Westfalia Rhynern: Verletzung überstanden

Ein Jahr Leidenszeit: Rühls langer Weg zurück

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Konstantin Rühl könnte nach langer Leidenszeit wieder eine Alternative beim SV Westfalia Rhynern werden.

Mehr als ein Jahr konnte Konstantin Rühl nicht mehr regelmäßig Fußball spielen. Jetzt hofft der Offensivakteur des Oberligisten SV Westfalia Rhynern, dass er seine hartnäckige Verletzung auskuriert und wieder Woche für Woche dem runden Leder nachjagen kann.

Hamm - Es war nicht einmal eine Viertelstunde. Dennoch haben die 14 Minuten, die Konstantin Rühl am vergangenen Sonntag bei der 1:2-Niederlage des SV Westfalia Rhynern beim FC Brünninghausen mitwirken durfte, sehr glücklich gemacht. „Das war ein geiles Gefühl“, strahlte der 25-Jährige auch noch mehrere Tage nach der Partie über das ganze Gesicht. „Ich habe mich schon die vergangenen Wochen jedes Mal auf das Training gefreut, denn endlich konnte ich wieder ohne Schmerzen rennen und schießen. Das war wirklich sehr befreiend.“

Bereits zu seinen Zeiten beim SVE Heessen hatte er immer wieder Probleme im Adduktorenbereich gehabt. Und auch als er im Sommer 2017 zum damaligen Landesliga-Aufsteiger TuS Wiescherhöfen wechselte, litt er immer wieder unter Schmerzen und konnte nach starken Vorstellungen in der Hinserie die Rückrunde nur noch als Zuschauer verfolgen. 

Trotz Adduktorenproblemen geriet Rühl ins Visier von Westfalia Rhynern

Trotzdem war der trickreiche und schnelle Rühl in das Visier der Westfalia-Verantwortlichen geraten, die Kontakt zu dem flexibel einsetzbaren Offensivspieler aufnahmen und ihn an den Papenloh lockten. „Da war ich schon ein wenig überrascht, als ich einen Anruf von Andreas Kersting (Sportlicher Leiter der Rhyneraner, Anm. der Redaktion) bekam. Denn so gut hatte ich meine Leistung gar nicht gesehen. Daher war ich anfangs auch unsicher, ob ich tatsächlich wechseln soll“, erinnert sich Rühl, der dem Oberligisten dann aber doch eine Zusage gab, zumal ihm Kersting zusicherte, dass sich Dr. Arnulf Kleine, der Vorsitzende der Westfalia, um die gesundheitlichen Probleme von Rühl kümmern würde.

Denn der Student, der in Bochum an der Ruhr-Uni Sport-Consulting im vierten Master-Semester studiert, hatte schon eine wahre Ärzte-Odyssee hinter sich. „Aber es gab nie eine offizielle Diagnose“, wusste Rühl lange Zeit nicht, warum er immer wieder Schmerzen hatte. „MRT-Bilder haben nie auf eine Schambeinentzündung hingewiesen. Ich habe die Prostata bei einem Urologen checken lassen, mich auf einen Leistenbruch untersuchen und mich spritzen lassen. Aber die Schmerzen kamen jedes Mal zurück, so dass ich das Training immer wieder nach ein paar Einheiten abbrechen und nie richtig Fußball spielen konnte. Ich war da nicht immer gut ansprechbar, das hat schon auf mein Privatleben abgefärbt.“

Fußball Oberliga: Westfalia Rhynern - FC Schalke 04 ll U23 0:3

Rhynerns Vorsitzender Arnulf Kleine findet Erklärung für Rühls Schmerzen

Kleine stellte im Herbst des vergangenen Jahres fest, dass das linke Bein von Rühl etwas kürzer ist als das rechte und dass der Spieler einen Senkfuß hat, was von einem Wadenbeinbruch herrühren konnte, den sich Rühl noch zu SVE-Zeiten zugezogen und was zu einer Fehlbelastung geführt hatte. Rühl bekam anschließend Einlegesohlen verpasst – und diese Maßnahme zeigt mittlerweile die entsprechende Wirkung. „Ich merke seit mehr als zwei Wochen nichts mehr“, sagt er, gibt aber auch zu: „Noch traue ich dem Braten nicht so richtig. Ich hatte schon oft Lichtblicke, ehe es einen Rückschlag gab. Aber derzeit fühlt sich das an wie neu.“

In der Hinrunde war er für die Westfalia lediglich zu zwei Kurzeinsätzen gegen Brünninghausen am 26. August und gegen die U23 des FC Schalke 04 am 2. Dezember gekommen, mehr hatte seine Gesundheit nicht zugelassen. In diesem Jahr hat er im Testspiel gegen den SC Verl schon eine komplette Halbzeit auf dem Platz gestanden, war am vergangenen Sonntag in Brünninghausen eingewechselt worden – und hofft nun, mehr und mehr in das Team der Rhyneraner hineinzuwachsen. 

Gewöhnungsprozess an die Fußball-Oberliga bei Rühl noch nicht abgeschlossen

„An das Tempo, an die Intensität der Zweikämpfe oder an das schnelle Umschalten muss ich mich natürlich noch gewöhnen. Das kannte ich von der Landesliga her nicht so extrem. Denn die Gegenspieler schenken dir auf diesem Niveau keine Sekunde Zeit. Aber wenn ich regelmäßig spielen kann, traue ich es mir zu, die Oberliga zu packen“, sagt er – und fügt hinzu: „Die problemlose Vorbereitung auf die Rückserie und diese ersten Einsätze haben jedenfalls Bock auf mehr gemacht.“

Und auch sein Trainer hat große Lust darauf, einen beschwerdefreien Konstantin Rühl in den nächsten Wochen an die nötigen Erfordernisse für die Oberliga heranzuführen. „Konni hat eine gute Vorbereitung gespielt. Ich hoffe, dass wir jetzt auch wirklich was von ihm haben und er nicht wieder ausfällt“, sagt Torsten Garbe. „Er hat gezeigt, dass er mit seiner Schnelligkeit und Quirligkeit ein wichtiger Spieler für uns sein kann.“

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