierung und fügt hinzu: „Das zeigt, dass wir hier über Jahre hervorragende Arbeit leisten und es immer wieder geschafft haben, eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen.“

Dabei haben die Rhyneraner, die vor zehn Jahren bei der Wiedereinführung der Oberliga Westfalen als fünfthöchste Spielklasse im Rahmen der damaligen Regionalliga-Reform noch nicht einmal die meisten Spiele aller Teams absolviert. Denn durch den Aufstieg in die Regionalliga im Jahr 2017 konnte die Westfalia in der Saison 2017/18 keine Punkte in der Oberliga sammeln. Dennoch stehen aktuell aus 273 Begegnungen 138 Siege, 55 Unentschieden, 80 Niederlagen und damit 469 Zähler bei einem Torverhältnis von 516:336 auf dem Konto. Das sind 60 mehr als der FC Gütersloh, der als Zweiter sogar 307 Partien absolviert hat, aber deutlich weniger Erfolge eingefahren hat. „So eine Tabelle hinkt natürlich auch“, gibt Andreas Kersting, der Sportliche Leiter der Westfalia, zu bedenken und weist darauf hin, dass einige Teams wie der SV Rödinghausen, die SG Wattenscheid 09 oder auch der SV Lippstadt 08 einen deutlich besseren Punktedurchschnitt aufweisen. Aber diese Teams haben aufgrund ihrer Aufstiege in der Oberliga nun mal nicht so viele Begegnungen ausgetragen und dadurch nicht so viele Zähler gesammelt. Und daher betont auch Kersting: „Für diesen ersten Platz können wir uns natürlich nichts kaufen. Aber das ist trotzdem eine tolle Geschichte für unseren Verein. Wir gucken da gerne drauf. Und gleichzeitig haben wir in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass man, wenn man über die Stadtgrenzen von Hamm hinaus Rhynern hört, nicht nur an die Autobahnraststätte denkt.“

Für Tim Neumann, seit der Saison 2012/13 zum Oberliga-Kader des SV Westfalia gehörend, ist das Erfolgsrezept für diese Spitzenposition ein recht einfaches. „Wir haben unsere Mannschaft im Stamm seit vielen Jahren zusammen gehalten. Daher ist das kein Zufall, dass wir da oben stehen. Das zeigt die Qualität, die wir für diese Liga haben“, sagt der 29 Jahre alte Innenverteidiger. Zudem, so fügt Neumann hinzu, würde jeder Akteur, der neu zur Mannschaft hinzukommen würde, immer „alles reinwerfen“ und würde sich „nie hängen lassen.“ Dies bestätigt auch Kersting: „Wir legen immer einen großen Wert auf die Zusammengehörigkeit. Zufriedene Spieler sorgen für eine intakte Mannschaft. Und wir haben seit vielen Jahren Jungs im Kader, die nicht diese Mentalität an den Tag legen, alles erhaschen zu wollen und der Verein muss machen. Sondern die sind alle vernünftig ud bodenständig.“

Diese Verbundenheit zum Verein lebt auch Michael Kaminski vor und ist aktuell ein überaus wichtiger Baustein in der Erfolgsgeschichte der Westfalia. In der vergangenen Spielzeit hatte das Team unter seiner Regie nur knapp den erneuten Sprung in die Regionalliga verpasst, jetzt hat er seine Schützlinge trotz der Abgänge von Sezer Toy und der beiden Toptorjäger Hakan Sezer sowie Eduard Probst schon wieder in die Spitzengruppe der Oberliga geführt. „Dass Rhynern in dieser Tabelle der letzten zehn Jahre auf Platz eins steht, zeigt, dass hier so viel nicht falsch gemacht worden ist und dass Rhynern in der Oberliga zu einer richtig guten Marke geworden ist. Die Westfalia hat sich jedenfalls eine Menge Respekt verschafft durch das gute Auftreten auf dem Platz, aber auch durch das Wirken der Leute drumherum“, sagt der Coach, der aber natürlich auch auf das aktuelle Abschneiden mit 28 Punkten und Rang vier stolz ist: „Es passt hier einfach alles gut zusammen .“

In der ewigen Tabelle der Oberliga Westfalen von der Gründung im Jahre 1978 bis zur Auflösung im Jahre 2008 sowie seit der Wiedereinführung im Jahre 2012 liegt Rhynern übrigens nur auf Rang 27. Diese Auflistung führt der FC Gütersloh an vor der SpVgg Erkenschwick, dem FC Eintracht Rheine – und der auf Rang vier stehenden Hammer SpVg.

In der Tabelle der Oberliga seit 2012 hat sich die HSV übrigens auf Platz sechs eingefunden, muss aber nach dem Abstieg in die Westfalenliga in diesem Sommer befürchten, in Zukunft einige Ränge in der ewigen Tabelle abzurutschen.

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