Westfalia Rhynern holt Heimsieg gegen Bielefeld

+
Lennard Kleine stand oft gegen mehrere Verteidiger

Hamm - Die Erleichterung war groß bei den Spielern von Westfalia Rhynern, als gegen Arminia Bielefeld II nach drei Minuten Nachspielzeit, die den Westfalia-Spielern deutlich länger vorgekommen waren, der Schlusspfiff ertönte und der 3:2 (0:1)-Heimerfolg gegen am Ende nur noch zu neunt spielende, aber aufopferungsvoll kämpfende Bielefelder besiegelt war.

„Nach dem 3:1 hätte ich mir schon gewünscht, einen ruhigeren Nachmittag zu haben. Das kriegen wir aber so leider noch nicht hin. Ich bin trotzdem froh, dass wir die letzten beiden Spiele erfolgreich gestaltet haben und so den Weihnachtsfeiertagen beruhigter entgegengehen können“, resümierte SVW-Trainer Björn Mehnert, den es in der Schlussphase der Partie, als Rhynern drohte, in doppelter Überzahl noch den 3:3-Ausgleich zu kassieren, nicht mehr auf seinem Platz hielt. 

Der Coach schickte fast die gleiche Elf auf den kaum bespielbaren Rasen am Papenloh wie in der Vorwoche beim 1:0-Sieg in Sprockhövel. Einzig Jannik Kastner, der mit einem grippalen Infekt ebenso fehlte wie Felix Böhmer und Robin Hoffmann, wurde in der Startformation von Joachim Mrowiec ersetzt. 

Die Westfalia begann forsch und hatte bereits in der ersten Minute die Chance, in Führung zu gehen. Nach einem Freistoß von Salvatore Gambino köpfte Lennard Kleine aus kürzester Distanz auf das Arminen-Tor, doch Schlussmann Nikolai Rehnen verhinderte mit einem klasse Reflex den frühen Rückstand für seine Mannschaft. „Den Ball aus drei Metern müssen wir natürlich direkt ins Tor nageln. Egal wie, ob mit dem Kopf, dem Fuß oder dem Knie“, haderte Mehnert nach der vergebenen Chance. 

Nach zehn Minuten, in denen die Rhyneraner das Tempo vorgaben, übernahmen die Arminen das Kommando und waren immer wieder nach schnellen Kombinationen über die Flügel gefährlich. Folgerichtig brachte Marco Hober die Gäste mit einem platzierten Schlenzer aus 20 Metern in Führung (21.). Bielefeld agierte mit dem 1:0 im Rücken selbstbewusst und beschäftigte die Hausherren in der eigenen Hälfte. Die Mehnert-Elf leistete sich hingegen viele schnelle Ballverluste und kam nicht richtig in die Zweikämpfe. „Die Arminia war in der ersten Halbzeit klar besser. Deshalb haben wir in der Pause ein paar kleine Korrekturen vorgenommen und wussten, dass das Spiel noch nicht verloren ist“, sagte Mehnert nach dem Abpfiff. 

Und tatsächlich wirkte die Westfalia mit Beginn des zweiten Durchgangs druckvoller. Zudem gelang den Gastgebern ein Start nach Maß, denn einen strammen Schuss von Gambino lenkte Rehnen an den Innenpfosten, von wo der Ball ins Tor sprang (49.). Gambino, der in den ersten 45 Minuten kaum in Erscheinung getreten war, drehte nach dem Seitenwechsel auf und wirbelte auf der rechten Außenbahn nach Belieben. Auch seine zweite Möglichkeit nutzte der Stürmer und erzielte nach mustergültiger Flanke von Tanh-Tan Tran per Direktabnahme das 2:1 (56.). 

Zwei Minuten später ging Bielefelds Nico Bartling im Strafraum zu ungestüm zu Werke und senste den flinken Gambino um. Schiedsrichter Tim Zahnhausen überlegte nicht lange, zeigte auf den Punkt und zückte etwas überzogen die Rote Karte für Bartling. Lennard Kleine trat zum Strafstoß an, doch Rehnen entschied sich für die richtige Ecke und hielt nicht nur den Ball fest, sondern auch sein Team im Spiel. 

Danach wurde die Partie zunehmend hitziger. Als Adrian Cieslak verletzt zu Boden ging und für den Geschmack von Bielefelds Samir Benamar zu lange liegen blieb, packte der den überraschten Verteidiger am Kragen und versuchte ihn hochzuziehen. Daraufhin stürmte Rhynerns Torhüter Alexander Hahnemann aus seinem Tor und lieferte sich mit Benamar ein Wortgefecht, an dessen Ende der Schlussmann die Gelbe Karte sah und der Bielefelder – nicht zuletzt wegen der Aktion gegen Cieslak – frühzeitig mit der zweiten Roten Karte für Bielefeld unter die Dusche geschickt wurde (68.). Trotz doppelter Unterzahl gaben sich die Ostwestfalen nicht auf, und so mussten die Rhyneraner bis zur 84. Minute auf die Entscheidung warten. Christoph Debowiak wurde vom eingewechselten Felix Krellmann bedient und netzte zum 3:1 ein. Zwei Minuten später kam Bielefeld durch einen Kopfball von Almir Kasumovic noch zum 2:3-Anschlusstreffer (86.), doch die Hausherren ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare